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Übergewicht trotz Sport & Diät – Der Lebenswandel

  • Christian Riedel
Zu wenig Bewegung und die falsche Ernährung sind die Hauptgründe, warum viele Menschen übergewichtig sind. Doch einige können noch so viel Sport treiben und Diät halten und nehmen trotzdem zu. In vier Folgen gibt netzathleten.de Hinweise, woran das liegen könnte. Möglicherweise ist der Lebenswandel schuld.

Vereinfacht kann man sagen, dass die Energiebilanz der entscheidende Faktor ist, wenn man zu- oder abnimmt. Nimmt man mehr Kalorien zu sich als man verbraucht, nimmt man zu. Verbraucht man mehr Kalorien als man zu sich nimmt, nimmt man ab. Doch ganz so einfach ist das nicht. Denn es gibt noch weitere Faktoren, die das Gewicht beeinflussen können.

Dickmacher: Stress


Einer dieser Faktoren ist Stress. Stress und die Hormone, die durch Stress freigesetzt werden, sind nicht nur für die Psyche schädlich, sondern können auch das Gewicht beeinflussen. Hier muss man allerdings zwischen positivem und negativem Stress unterscheiden.

Zu positivem Stress zählen beispielsweise Herausforderungen, die uns geistig und körperlich fordern. Hier produziert der Organismus vor allem Adrenalin und Noradrenalin. Mit diesen Hormonen ist der Körper in der Lage, in kurzer Zeit viel Energie zur Verfügung zu stellen. Davon profitiert man nicht nur beim Sport, sondern kann auch mehr Gewicht abbauen, da sich der Gesamtumsatz verbessert.

Negativer Stress


Anders ist es bei negativem Stress. Negativer Stress ist eine Reaktion des Körpers, wenn er sich bedroht fühlt. Dabei produziert der Organismus unter anderem große Mengen des Stresshormons Cortisol. Viele Menschen sind im Job permanentem Stress ausgesetzt. Dadurch bleibt auch der Cortisolspiegel dauerhaft auf hohem Niveau.

Viel Cortisol hat auf den Organismus gravierende Auswirkungen. Zum einen braucht der Körper in Gefahrensituationen viel Energie, die er evolutionstechnisch gesehen für Kampf oder Flucht benötigt. Die Energie zieht er aus schnell verfügbaren Kohlenhydraten. Daher neigen gestresste Menschen eher zu Hungerattacken auf Süßes, die durch eine hohe Cortisolkonzentration im Blut ausgelöst werden können. Zum zweiten möchte der Körper mehr Energie speichern, wenn er permanent Gefahrensituationen ausgesetzt ist, um genug Energie für Kampf oder Flucht zu haben. Dadurch neigt der Körper dazu, Bauchfett zu bilden, um dort die Energie zu speichern. Um abnehmen zu können, müssen gestresste Menschen zunächst den Stress eliminieren, bevor sie nachhaltig abnehmen können.

Schlafmangel fördert Übergewicht


Neben Stress kann auch das Schlafverhalten das Gewicht unabhängig von Sport oder Diät beeinflussen. Während Menschen, die genug schlafen, eher Normalgewichtig sind, kann Schlafmangel Übergewicht verursachen. Es ist zwar noch nicht klar, warum der Schlaf das Gewicht beeinflussen kann, dass das so ist, haben verschiedene Studien schon nachweisen können. So haben Forscher der Columbia University beobachtet, dass Menschen die vier Stunden und weniger pro Nacht schliefen, ein rund 70 Prozent höheres Risiko für Übergewicht haben. Bei sechs Stunden war das Risiko im Vergleich zu den Menschen mit sieben bis neun Stunden Schlaf immer noch um 23 Prozent erhöht.

Laut Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung könnten bestimmte Neurotransmitter (Orexin) dafür verantwortlich sein. Im Tierversuch konnte bereits nachgewiesen werden, dass Orexin wach und hungrig macht. Hier gerät man schnell in einen Teufelskreis. Denn bei Schlafmangel beginnt der Körper, mehr Orexin zu produzieren, was wiederum wach macht. Vielleicht ist die Erklärung auch einfacher. Denn je länger man wach ist, desto mehr Zeit zum Essen hat man.

Es bleibt die Tatsache, dass Stress und Schlaf unser Gewicht beeinflusst und so dafür verantwortlich sein könnten, wenn wir trotz Sport und Diät nicht abnehmen können.

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