Road to Kona „Ironman Weltmeisterschaft“ - Letzte Ausfahrt GARMIN Alpentriathlon Rau

Road to Kona „Ironman Weltmeisterschaft“ - Letzte Ausfahrt GARMIN Alpentriathlon

  • Derk Hoberg
netzathlet Christian Heger hat sich beim diesjährigen Ironman Frankfurt für die Mutter aller Ironmans auf Hawaii qualifiziert. Von heute an berichtet er hin und wieder von seiner Vorbereitung bis hin zum Wettkampf auf Hawaii selbst.

Sportliche Wettkämpfe schreiben immer wieder bemerkenswerte Geschichten, oft im Ausdauerbereich. So auch bei mir. Ich war am 08.07.2012 zum zweiten Mal erfolgreicher Finisher beim Ironman Frankfurt. Mit einer Gesamtzeit von 9:13:36 Stunden qualifizierte ich mich am „Längsten Tag des Jahres“ für die Ironman Weltmeisterschaft am 13.10.2012 auf Hawaii.

Auf dem Weg dorthin berichte ich nun über meine persönliche Vorbereitung und meine Erfahrungen und ich hoffe, Euch damit einen tollen Einblick in das Training, aber auch die Gefühlslage eines Langdistanztriathleten geben zu können.
Nach meiner erfolgreichen Qualifikation für Hawaii beim Ironman Frankfurt habe ich mir eine kleine Regenerationsphase von knapp vier Wochen gegönnt, diese Pause ist wichtig, damit man sich wirklich von den Strapazen erholt und seinen Akku wieder aufladen kann.

Seit dem 01.08 ist diese Pause aber wieder vorbei und das Training wieder voll im Gange. Am 26.08 war mein vorletzter Wettkampf vor Hawaii. Ich startete beim MUC Triathlon in München und wurde dort zweiter in meiner Altersklasse.
Am Sa. 08.09 startete ich dann bei meinem letzten Wettkampf vor Hawaii. Der Tag verlief getreu dem Motto hart, härter, Garmin Alpentriathlon.

Obwohl nur eine olympische Distanz verlangte mir dieser Wettkampf alles ab und ich durchlief alle Phasen eines Triathlons. Die Achterbahnfahrt endete aber, wie es sich gehört, erfolgreich und mit einem leckeren Kaiserschmarrn am Spitzingsee!
Nun aber der Reihe nach…Nach dem MUC Triathlon lagen zwei Wochen mit durchwachsenem Training hinter mir. Ich konnte nicht so gut trainieren wie ich es vorhatte, aber dennoch wollte ich am Sa. 08.09 beim 25. GARMIN Alpentriathlon Vollgas geben.
Daher hieß es am Sa. Um 07:00 raus aus den Federn und um 08:30 machte ich mich bereits auf den Weg in Richtung Schliersee. Dort angekommen nahm mir Benjamin Rees von RS Custom gleich mein Rad ab und zog noch einen neuen Wettkampflaufradsatz auf.

RS Custom ist eine kleine aber feine Laufradschmiede, welche mich seit kurzem mit Material unterstützt und aufgrund der Vorbereitung für Hawaii fuhr ich den Wettkampf mit meinem ROSE Aeroflyer Wettkampfrad mit Rac RS 88 Hochprofilfelgen.
Um 11:37 Uhr startete ich dann in die Fluten des 18,1 Grad kalten Schliersees. Das Schwimmen war für meine Verhältnisse ok und nach gut 25 Minuten war Disziplin 1 überstanden. Nun stand der erste Wechsel an. Dieser lief bis zum Aufstieg auf mein Rad auch gut, doch dann bemerkte ich, dass etwas nicht stimmte. Ich hatte keine Luft mehr auf dem Hinterreifen und somit meine Defektpremiere im Wettkampf. Ich rannte also zurück in die Wechselzone und traf Benny Gott sei Dank noch am Bikeservice an. Wir pumpten schnell wieder auf und zogen das liebe Ventil auch noch einmal richtig fest. Dieses saß wohl leider zu locker und daher verlor ich Luft.

Nach diesem Malheur ging ich dann mit viel Adrenalin im Blut auf die 40km Radstrecke, welche es mit ihren 800 Höhenmetern und dem Schlussanstieg auf den Spitzingsattel wahrlich in sich hatte. Das Panorama und auch das gute Wetter entschädigten aber für die Strapazen und nach den 4km Anstieg in Richtung Spitzingsee kam kurz vor dem Spitzingsattel sogar etwas Tour de France Feeling auf, durch die im Spalier stehenden und anfeuernden Zuschauer.

Nach dem Wechsel in die Laufschuhe ging es erst einmal für gut 1km bergab in Richtung Valepp Alm. Hier war auch noch alles ok, doch beim Anstieg blieb mir dann förmlich die Luft weg und ich bekam heftiges Seitenstechen. Das hielt auch leider bis km 8 an. Ich dachte mehrmals auch daran, nach der ersten Runde auszusteigen und einfach ins Ziel zu laufen, doch sagte ich mir: ein DNF kommt nicht in Frage. Dies gehört zum Triathlon einfach dazu. Es geht einem eben nicht immer blendend. So kroch ich um den Spitzingsee, legte sogar Gehpausen ein und konnte dann - Gott sei Dank - die letzten 2 km wieder normal laufen. Nach 2:38h lief ich durchs Ziel und war froh, die Strapazen überstanden zu haben.

Weitere Informationen zu diesem tollen Wettkampf findet Ihr unter www.garmin-alpen-triathlon.de

Der Wettkampf hat mir physisch und psychisch alles abverlangt und war daher ein guter letzter Test für Kona.

Nun heißt es nochmal 4 Wochen Gas geben, um dann top vorbereitet am Fr., den 05.10., in den Flieger gen Kona zu steigen.
Vorher werde ich aber natürlich noch von meinem letzten Vorbereitungsblock berichten!

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