"Alles begann mit einer Vision" - Gastbeitrag von Ultraläufer Adam Zahoran privat

"Alles begann mit einer Vision" - Gastbeitrag von Ultraläufer Adam Zahoran

  • geschrieben von  Adam Zahoran
Ultraläufer Adam Zahoran bereitet sich auf 153 Kilometer mit 4500 Höhenmetern vor. Hier berichtet er über seine kommenden Ziele und was ein Ultramarathon für ihn bedeutet.
Dies ist der Kernsatz des Unternehmens Floth Projektentwicklung aus Bamberg, das mich beim Erreichen meiner Hauptziele unterstützen wird. Ich möchte bei den deutschen Meisterschaften im Sechs-Stunden-Lauf in Nürnberg am 2. April 2016 als Teilziel meine Titel verteidigen und weiterführend als Hauptziel des Jahres das West Highland Way Race am 18.Juni 2016 absolvieren.

Der Sechs-Stunden-Lauf ist ein Wettkampf, bei dem die Läufer innerhalb von sechs Stunden eine möglichst lange Strecke zurücklegen müssen. Der Sieger ist derjenige, der innerhalb dieses Zeitraums die meisten Kilometer schafft. Letztes Jahr bin ich im Rahmen der Deutschen Meisterschaft in Otterndorf 85,606 Kilometer gelaufen und somit Deutscher Meister und Weltjahresbester geworden. Dieses Jahr will ich versuchen 87 Kilometer zu laufen und dadurch eine neue persönliche Bestleistung zu erreichen.

Das West Highland Way Race ist ein 153km-Rennen im schottischen Hochland zwischen Glasgow und Fort William. 4500 Höhenmeter inklusive. Für mich persönlich ist es ein besonderes Rennen, weil ich diesen Lauf schon einmal geplant hatte und aufgrund von Verletzungen leider nicht starten konnte. Dieses Jahr werde ich mich viel besser wappnen für die gestellten Anforderungen, die Vorbereitung entsprechend angehen. Dabei habe ich große Hilfe von Julia Derbfuß erhalten, die seit Jahren Athleten als Trainerin und Sporttherapeutin berät.


Mehr zum Thema:
Laufen mit Julia Derbfuß - Teil 1: Verschiedene Laufstile
Laufen mit Julia Derbfuß - Teil 2: Laufstilanalyse



„Logic will take you from A to B. Imagination will take you just about everywhere.” Albert Einstein

Auch dieses Zitat widerspiegelt hervorragend die Brücke zwischen dem großen Sport und großen Visionen, die man mit Freude, aber auch mit Mühen, gezielter und vernünftiger Vorbereitung, Erfahrung und unbeirrter Vorstellungskraft absolviert.
„Wenn du laufen willst, dann laufe eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann laufe Marathon.“ Das hat der berühmte tschechische Langstreckenläufer und Olympiasieger Emil Zatopek gesagt. Und das gilt noch mehr für Ultramarathons.

Ultramarathon ist viel mehr als nur eine Sportart: Es ist ein Lebensstil, eine komplexe Angelegenheit, wo man verschiedene Probleme und Herausforderungen bewältigen und lösen muss. Es gibt nie zwei identische Rennen. Ultramarathons sind immer anders. Grundsätzlich ist es aber so: je länger die Strecke ist, desto wichtiger sind die mentalen Faktoren. Die eigene mentale Stärke aufzudecken, trotz auftretender Widrigkeiten zu erfahren und zu erweitern ist für mich eine lohnende Anstrengung.

Außerdem philosophiere ich mit meiner bisweilen sentimentalen Art und Weise immer gerne. Und durch Ultramarathons finde ich die Balance zwischen meinem Körper und meiner Seele sowie häufig die Antworten auf verschiedene philosophische Fragestellungen.

Über die Vorbereitungszeit werde ich regelmäßig berichten, mit besonderem Hinblick auf die wichtigsten Ereignisse meines Trainingsvorgangs. Hier möchte ich keineswegs nur punktuell Trainingsmethodische Abläufe erzählen, sondern auch etwas über die Faszination, die diese Sportart auszuüben in der Lage ist. Auch die Bedeutung und mentaler Faktoren und Geschehnisse werden ihren Platz erhalten, denn im Ultramarathon ist diese Ebene der Physis absolut gleichwertig.

Ich freue mich über jeden Interessierten der meinen Weg mitverfolgen möchte und mich somit ebenfalls ein Stück begleiten wird.

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