Zu wenig Winter? - Das Mountainboard sorgt für Abhilfe picture-alliance

Zu wenig Winter? - Das Mountainboard sorgt für Abhilfe

  • geschrieben von  Derk Hoberg
Was macht man als Snowboarder im Sommer? Diese Frage stellte man sich in den USA Anfang der 90er Jahre – und fand darauf auch eine Antwort: das Mountainboard. Optisch ähnelt es einem Skateboard mit viel zu großen Reifen. Die sind auch nötig, denn temporeich und mit vielen Sprüngen geht es den Hang hinab.

Weil der Winter für Snowboarder in der Regel immer zu kurz ist, stellt das Mountainboard eine gute Alternative für den Sommer da. Das Funsportgerät, auch Allterrainboard genannt, entstand als Mischung zwischen Snow- und Skateboard. Der Name verdeutlicht schon, dass es mit dem Board möglich ist, auf fast allen Untergründen zu fahren.

Die Bestandteile des Mountainboards

Im Wesentlichen besteht ein Board aus Deck, Achsen, Rädern und Bindung. Das Deck ist die Basis des Boards, auf ihm steht der Fahrer. Von der Größe her liegt es zwischen dem Snow- und dem Skateboard, allerdings ist es erheblich stabiler als das Deck eines Skateboards, da Holz, Glasfaser und andere Kunststoffe verarbeitet sind.


Auf dem Deck sind auch die Bindungen montiert. Sie geben dem Fahrer Halt auf dem Board. Zwei Arten von Bindungen gibt es. Einerseits solche, mit denen man fest mit dem Board verbunden ist, andererseits solche, die aus steifen Schlaufen bestehen, in die die Füße nur hinein geschoben werden. Somit ist der Fuß nach oben fixiert, der Fahrer kann aber trotzdem seitlich abspringen.

Die Achsen und Reifen stellen eine weitere Besonderheit zum herkömmlichen Skateboard dar. Die Achsen sind verlängert, so dass die Reifen neben dem Mountainboard angebracht sind. Dadurch liegt der Schwerpunkt sehr niedrig und das Board wird, von den Fahreigenschaften her, wesentlich stabiler. Die luftbereiften Räder gibt es mit verschiedenen Profilen, je nach Untergrund werden sie mit bis zu 2,5 Bar aufgepumpt.

 


Die vier Disziplinen
Hauptsächlich über das Internet breitete sich der Sport bis nach Europa aus und wird mittlerweile auch wettkampfmäßig betrieben. Dabei unterscheidet man vier verschiedene Disziplinen. Ähnlich wie beim Snowboarden wird „Downhill“, „Boarder-X“ und „Freestyle“ gefahren. Zusätzlich betreibt ein Großteil der Mountainboarder auch Kiteboarding.

Downhill ist die ursprünglichste Art des Mountainboardings. Es ist dem alpinen Snowboarden sehr ähnlich, da man den Hang hinab fährt und diverse Sprünge über Schanzen (Kicker) und sonstige Hindernisse zu meistern hat.

Beim Boarder-X stehen sich mindestens zwei Fahrer auf einem Kurs gegenüber. Sie treten im K.O.-System gegeneinander an, wodurch Spannung bis zum letzten Meter garantiert ist. Hier kommt es häufiger zu Körperkontakt und Stürzen – an engen Stellen eines Parcours geht es schon mal härter zwischen den Fahrern zu.

Der Freestyle kommt aus dem Skateboard-Bereich. Halfpipes, Rampen und andere Hindernisse werden in einen Lauf, in dem der Fahrer verschiedene Tricks und Sprünge macht, mit einbezogen.

Das Kiteboarding wird ebenfalls mit dem Mountainboard betrieben. Man wird von Lenkmatten (Drachen) gezogen und kann bei ausreichendem Wind meterhohe und -weite Sprünge machen. Es ist die Landvariante des bekannten Kitesurfens.

In Deutschland gibt es einen der besten Mountainboard-Parks

Auch in Deutschland gibt es einen Park, in dem man verschiedene Mountainboard-Strecken vorfindet. Er liegt in Winterberg, ist über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und bei den Cracks der Szene überaus beliebt. Er gilt als einer der besten Kurse weltweit. Hier kann man mit dem geländetauglichen Skateboard auf insgesamt fünf Strecken den Berg herunter rasen, sich in die Kurven legen und viele Airs wagen. Mit dem Skilift geht es anschließend wieder bequem zum Startpunkt hinauf.

Doch auch Anfänger finden hier genügend Platz zum Üben. Und für Anfänger hat das Mountainboard übrigens noch eine Besonderheit zu bieten: Man kann eine Bremse am Board montieren, um die Geschwindigkeit anfangs zu regulieren. Nach genügend Stunden auf dem Funsportgerät baut man diese aber garantiert ab.
Derk Hoberg


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