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Progressive Muskelentspannung – was ist das?

Was steckt hinter Progressiver Muskelentspannung? Wir stellen diese Entspannungstechnik vor.
Die Überlegung, die hinter Progressiver Muskelentspannung steht, ist die einer optimalen Körperwahrnehmung. Mithilfe von gezielter An- und Entspannung bestimmter Muskeln und Muskelgruppen soll die Wahrnehmung für den eigenen Körper geschult werden. Man soll (wieder) lernen, die Muskulatur aktiv zu entspannen und so auch psychisch entspannen.

Hoher Muskeltonus als Stressreaktion

Auf Stress jeglicher Art reagiert der Körper in der Regel mit einem erhöhten Muskeltonus, also einer Muskelspannung. Diese versetzt uns in Alarmbereitschaft. Früher war dieses Muster überlebenswichtig, inzwischen ist es das nur noch in seltenen Fällen, da sich unsere Stressfaktoren verändert haben. Es sind weniger wilde Tiere als vielmehr wilde Deadlines, die Stress hervorrufen. Die Reaktion des Körpers ist aber immer noch aktiv. Die Folge: Wer dauerhaft unter Stress leidet, hat einen dauerhaft erhöhten Muskeltonus. Dieser kann chronisch werden und mit der Zeit „verlernt“ der Betroffene, seine Muskeln zu entspannen.

Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen

Die Progressive Muskelentspannung, die der US-Mediziner Edmund Jacobsen entwickelt hat, setzt genau hier an. Von Kopf bis Fuß werden alle Muskeln des Körpers für etwa fünf bis zehn Sekunden aktiv leicht angespannt und anschließend locker gelassen. Dabei konzentriert man sich darauf, wie sich die Spannung löst. Die Entspannungsphase nimmt etwa 30 bis 40 Sekunden in Anspruch. So entwickelt man wieder ein Gespür für den Spannungszustand der Muskulatur. Durch die Übungen erreicht man einen Entspannungszustand, der sich auf den gesamten Körper und die Psyche auswirken kann. Die Art der Übungen und ihre Ausführung ist relativ einfach: Augen zusammenkneifen, Faust machen, Schultern zu den Ohren ziehen. Das führt dazu, dass die Progressive Muskelentspannung relativ leicht zu erlernen ist.

Progressive Muskelentspannung – hier wird sie eingesetzt

Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen wird aber nicht nur bei Stress angewendet. Wie die Deutsche Hochdruckliga im Magazin Druckpunkt erläutert, kann sie auch bei Bluthochdruck, Angststörungen und Asthma als begleitende Therapie eingesetzt werden. Auch Rückenschmerzen, Migräne und Schlafstörungen lassen sich mit ihr behandeln.

Vorsicht oder zumindest Rücksprache mit einem Arzt ist aber geboten, wenn psychische Vorerkrankungen wie Depression oder Panikattacken vorhanden sind, da hier Wechselwirkungen auftreten können.

Hier haben wir 17 Übungen zur Progressiven Muskelentspannung zusammengetragen

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