Anatomie – Der Musculus iliopsoas (Lenden-Darmbeinmuskel) thinkstockphotos.com

Anatomie – Der Musculus iliopsoas (Lenden-Darmbeinmuskel)

Der Musculus iliopsoas bildet die funktionelle Einheit der beiden Muskeln Musculus psoas major und Musculus iliacus und zählt zur Skelettmuskulatur. Bei der Hüftflexion kommt ihm eine zentrale Aufgabe zu.
Rückenschmerzen sind das Volksleiden Nummer eins. Etwa 80 Prozent der Deutschen leiden im Laufe ihres Lebens wenigstens kurzfristig an Rückenschmerzen. Häufig ist eine Immobilität der Hüfte Ursache für Schmerzen im unteren Rücken. Nicht selten spielt der wichtigste Hüftbeuger des Körper dabei eine zentrale Rolle: Der M. iliopsoas. Und das ist seine Anatomie. (Linktipp: Die Hüfte mobilisieren? Diese Übungen helfen)

Bei den kommenden Ausführungen zu Ursprung und Ansatz des M. iliopsoas werden jeweils die beiden Muskeln M. psoas major (großer Lendenmuskel) und M. iliacus (Darmbeinmuskel) separat betrachtet. Funktionell bilden die Muskeln eine Einheit, weshalb bei der Funktion keine Unterscheidung der beiden Muskeln vorgenommen wird.

M. psoas major und M. ilicus sind Muskeln der tiefen Hüftmuskulatur und zählen zur Skelettmuskulatur, also den Muskeln, die am Skelett befestigt sind beziehungsweise für die Bewegung des Körpers sorgen. Es kann sein, dass auch noch der M. psoas minor Teil des M.iliopsoas ist. Allerdings ist dieser inkonstant, sprich nicht bei jedem Menschen vorhanden.

Musculus iliopsoas – Ansatz

Der M. iliacus setzt am Trochanter minor an, einem Knochenvorsprung des Oberschenkelknochens. Auch der M. psoas major setzt hier zum Teil an, sein Ansatz erstreckt sich allerdings noch über den angrenzenden Bereich des Labium mediale der Linea aspera, einer longitudinal („von oben nach unten“) verlaufenden Knochenleiste des Oberschenkelknochens.

Musculus iliopsoas – Ursprung

Der M. iliacus entspringt an der Fossa iliaca, der Darmbeingrube. Die oberflächliche Schicht des M. psoas major hat ihren Ursprung an den Seitenflächen des 12. Brust- bis zum 4. Lendenwirbel und den dazugehörigen Bandscheiben. Die tiefe Schicht entspringt an den Querfortsätzen des 1. bis 4. Lendenwirbels.

Musculus iliopsoas – Funktion

Die Muskeln des M. iliopsoas stellen die wichtigsten bei der Flexion, also der Beugung, des Hüftgelenks dar. Nur sie ermöglichen eine Beugung der Hüfte über 90 Grad. Zudem ist der M. iliopsoas bei der Außenrotation in der Hüfte aus einer Innenrotationsstellung beteiligt („Oberschenkel nach Außen drehen“). Ersteres impliziert eine Beteiligung an der Aufrichtung des Rumpfes in Rückenlage. Außerdem ist er an der Lateralflexion, also der Seitenbeugung, der Lendenwirbelsäule beteiligt.
Konkrete Beispiele aus dem Sport bei denen der kräftigste Hüftbeuger beteiligt ist:
  • Laufen mit ausholenden Schritten
  • Reckaufschwung
  • Schießen beim Fußball

Quellen:
Boyle, Michael, Fortschritte im Functional Training, Riva, 2013.
Schumacher, Udo, Schünke, Michael et al., Lernkarten Anatomie, Thieme, 2014.

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