Wie schneidet man sich einen Kevin-Kuranyi-Bart? Christian Riedel

Wie schneidet man sich einen Kevin-Kuranyi-Bart?

  • geschrieben von  Marco Heibel
In den deutschen WM-Kader hat es Stürmer Kevin Kuranyi nicht geschafft. Doch zumindest was seinen Bart angeht, reicht ihm aus dem Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw niemand das Wasser. Deswegen zeigen wir Euch mit Hilfe des Teams von Cutmaster/Men‘s World in Köln, wie man so ein Kunstwerk hinbekommt.

Seit 2003 verleiht der „Bart & Kultur Club Belle Moustache“ aus Leinfelden-Echterdingen (Baden-Württemberg) nun schon den Titel „Bartträger des Jahres“ an – wie es auf der Homepage heißt – „bärtige Persönlichkeiten mit Vorbildcharakter“. Im Jahr 2006 ging diese Auszeichnung an den Schalker Stürmer Kevin Kuranyi – zu Recht, wie die netzathleten-Redaktion findet.



Aus diesem Grund hat sich Redakteur Marco Heibel als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt, sich eine Woche nicht rasiert und sich dann in die professionellen Hände vom Cutmaster-Team in Köln begeben, das u.a. schon Comedian Oliver Pocher, Moderatorin Gülcan Kamps und Sänger Menowin Fröhlich gestylt hat.

Und so geht er nun, der Kevin-Kuranyi-Bart:

 

Rasiermesser besser als Nassrasierer aus dem Handel


Zunächst einmal geht das Gerücht um, dass Kevin Kuranyi keineswegs jeden Tag zum Friseur rennt, um sich seinen Bart trimmen zu lassen; er soll das angeblich selber hinbekommen. Doch das funktioniert nicht mit einem Elektrorasierer, wie Friseurmeister Adnan Okutan bestätigt: „So einen Bart kann man sich nur mit einer Nassrasur stylen. Am besten geht das mit einem Rasiermesser, ein herkömmlicher Nassrasierer aus dem Handel ist nicht so präzise. Allerdings ist es am Anfang nicht ganz leicht, mit einen Rasiermesser umzugehen.“

Schritt 1: Richtiges Einschäumen ist alles


Fast noch wichtiger als die Wahl des Messers ist jedoch die richtige Vorbereitung. Ein intensives Einweichen der Barthaare ist immer wichtig, doch wenn die Barthaare schon relativ lang sind, ist es ein absolutes Muss. Das Cutmaster-Team verwendet zur Vorbereitung der Rasur eine Rasiercreme, die von der Konsistenz her wesentlich sahniger ist als Rasierschaum oder -gel. „Außerdem sollte man sich Zeit lassen, damit die Creme auch richtig einwirken kann“, sagt Adnans Bruder Aydo Okutan.

Schritt 2: Grobe Vorarbeit


Der Anfang ist noch verhältnismäßig leicht, in grober Vorarbeit werden erst einmal die Wangen und der Hals rasiert. Ausgespart werden nur die Oberlippe, ein Streifen von etwa einem Zentimeter neben dem Mund und der Bereich unter der Unterlippe bis zum Kinn. Wichtig bei der Rasur mit einem Rasiermesser: „Bei einem Nassrasierer kann man auch problemlos gegen die Wuchsrichtung rasieren. Das sollte man mit einem Rasiermesser nicht machen. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass man sich ein paarmal schneidet“, sagt Adnan Okutan.



Bei der Frage, ob ich auch die Koteletten à la Kuranyi haben möchte – er trägt sie in einem etwa einen halben Zentimeter dicken und etwa zehn Zentimeter langen Streifen – lehne ich dankend ab. Es war ja nur vom Bart die Rede…

Schritt 3: Feinarbeit mit dem Rasiermesser


Ist die Vorarbeit einmal geleistet, geht es mit dem Rasiermesser an die Feinarbeit. Hier sind vor allem Geduld und ein ruhiges Händchen gefragt. Eine Schablone ist bei einer Rasur à la Kuranyi im Übrigen nicht nötig. Aydo Okutan: „Wenn man sich an ein Foto oder eine andere Vorlage hält, kann das jeder zu Hause hinbekommen.“

Nach einigen Minuten ist er fertig, der Kuranyi-Bart. Ein Problem gibt es allerdings: Da meine „Bartdecke“ nicht ganz geschlossen ist – ich habe eine unbewachsene Stelle zwischen Kinn und Mund – lässt sich der charakteristische „Mittelstreifen“ des Kuranyi-Bartes bei mir nicht vollständig herstellen. Zur Problemlösung später mehr.

Schritt 4: Haut beruhigen


Ist das Styling abgeschlossen, heißt es: Haut beruhigen. Das Team von Cutmaster/Men‘s World macht das zunächst mit einem feucht-warmen Handtuch. Anschließend wird die Haut noch eingecremt. Das ist auch bitter nötig, denn nach mehr als einer Woche ohne Rasur ist die Spannung auf meiner Gesichtshaut nun doch ganz schön groß.

Schritt 5: Akzentuieren


Wäre also nur noch das Problem mit dem Mittelstreifen zu lösen, welcher dem Kuranyi-Bart in Fachkreisen den Spitznamen „Adidas-Bart“ eingebracht hat (wegen der drei Streifen). Friseurmeister Aydo Okutan weiß Rat: „Einfach mit einem schwarzen Kajalstift die Konturen des Bartes nachzeichnen. Das Ganze lässt sich bei der nächsten Gesichtswäsche leicht wieder auswaschen.“ Und so komme ich dann doch noch zu einem annähernd perfekten Kuranyi-Bart.

Schritt 6: Bartpflege


Will man den Bart in Form halten, hat man die Wahl: entweder alle paar Tage zum Friseur seines Vertrauens gehen oder selbst Hand anlegen. Wangen und Hals kann man selber bequem mit dem Nassrasierer bearbeiten. Für den Bart selber verwendet man aber am besten einen Bartschneider, um eine einheitliche Länge zu bekommen. Bliebe nur noch der „Innenraum“. Hier bietet sich in der Tat ein Rasiermesser an. Als amateurfreundliche Alternative kann man aber auch einen Nasenhaartrimmer zweckentfremden.

Positives Fazit: Der Kuranyi-Bart scheint auch für Nicht-Friseure machbar zu sein. Ansonsten kann man sich immer noch an den Profi wenden. Abgesehen davon, hat sich nach der Fertigstellung bei mir kein Heißhunger auf einen nussartigen Brotaufstrich eingestellt.

Weitere Informationen und Eindrücke über Cutmaster/Friseur Mens World Köln bekommt Ihr hier

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