Wandertipp: Der Meraner Höhenweg Nils Borgstedt
Wandern im Herbst

Wandertipp: Der Meraner Höhenweg

Auch und grade im Herbst ist die Bergwelt faszinierend und ideale Voraussetzungen für Wanderungen gegeben. Ein Tipp: Der Meraner Höhenweg.
Das Laub färbt sich. Regenbogenartig zeichnen sich an den Hängen die unterschiedlichen Farben des Laubes ab, weiß überzuckert sind die ersten Gipfel. Im Herbst ist der Meraner Höhenweg, der sich entlang des Nationalparks Texelgruppe schlängelt, absolut eine Wanderung wert.

Meraner Höhenweg in fünf bis acht Etappen

Je nach Kondition kann man den Rundweg in fünf bis acht Etappen zurücklegen. Wichtig: Der Nordteil vom Schnalstal ins Passeiertal ist eine hochalpine Wanderung! Das Eisjöchl, der höchste Punkt des Meraner Höhenwegs, liegt auf 2895 Metern. Die dort einstmals errichtete Stettiner Hütte wurde 2014 von einer Lawine zerstört. Seitdem kann man dort nicht mehr übernachten. Als Einkehr steht sie aber zur Verfügung; das muss man bei seiner Planung beachten. Außerdem sind Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung. Für erste Erfahrungen im hochalpinen Bergsteigen eignet sich der Nordteil aber durchaus. Der südliche Abschnitt von Passeiertal bis zum Schnalstal ist länger, aber einfacher zu bewältigen.

Der mit der Nummer 24 gekennzeichnete Alpinweg wurde 1985 eröffnet und ist knapp 100 km lang. Wer ihn komplett beschreitet, wird am Ende 5100 Höhenmeter absolviert haben.



Einsteigen kann man an jedem Punkt des Weges. Wer sich allerdings den Aufstieg erleichtern möchte, der kann beispielsweise von Patschirns aus mit der Texelbahn oder von Dorf Tirol mit der Seilbahn Hochmuth hinauffahren. Alle Einstiegsmöglichkeiten sind gut mit dem Bus zu erreichen.

Übernachtungsmöglichkeiten

Während der gesamten Tour stehen Unterkünfte zum Übernachten zur Verfügung. Von Schutzhütten wie dem Hochganghaus (1893m) bis zum Bio-Bauernhof mit selbstgemachtem Speck und deftiger Hausmannskost (z.B. Montferhof) geht die Bandbreite. Geschlafen wird, je nach Geldbeutel und Verfügbarkeit, im Doppel- oder Mehrbettzimmer oder im Bettenlager. Einen Hüttenschlafsack sollte man dementsprechend im Gepäck haben, ebenso Hüttenschuhe. Zelt und andere Campingausrüstung ist aber nicht nötig. In hochfrequentierten Monaten wie Juni, Juli und August ist die Reservierung eines Schlafplatzes unerlässlich und auch im Herbst (September, Oktober) empfohlen.

Den Meraner Höhenweg zu bewandern, bietet sich vor allem im September an. Dann ist es nicht mehr so heiß wie in den Sommermonaten, das Wetter aber in der Regel immer noch stabil. Auch sind nicht mehr so viele Wanderer und vor allem Mountainbiker unterwegs. Im Oktober kann man insbesondere den Südteil noch sehr gut gehen. Gelegentlich kommt man dann aber schon mit dem ersten Schnee und teils frostigen Temperaturen in Berührung. Schnee ist es auch, der zu dieser Zeit den Nordteil oft nur noch für erfahrene Bergsteiger begehbar macht. Infos zum Zustand des Weges und der Witterung bekommt man in der Regel auf den Hütten. Wer im Oktober noch auf den Meraner Höhenweg möchte, der sollte sich in jedem Fall über die Öffnungszeiten der Hütten schlau machen, auch wenn die meisten bis Ende Oktober geöffnet sind.

©Nils Borgstedt

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