Fitnesstrend Functional Training Marco Heibel

Fitnesstrend Functional Training

  • geschrieben von  Marco Heibel
Erkundigt man sich derzeit nach den neuesten Fitnesstrends, stolpert man zwangsläufig über den Begriff „Functional Training“. Wir haben beim Personal Coach und Functional Trainings-Ausbilder Justus Schneider nachgefragt, was sich dahinter verbirgt.

Functional Training hebt Krafttraining auf eine neue Ebene. Fast jeder Fitness Trainer, der etwas auf sich hält, beschäftigt sich derzeit mit dieser Trainingsmethode. Zugegeben, bei einigen wirkt es eher so, als ob sie die Übungen nur mit ihren Kunden machen, weil das gut aussieht und trendy ist.

Bewegungen trainieren


Andere wissen den Mehrwert von Functional Training aber durchaus zu schätzen. Vor allem, wenn man mit Athleten trainiert, zeigen sich schnell die Vorteile: „Beim Functional Training trainieren wir Bewegungen und nicht einzelne Muskeln. Das ist der wesentliche Unterschied zum Krafttraining“, sagt Justus Schneider von Nao PT in Köln.



„Das können genauso Alltagsbewegungen wie sportartspezifische Bewegungen sein“, erklärt Justus Schneider. Statt isoliert einen einzelnen Muskel aufzupumpen, werden beim Functional Training Muskelschlingen in verschiedenen Dimensionen und Ebenen trainiert.

Functional Training kommt ohne schwere Gewichte aus


Bevor es losgeht, steht erstmal ein so genanntes Assessment an. Dabei handelt es sich um eine Art Bestandsaufnahme: Der Trainer testet Beweglichkeit, Kraft und Koordinationsvermögen als Basis für die weitere Trainingsplanung. Grundlage sind simpel aussehende Übungen, wie z.B. eine Kniebeuge. Und siehe da: Mit der korrekten Ausführung wird eine gehaltene Kniebeuge ohne Zusatzgewicht plötzlich zu einer anspruchsvollen Übung.



„Das ist der große Vorteil des Functional Training“, sagt Justus Schneider, „man trainiert Alltagsbewegungen und kommt dabei ohne große Gewichte aus.“ Und bereits kleine Änderungen reichen, um den Athleten in eine neue Dimension zu bringen.

Kleine Änderungen steigern den Schwierigkeitsgrad


Am Beispiel Kniebeuge sieht das dann so aus: In der ersten Stufe macht man eine gehaltene Kniebeuge an der Wand. Eine Steigerung davon sind der Ausfallschritt oder sogar einbeinige Kniebeugen im Raum. Noch anspruchsvoller wird es, wenn man dabei auf einem instabilen Untergrund steht.

Durch Training auf wackeligem Untergrund kommt es zu neuromuskulären Anpassungen und zu einer deutlichen Leistungssteigerung: Mehr Koordination, eine höhere Beweglichkeit, kürzere Bodenkontaktzeiten beim Sprint oder weniger Rückenbeschwerden. Damit unterscheidet sich diese Methode deutlich vom klassischen Bodybuilding.

Core Training pur


Es geht beim Functional Training nämlich nicht um Ästhetik und Muskelwachstum, sondern um das Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen, mit dem Ziel, Bewegungen ökonomischer zu machen oder mehr Kraft zu entwickeln.



Ein wesentlicher Bestandteil des Functional Training ist auch die Kräftigung der so genannten Core Muskulatur. Unter Core versteht man die stabilisierenden Rumpfmuskeln, bestehend aus der geraden und seitlichen Bauchmuskulatur sowie Zwerchfell, Beckenboden-, und tiefer Rückenmuskulatur.

Fazit: Functional Training ist eine anspruchsvolle Trainingsform für jeden, der mehr aus seinem Training machen will.