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Unterschied Mann - Frau

Sind Frauen wirklich beweglicher als Männer?

Sind Frauen beweglicher als Männer? Diese Frage hat neulich eine Kollegin gestellt und damit den Anstoß für den vorliegenden Artikel gegeben, in dem wir die Antwort liefern.
Zunächst einmal sollte man sich darüber klar werden, was Beweglichkeit eigentlich bedeutet. Beweglichkeit setzt sich aus den Komponenten Gelenkigkeit, Dehnfähigkeit und – mit gewissen Abstrichen – Kraft (d. Antagonisten) zusammen (vgl. Skript OS Athletic Training). Alle diese Faktoren lassen sich trainieren, durch verschiedene Dehntechniken und entsprechende Übungen. Und das trifft selbstverständlich auf Männer und Frauen gleichermaßen zu.

Und doch gibt es Unterschiede und man muss die eingangs gestellte Frage mit Ja beantworten: Ja, Frauen sind beweglicher als Männer. Dies ist anatomisch und hormonell bedingt.

Hormonelle Unterschiede

Eine geringe Gewebsdichte beim weiblichen Bänder- und Muskelapparat ist dafür verantwortlich, dass Frauen in den meisten Gelenken eine höhere Bewegungsamplitude erreichen als Männer. Zudem verfügen Frauen über eine bessere und schnellere Entspannungsfähigkeit der Muskulatur. Für diese Eigenschaften mitverantwortlich ist das weibliche Geschlechtshormon Östrogen, von dem Frauen deutlich mehr im Körper haben als Männer.

Anatomische Unterschiede

Auch auf anatomischer Seite gibt es Gründe, die zu einer besseren Beweglichkeit der Frau führen. Im Vergleich zum Mann haben Frauen einen relativ etwa zwei Prozent längeren Rumpf (Lendenwirbelsäule) und einen tieferen Körperschwerpunkt. Dazu weisen die Knochen der Extremitäten bei der Frau eine leichte X-Stellung und Überstreckbarkeit auf. Auch diese Aspekte führen zu einer größeren Beweglichkeit. (vgl. Weineck, Sportbioogie, 2004)

Trotzdem, liebe Jungs: Wenn ihr keine tiefe Kniebeuge hinbekommt, eure Trainingspartnerin aber schon, könnt ihr euch nicht einfach auf die genetischen Voraussetzungen berufen. Denn das Geschlecht ist nur einer von vielen Bewegungsdeterminanten. Mit gezieltem und strukturiertem Bewegungstraining (Stretching beziehungsweise Dehnen in all seinen Spielformen) könnt ihr sehr weit kommen. Und sicherlich auch das eine oder andere Mädel in den Schatten stellen.
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