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Raus aus dem Teufelskreis: Frontrunner-Porträt Carsten Stegner ASICS

Raus aus dem Teufelskreis: Frontrunner-Porträt Carsten Stegner

  • Redaktion
Der Gedanke saß wie ein kleiner Dämon in Carsten Stegners Kopf. Und wie es so ist, mit den Dämonen, man bekommt sie gar nicht so einfach los. 15 Jahre lauerte er ihm auf. Und es war immer der gleiche Satz den das kleine Miststück von sich gab, nämlich: „Lass es, Du wirst niemals wieder so gut sein wie damals.“

Der Gedanke saß wie ein kleiner Dämon in Carsten Stegners Kopf. Und wie es so ist, mit den Dämonen, man bekommt sie gar nicht so einfach los. 15 Jahre lauerte er ihm auf. Und es war immer der gleiche Satz den das kleine Miststück von sich gab, nämlich: „Lass es, Du wirst niemals wieder so gut sein wie damals.“

Carsten Stegner kommt aus dem Oberfränkischen. Als Kind begann er mit Leichtathletik und Skilanglauf, als Jugendlicher testet er sich am Berg. Mit 16 Jahren war er Bergläufer, mit 18 Jahren trug er bei der Berglauf-WM in Südfrankreich das Nationaltrikot. „Danach ging es bildlich gesprochen bergab. Ich hatte totale Motivationsprobleme. Ich trainierte nicht mehr richtig und verlor dadurch Wettkämpfe, die ich normalerweise gewonnen hätte.“ Das Gefühl, nicht mehr an alte Leistungen anknüpfen zu können, hinderte ihn daran zu laufen – ein Teufelskreis.

Ein Jahr später ging Carsten Stegner in den Polizeidienst. „Ich machte dort Kampf- und Kraftsport, aber im Hinterkopf saß immer das Laufen.“ Er wurde Sportausbilder, motivierte andere zum Sport, brachte neue Ideen ein. „Irgendwann schnürte ich die Laufschuhe, einfach so, nur für mich.“ Er begann im Gelände, aber andere Distanzen als früher. Er probierte sich im Rennsteiglauf aus, 72 Kilometer über die Berge. „Ich merkte das war meins und ich merkte vor allem, wie sehr ich das Laufen vermisst hatte.“ Angekommen war er jedoch immer noch nicht.

2009 überredeten ihn die Kollegen beim Polizei-Marathon mit zu machen. „Es war mein erster Straßen-Marathon mit einer schweren Strecke. Ich sagte zu, obwohl mich die Straße nicht interessierte.“ Bei 2:36,52 Stunden überquerte er die Ziellinie. Aus der Faszination Berg wurde mit einem Mal Faszination Straße. In Frankfurt setzte er eine 2:34 nach, obwohl er am Ende einbrach. Der Läufer in Carsten Stegner war wieder erwacht, der Dämon einfach aus dem Kopf gekickt. Der Satz: „Ich werde nie mehr so gut sein“, wurde ersetzt durch „das kann ich noch besser.“

Sport bedeutet für Carsten Stegner reines Selbstvertrauen und mit seinem Willen zieht er seit einiger Zeit auch Jugendliche mit. Bernhard Nuss, der Initiator des Vereins "never walk alone" in Nürnberg, sprach Carsten Stegner an - Boxen und Laufen sind die Sportarten um die es geht. Ums Boxen kümmern Sich Nuss und Peter Althoff, bekannt als Bodyguard der Klitschko-Brüder und Henry Maske. Stegner: „Ich war sofort dabei, bei der Polizei bekomme ich ja mit, wie wichtig es ist, Jugendlichen eine Perspektive zu geben. Es geht darum Alternativen zum Computer zu finden, Übergewicht zu vermeiden, aber hauptsächlich um den gemeinsamen Spaß.“ Immer mehr Schulen melden sich bei dem eingetragen Verein. Das Projekt ist noch kein Selbstläufer, aber es spricht sich herum.
Familie, soziales Projekt, Schichtdienst, Training – Carsten Stegner scheint mit 36 alles mühelos zu schaffen. „Manchmal staune ich selbst, ich habe gelernt, nicht am Ziel zu zerbrechen. Das hilft.“

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