„Dann fühl’ ich mich wie der King“ Privat - Antonia Ende auf dem Platz
Tennis-Talent Antonia im Interview

„Dann fühl’ ich mich wie der King“

  • geschrieben von  Frank Schneller
Antonia Ende aus Lauf bei Nürnberg ist unbestritten eines der größten Tennis-Talente Bayerns (siehe auch Artikel „Mit einem Lachen in den Tenniszirkus“). Ihre Eltern verbringen deshalb viel Zeit im Auto und am Rande des Tennisplatzes, um sie zu unterstützen. Sie tun es gerne. Denn: Die Zehnjährige, die für den TV 1860 Fürth spielt und im Talentpool des Bayerischen Tennis-Verbandes gefördert wird, fällt – im Tenniszirkus nicht immer ganz selbstverständlich – vor allem durch ihre Lockerheit und Unbekümmertheit auf. Falscher Ehrgeiz – das ist nicht ihr Ding. Das lässt sich auch im Interview Frank Schnellers mit der zweifachen Bayerischen U11-Meisterin (Halle und Freiluft) erkennen...
Antonia, gerade bist Du erneut Bayrische Meisterin geworden und hast nach einem schwierigen Auftaktmatch bis ins Finale hinein und selbst dort kaum noch ein Spiel abgegeben. Geschweige denn einen Satz. In der Hallensaison aber war es im Endspiel knapper. Da gab es einen Schlüsselmoment. Was hast Du Dir damals nach 6:3, 3:2-Führung und dem anschließenden Zwischenstand von 6:3, 3:6, 0:3 gedacht (Anm. d. Red.: Sie drehte das Match erneut und gewann den Titel)?

Antonia: Ganz einfach: Okay, jetzt fange ich das Spiel nochmal von vorne an.

Du spielst erst seit vier Jahren Tennis, bist aber in der Kürze der Zeit schon sehr, sehr gut geworden. Deine Eltern sagen, Deine Begeisterung macht viel aus. Was gefällt Dir am Tennis so besonders gut?

Antonia: Es gibt kein Unentschieden. Man kämpft ganz alleine.

Wie bist Du denn eigentlich darauf gekommen, Tennis zu spielen? Dein Papa war ja mal ein richtig guter und bekannter Handballtorwart und Deine Schwester spielt mittlerweile auch gut Handball...

Antonia: Ja, aber meine Mama spielt Tennis und meine große Schwester Amelie neben dem Handball auch.

Willst Du mal eine berühmte Tennis-Spielerin werden oder ist es auch okay, wenn Du einfach nur Spaß hast und später vielleicht mal nicht in Wimbledon oder bei einem anderen ganz großen Turnier spielst?

Antonia: Am liebsten würde ich natürlich nach Wimbledon kommen – allerdings möchte ich auch immer Spaß haben beim Spielen.

Hast Du ein Vorbild?

Antonia: Angelique Kerber und Roger Federer.

Schaust Du denn auch viel Tennis im Fernsehen, oder hast Du dafür gar keine Zeit?

Antonia: Bei den Grand Slams schaue ich schon sehr viel.

Trainierst oder spielst Du lieber Matches?

Antonia: Das kann man nicht vergleichen, es macht beides Spaß.

Strengt Dich das Training sehr an? Oder empfindest Du das als locker?

Antonia: Nein, das ist so mittendrin.

Mittendrin? Also dein Konditionstrainer hat zu Deinen Eltern gesagt: „Antonia ist eine Maschine."

Antonia grinst.

Müdigkeit – kennst Du das Gefühl überhaupt, wenn Du den Schläger in die Hand nimmst?

Antonia: Nein.

Strengen Dich die vielen Termine neben der Schule, Hausaufgaben usw. sehr an?

Antonia: Nein, überhaupt nicht.

Musstest Du schon mal ein Training absagen, weil Du für die Schule lernen oder Hausaufgaben machen musstest?

Antonia: Nein. Ich schaff das schon um das Training herum mit der Schule.

Fragen Dich Deine Mitschülerinnen und -Schüler am Montag, wie Deine Tennis-Matches am Wochenende waren?

Antonia: Nur meine besten Freunde fragen mich.

Sind die stolz auf Dich?

Antonia: Ja, ganz besonders meine Freundin Annika, die in Karate an den Olympischen Spielen teilnehmen wird, wenn ich dort Tennis spielen werde.

antonia Ende

Bist Du sehr aufgeregt vor Matches?

Nein. Meine Mutter ist aufgeregter.

Wie lange ärgerst Du Dich denn, wenn Du mal ein Match verloren hast?

Antonia: Maximal noch an dem Tag.

Bist Du stolz, wenn Du ein Spiel oder sogar ein Turnier gewinnst?

Antonia: Aber klar doch.

Wie fühlt sich das an?
 
Antonia: Ich fühl mich wie der King.

Hast Du Freundschaften beim Tennis geschlossen?

Antonia: Ja, mit meinen drei Mitspielerinnen aus der Nordbayern-Auswahl im Speziellen.

Machst Du auch gerne andere Sportarten? Handball, wie Deine große Schwester zum Beispiel?

Antonia: Ja, Handball spiele ich in der D-Jugend. Ich mag alle Sportarten, bei denen man sich bewegt.

Okay, Antonia. Dann danke ich Dir fürs Interview. Du musst ja jetzt zum Training – und ich habe erst einmal keine Fragen mehr.

Antonia: Gern geschehen. Schade eigentlich, keine Fragen mehr...

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