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Wie gesund ist Ingwer?

  • geschrieben von  Derk Hoberg
Starkoch Alfons Schuhbeck redet sich beinahe in Rage, wenn er über Ingwer spricht. Immer wieder preist er in wahren Lobeshymnen die gesundheitlichen Vorteile dieser Pflanze an. Doch was steckt wirklich im Ingwer und wie gesund ist er?

Wo kommt Ingwer her?

Obwohl man häufig von der Ingwerwurzel spricht, handelt es sich beim Ingwer, um ein Rhizom, also ein unterirdisch oder dicht über dem Boden wachsendes Sprossachsensystem. 50 Prozent der Welternte kommt heutzutage aus Indien, ursprünglich stammt die Pflanze aber wohl aus dem südostasiatischen Raum.

Medizinische Wirkung des Ingwers

Der medizinisch wirksame Bestandteil des Ingwers ist das so genannte Oleoresin, ein zähflüssiger Balsam, der aus ätherischen Ölen und Scharfstoffen besteht, den Gingerolen und Shoagolen. Diesen werden medizinisch folgende Wirkungen zugesprochen: Sie wirken Brechreiz und Übelkeit entgegen, sie verringern das Risiko von Blutgefäßverschlüssen und Arteriosklerose und fördern Stoffwechsel und Durchblutung

Ingwer – Aspirin der Natur

Prinzipiell ähneln die Gingerole in ihrer chemischen Struktur und der Wirksamkeit dem Aspirin. Das heißt, sie unterdrücken die Aggregation von Thrombozyten und senken so die Gefahr von Blutgefäßverschlüssen. Das Blut bleibt folglich dünnflüssiger.

Die positive Wirkung von Ingwer auf den Verdauungstrakt hängt hingegen mit seiner appetitanregenden Wirkung zusammen. Es werden mehr Verdauungssäfte gebildet, die den Verdauungsprozess insgesamt beschleunigen und dem Magen- und Darmtrakt die Arbeit erleichtern. Außerdem bildet der Körper mehr Gallensaft, was speziell die Fettverdauung erleichtert.

Ingwer wirkt aber auch antimikrobiell gegen Bakterien, Pilze und Parasiten. Die Inhaltsstoffe des Ingwers sind zudem immunstimulierend und schleimlösend, entzündungshemmend und können wegen ihrer antioxidativen Wirkungen auch tumorvorbeugend sein.

Freie Radikale und Antioxidanten

Neben Knoblauch, Kohl, Brokkoli, Grüner Tee, Kaffee, Petersilie, Zwiebel, Zitrusfrüchten, Leinsamen und Kakao, gilt Ingwer als besonders reich an Antioxidantien.

Antioxidantien stellen eine natürliche Verteidigung des Körpers gegen freie Radikale dar. Diese Radikale benötigt der Körper zwar, jedoch nur in einem sehr geringen Maße. Werden zu viele davon gebildet, überwiegt ihre schädliche Wirkung. Dazu gehört z.B. die Förderung von verfrühten Alterungs- oder Veränderungprozessen der Körperzellen. Viele Antioxidantien können diese Prozesse verhindern und so auch Krebserkrankungen vorbeugen

Auch im Sport ist Ingwer hilfreich - Gegen Muskelkater

Die tägliche Einnahme von Ingwer reduziert Muskelschmerzen. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Studie der Universität von Georgia (USA). Dabei nahmen Probanden 11 Tage lang täglich 2 Gramm Ingwer und weitere Testpersonen ein Placebo zu sich. Nach den 11 Tagen absolvierten alle ein hartes Armtraining, das Muskelkater erzeugen sollte. Das Ergebnis der Studie: Die Einnahme von Ingwer reduzierte die Schmerzen nicht nur subjektiv. Auch die Entzündungswerte im Blutbild waren um 25 Prozent besser, als bei den Testpersonen, die nur ein Placebo eingenommen hatten.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Ernährungsexpertin Nina Schaller.

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