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Klettern – Problemzone Füße

  • geschrieben von  Nils Borgstedt
Beim Klettern werden die Füße extrem strapaziert. Die Gründe: Enge Schuhe, Schweiß und starke Belastung – teilweise lastet das gesamte Körpergewicht auf der Fußspitze. Damit es zu keinen Schäden kommt, ist unter anderem die richtige Pflege essentiell.

Es gibt zahlreiche (Fuß-)Probleme, die als Folge des Kletterns auftreten können. Diese können sowohl ästhetischer (z.B. Hornhautbildung), anatomischer (z.B. Hallux Valgus) oder auch infektiöser (z.B. Nagelpilz) Natur sein.

 

Füße beim Klettern – Schwielen und Druckstellen

Viele Kletterer tendieren dazu, ihre Kletterschuhe ein bis drei Nummern kleiner zu tragen, als normale Straßenschuhe. Eine Folge: Druckstellen und Schwielen auf der Zehenoberseite, vor allem der große Zeh ist betroffen. Diese Veränderungen sind in der Regel unproblematisch. Eine zu dicke Hornhautschicht kann allerdings zu Schmerzen führen und es können sich Hühneraugen bilden.

Regelmäßige Fußbäder und das anschließende Abtragen von überschüssiger Hornhaut helfen, die dies zu vermeiden. Beim Abtragen der Hornhaut sollte man aber vorsichtig sein und von einem Hornhauthobel absehen. „Der Laie kann nicht einschätzen, wie weit er gehen kann und schneidet sich dann zu tief ein“, erklärt Isabella Hackert-Urban vom Fuß-Forum in München. „Ein Bimsstein reicht völlig aus.“ Wer eine sehr dicke Hornhaut oder gar schmerzhafte Schrunden an den Füßen hat, sollte sie sich professionell vom medizinischen Fußpfleger entfernen lassen. Eincremen der Füße mit einer Urea-Creme spendet zudem notwendige Feuchtigkeit.

 

 

Füße beim Klettern – Infektionen

Das feucht-warme Klima in Kletterschuhen oder feuchten Socken ist ein idealer Lebensraum für Keime verschiedenster Art. Gerade wenn man seine Zehennägel sehr kurz schneidet, steigt dadurch das Risiko einer Infektion des Nagelbettes. Außerdem kann es zu Fußpilz-Erkrankungen kommen. Um diese zu verhindern, sollte man folgendes beachten:

- Kletterschuhe immer sehr gut auslüften
- Gründliche Fußhygiene
- Nutzen eines zweiten Paars Kletterschuhe (im Idealfall etwas weiterer „Trainingsschuh“, dadurch reduziert sich auch die Gefahr von Druckstellen)
- Zehennägel gerade und nicht zu kurz schneiden. An den Rändern die Nägel nicht abrunden

 

Füße beim Klettern – Anatomische Probleme

Das dritte Problem mit dem Kletterer häufig zu kämpfen haben, sind anatomische Veränderungen wie ein Hallux Valgus, ein Hallux rigidus oder Hammerzehen. Bei einem Hallux Valgus knickt der große Zeh im Zehengrundgelenk in Richtung der kleinen Zehen ab. Ein Hallux rigidus liegt dann vor, wenn es aufgrund einer Arthrose zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen im Zehengrundgelenk kommt. Hammerzehen entstehen als Folge sich verkürzender Strecksehen in den Zehen. Alle drei Fehlstellungen können das Resultat sein, wenn man jahrelang zu enge (Kletter-) Schuhe trägt. Bei Hallux Valgus und Hammerzehen verstärkt sich zudem das Risiko für Hornhautschwielen und Hühneraugen.

Um den beschriebenen Problemen vorzubeugen, hilft es, die Kletterschuhe in einer passenden Größe zu kaufen und so wenig wie möglich zu tragen. Dass Kletterschuhe wehtun müssen, ist eine weit verbreitete, aber falsche, Vorstellung. (Kletterschuhkauf – darauf muss man achten)

Außerdem helfen regelmäßiges Training und Dehnen der Fußmuskulatur, Gelenke und Sehnen. Ein Übungsbeispiel ist etwa das Aufheben von Gegenständen wie Socken oder Bleistift mit den Zehen.

 

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