Wunderwerk Fuß – Was unsere Füße besonders macht thinkstockphotos.de

Wunderwerk Fuß – Was unsere Füße besonders macht

Unsere Füße tragen uns tagtäglich durchs Leben – Schritt für Schritt. Nicht nur im Alltag, vor allem im Sport ist das hochsensible Organ hohen Belastungen ausgesetzt. Welche Anforderungen muss der Fuß erfüllen, damit wir wortwörtlich mit beiden Beinen im Leben stehen können?

Die Anatomie des Fußes

75.000 Nervenendigungen sorgen dafür, dass der Fuß hochsensibel ist. Er besteht aus Zehen, dem Mittelfuß und einer Fußwurzel. Der Mittelfuß wiederum setzt sich aus Ballen, Sohle, Ferse, Spann und Rist zusammen. Stolze 28 Knochen besitzt der Fuß – beide Füße zusammen stellen knapp ein Viertel der Gesamtanzahl von Knochen des menschlichen Körpers. Grund genug, unseren Füßen mehr Aufmerksamkeit zu schenken – ob im Alltag oder beim Sport.

Funktionsweise der Füße

„Der Fuß muss zwei Anforderungen erfüllen: Er muss zum einen flexibel sein, weil die Kräfte, die auf ihn einwirken, enorm hoch sind – Bodenreaktionskraft, Beschleunigungs- und Bremskräfte. Zum anderen muss der Fuß stabil sein. Unsere Füße müssen wie eine Feder agieren. Sie müssen nachgeben, wenn wir mit dem Fuß landen und sie müssen gewährleisten, dass wir uns vom Boden abdrücken können“, erklärt Physiotherapeut Thomas Rogall von der Fußschule München.

Belastung der Füße im Alltag und beim Sport

Dass unsere Füße entsprechend einer dauernden Belastung ausgesetzt sind, liegt auf der Hand. Dabei unterscheidet sich die Belastung unserer Füße im Alltag von jener beim Sport. Grund hierfür sind unterschiedliche physikalische Kräfte, die auf den Fuß einwirken. Drückt sich der Athlet beispielsweise beim Weitsprung nach einem schnellen Anlauf vor der Absprunglinie ab, wirkt eine höhere Schnellkraft auf die Füße ein als beim Gehen. Alle Schnellkraftsportarten, bei denen die Füße hohen Kräften in kurzer Zeit ausgesetzt sind, stellen ein erhöhtes Verletzungsrisiko dar. Wichtig ist daher beim Sport und im Alltag auf die richtige Fußstellung zu achten. „Der Körper muss sich immer ideal über den Fuß bewegen, sodass die Fußsohle an allen Punkten möglichst gleich belastet ist. Wenn vor allem in der Körpermitte keine gute Körperkoordination vorhanden ist, sind die Fußmuskeln letztendlich nicht dafür ausgelegt, den ganzen Körper halten zu können – dafür sind sie zu klein und zu schwach. Die Ferse ist das Steuerruder für die Belastung, sie muss immer aufgerichtet sein, sodass alle Kräfte gleichmäßig nach vorne, wo der Fuß breiter wird, übertragen werden“, so Rogall.

Probleme, die bei falscher Fußstellung auftreten können

Kippt die Ferse zur Seite, können laut Rogall beispielsweise Reizungen an der Achillessehne entstehen. Des Weiteren seien Ermüdungsfrakturen im Mittelfußbereich (Ermüdungsbruch) eine typische Folge einer falschen Fußstellung. Eine Korrektur der Fehlstellung könnten zunächst Einlegesohlen verschaffen. Ob solche Sohlen Sinn machen, muss aber im Einzelfall entschieden werden. „Es kommt zum Beispiel darauf an, ob ich ein Sprinter oder Marathonläufer bin. Ein 100-Meter-Sprinter möchte eine möglichst gute Kraftübertragung vom Fuß auf den Boden. Alles, was zwischen Fuß und Boden ist, nimmt Energie auf und dämpft den Sprinter. Aus diesem Grund würde ich eine Einlegesohle hier vernachlässigen. Wenn ich aber einen Marathon laufe, kommt es auf die Körperbewegung über dem Fuß und auf die Beinachse an. Wenn beides nicht funktioniert, kann ich mit einer Einlegesohle eine kleine Verbesserung erzielen. In dem Sinne, dass meine Füße über einen längeren Zeitraum nicht schmerzen. Man sollte aber besser am Laufstil beziehungsweise an seiner Technik arbeiten und nicht aus der Einlage alleinige Hilfestellung beziehen.“

Was tun bei Fußschmerzen?

Da wir unsere Füße tagtäglich „benutzen“, bleiben häufig Fußschmerzen nicht aus – gerade beim Sport.  Bei Vorfußschmerzen rät Rogall beispielsweise zum Tapen. Ein Noppenball könne zudem die Entspannung der Füße fördern. Laufen die Füße beispielsweise bei einer Wanderung heiß und schwellen an, kann der nächste kalte Bach für eine Abkühlung sorgen – Fußschmerzen können dadurch gelindert werden. Doch all diese Tipps, sind eher als Akutmaßnahme oder als Hilfsmittel zu sehen. Zentral ist die richtige Körperkoordination, insbesondere der Körpermitte: „Es ist wichtig zu verstehen, dass die Körperkoordination das Entscheidende für den Fuß ist. Im Fuß entsteht sozusagen ein Abdruck meiner kompletten Körperkoordination. An der Koordination zu arbeiten, ist dementsprechend immer ratsam. Entspannung, Dehnung, Lockerung und so weiter. Es ist im Alltag wie beim Sport: Je besser koordiniert du dich bewegst, desto besser wirst du sein.“

Für weitere Informationen geht es hier zur Fußschule München.