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Studie

Wie reagieren die Gelenke auf einen Ultramarathon?

Eine Studie, die im Rahmen des Transeuropalaufs durchgeführt wurde, zeigt, inwieweit eine solche Extrembelastung auf Einfluss auf Gelenke und Weichteile nimmt. Vor allem ein Ergebnis überrascht.
Wie schädlich ist ein Ultramarathon für die Gelenke? Forscher der Universität Ulm haben beim Transeuropa-Lauf 2009 44 Athleten mit einem mobilen MRT-Gerät begleitet und regelmäßig untersucht. Zudem nahmen und analysierten sie Urin- und Blutproben. Sie wollten herausfinden, wie sich diese Extrembelastung auf die Gelenke der Extremsportler auswirkt. Ihr Ergebnis ist erstaunlich.

Insgesamt absolvierten die Läufer 4.488 Kilometer von Bari in Süditalien bis zum Nordkap in Norwegen. Pro Tag liefen die Sportler 44 bis 95 Kilometer und waren rund 64 Tage unterwegs.

Ultramarathon – Folgen für den Gelenkknorpel

Bei ihren Untersuchungen stellten Dr. Uwe Schütz und sein Team fest, dass die Gelenke zunächst auf die starke Beanspruchung auch stark reagieren. Auf den ersten 1.500 bis 2.000 Kilometern konnten die Wissenschaftler sowohl in Sprunggelenk, Mittelfußgelenken und Kniegelenk eine deutliche Degeneration von Knorpelsegmenten feststellen. Diese Beobachtung war zu erwarten.

Das Erstaunliche zeigte sich erst im weiteren Verlauf des Rennens. Die Untersuchungen zeigten, dass die Knorpel in Fußgelenken und Sprunggelenk anscheinend die Fähigkeit besitzen, sich trotz anhaltender Belastung zu regenerieren. Je mehr Kilometer die Läufer auf ihrem Weg zum Nordkap absolvierten, desto mehr erholte sich der Knorpel. Die einzige Ausnahme hierbei bildet das Kniegelenk, bei dem diese Entwicklung nicht beobachtet werden konnte. „Der menschliche Fuß ist einfach für das Laufen gemacht“, schließt Schütz nach seinen Erkenntnissen.

Anpassungen hatte es auch bei der Achillessehnen der Läufer gegeben, deren Durchmesser im Laufe des Rennens zugenommen haben. Verletzungen an Knochen oder Weichteilen konnten die Forscher ebenfalls nicht feststellen.

Hirnmasse nimmt ab

Außerdem führten die MRT-Aufnahmen zutage, dass die graue Hirnsubstanz der Läufer im Verlauf des Rennens um durchschnittlich 6,1 Prozent abnahm. Es scheint so, als schalte das Gehirn unter dauerhafter Belastung mit hohem Energieverbrauch nicht benötigte Areale vorübergehend ab. Vermutlich auch, um Energie einzusparen. Acht Monate nach dem Rennen zeigten erneute Untersuchungen, dass die graue Masse wieder das Normvolumen erreicht hatte.

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