#projekthalbmarathonläuft – Wie einst Totilas Nils Borgstedt

#projekthalbmarathonläuft – Wie einst Totilas

Sodala. Seit eineinhalb Wochen läuft also meine Vorbereitung auf den Halbmarathon in München. Zeit, für die ersten Eindrücke.
Bei mir ist es in der Regel so: Entweder ich bewege mich laufend in der Horizontalen, dann ist aber normalerweise ein Ball dabei, oder vertikal nach oben, mit Händen und Füßen an der Wand. Ja, Fußball, Wandern und Klettern sind eigentlich die Bewegungsarten meiner Wahl. Laufen – eher selten und in der Regel dann, wenn man „mal schnell noch was machen will“. In diesem Sinne eines vorweg: In meinem Leben bin ich noch nie 21 Kilometer gelaufen, also gejoggt. Das wird sich jetzt ändern. Das #projekthalbmarathonläuft ist gestartet.

Die Basis

Nach Spiroergometrie und Laufanalyse hat mir Lauftrainerin Julia Derbfuß von saludis Bamberg einen Trainingsplan erstellt. Ausgelegt ist er auf 12 Wochen. Er gliedert sich in drei größere Phasen: Eine Vorbereitungsphase, in der sozusagen ein Podest geschaffen wird, auf dem aufgebaut werden kann. Je näher der Wettkampf kommt, desto spezifischer wird der Formaufbau, die Umfänge werden gesteigert, dann die Intensitäten. Anschließend werden die Umfänge reduziert und Intensitäten noch beibehalten und schließlich geht man in eine Taperingphase über, in der versucht wird, den Körper nicht mehr zu ermüden, alle Speicher aufzufüllen, trotzdem aber in der Bewegung zu bleiben. Der Körper soll regenerieren können, aber dennoch eine gewisse Grundspannung halten.

Erste Eindrücke

In diesem Sinne ging es also vor gut einer Woche los. Auf dem Programm standen Lauf-ABC, Intervall-Einheiten (400m Belastung /200m Gehpause) und natürlich Grundlagenausdauer, GA1 und GA2 sowie ergänzendes Krafttraining. Und was soll man sagen – man erlebt so einiges, wenn man unterwegs ist. Da ich keine Laufbahn zur Verfügung habe, drehe ich für Lauf-ABC und Intervalle in einem Münchener Park meine Runden. Um die Streckenlängen einzuhalten, hilft GPS. Die langen Grundlagenausdauereinheiten werden an der Isar absolviert.

Mal Dressurpferd, mal Rennpferd mit Handbremse

Lauf-ABC. Skippings, Strecksprünge, Bunny Hops, Anfersen, Seitgalopp, Käsekästchen. All diese Übungen dienen der Verbesserung der Lauftechnik. Volle Konzentration ist gefragt, damit der Bewegungsablauf stimmt. Ich komme mir vor, wie ein Dressurpferd. Vor allem bei den Skippings. 50-mal links, 50-mal rechts tripple ich vor mich hin. Und hätte mir mal vorher einer sagen können, wie anstrengend 2 x 100m Strecksprünge sind? Puh. Aber: schon das zweite Mal gehen sie deutlich besser von der Hand. Lässig.

Mehr lästig als lässig ist die Grundlagenausdauer 1 (GA1). Mann, muss man sich da zügeln! Wie ein Rennpferd, das los will, aber nicht los darf. Langsam, aber stetig, lautet die Devise. So ziehen sich die Einheiten über eine gute Stunde bei sehr moderatem Tempo. Und werden gespickt mit zahlreichen anderen Läufern jeglichen Alters, die an einem vorbeiziehen. Absolutes Highlight war allerdings folgende Begegnung:

Ich laufe also schön langsam im GA1-Tempo, der Puls schlägt konsequent im vorgegebenen Bereich. Nach einiger Zeit passiere ich drei ältere Damen, die mir entgegenkommen. Spazierend wohlgemerkt – oder war es Walking? Egal. Sie mögen so um die 70 sein. Ich bin noch keine zwei Meter entfernt, da höre ich deutlich vernehmbar wie eine der Ladies zur ihren Freundinnen sagt: „Also in dem Tempo könnte ich auch noch mithalten.“ Na schönen Dank auch. „Aber es dient ja einem höheren Ziel“, sage ich mir. Und laufe weiter.


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