Produkttest- Bekleidung für die Skitour von Vaude netzathleten.de/Nils Borgstedt

Produkttest- Bekleidung für die Skitour von Vaude

  • Derk Hoberg
Beim Vaude Skitouren Opening (wir berichteten) haben wir die spezielle Skitourenbekleidung des Bergsportausrüsters Vaude getestet. Die Bedingungen für den Test waren optimal. Unterschiedlicher konnte das Wetter an den zwei Tagen nämlich nicht sein. Wir testeten die Kleidung demnach auf Herz und Nieren.

Beim Skitouring muss die Kleidung verschiedenen Ansprüchen gerecht werden. Während des Aufstiegs kommt man ins Schwitzen, die Abfahrt ins Tal hingegen ist eher kühl. Der Fahrtwind tut hier sein Übriges. Daher benötigt man zum Skitouring auch funktionelle Kleidung. netzathleten.de hat zwei praktische Kleidungsstücke getestet, die speziell für diese Anforderungen konzipiert wurden: Die Mera Peak Pants und die Titlis Jacket von Vaude.

 

Die Produktvorstellung

Men´s Mera Peak Pants
Die Mera Peak Pants von Vaude ist eine Hybrid-Skitourenhose mit integrierbarem Ultralight-Klettergurt von Edelrid. Hier kann der Gurt in der Hose getragen werden und kommt bei Abseil-Passagen oder Gletscherüberschreitungen zum Einsatz - der Zugriff auf sämtliche Außentaschen bleibt frei. Auf dem „Slide-Rail-System“ können die Materialschlaufen für Karabiner und Eisschrauben an die Hosenschiene angedockt und in der Position seitlich verschoben werden. Die Hose selbst ist bis zum Knie aus einer 80 Prozent winddichten Softshell gefertigt – das sorgt für hohen Bewegungs- und Klimakomfort. Ab dem Knie kommt ein robustes, wasserdichtes 3-Lagen-Laminat (Membran) zum Einsatz.

Titlis Jacket
Die Titlis Jacket ist eine Skitourenjacke mit hohem Belüftungskomfort. Das ChiVent Belüftungssystem im Jackeninneren funktioniert nach dem Kamineffekt: Kühle Luft kann von unten und durch die zusätzlichen Ventilations-RV an Ärmel und Rücken eindringen und die überschüssige warme Luft wird nach oben durch den Kragen abtransportiert. Die atmungsaktive Ceplex pro Membran soll zusätzlich noch für einen optimalen Klimakomfort sorgen, zudem absolut wasserdicht sein und vor steifen Brisen schützen. Zahlreiche Innen-und Außentaschen sowie die abnehmbare Kapuze sind die weiteren Features der Titlis Jacket.

Und so lief der Test:

Wir testeten die Produkte beim Skitouren in Hirschegg, Mitte Januar. Am ersten Tag des Wochenend-Events herrschte strahlender Sonnenschein. Morgens noch empfindlich kühl, wurde es im Laufe des Tages immer wärmer im Kleinwalsertal. Dazu kam noch der schweißtreibende Aufstieg mit den Ski. Die Features der Jacke und der Hose kamen dabei voll zum Tragen. Anfangs boten beide Kleidungsstücke guten Schutz gegen die Kälte. Später am Tag musste man sämtliche Belüftungsreißverschlüsse öffnen, sonst wäre es zu warm geworden. Durch diese Ventilationsmöglichkeiten kann man den Aufstieg aber absolvieren, ohne die Jacke ganz auszuziehen. Und man ist immer noch durch die winddichte Oberfläche der Jacke geschützt, sollten plötzliche Windböen für Auffrischung sorgen.


Die Titlis-Jacke ist kaum gefüttert. Sie ist deshalb optimal für das Tourengehen. Möglich, dass sie für einen ganzen Tag auf der alpinen Piste zu kalt ist, für Aufstiege und anschließende Abfahrten aber ist sie wie geschaffen. Funktional und modisch im Schnitt und extrem windresistent, wie sich an Tag Zwei des Skitourings herausstellen sollte.

Die Bedingungen waren an diesem Tag lange nicht mehr so gut, wie tags zuvor. Es stürmte und schneite. Das Outfit wurde demnach auf eine echte Bewährungsprobe gestellt. Jacke wie Hose hielten Wind und Wetter stand. Wenn man eine lange Pause zwischendurch einlegen will, sollte man allerdings etwas warmes drunter tragen. Bei kühlen Temperaturen und starkem Wind könnte die Jacke auf Dauer zu dünn sein.

Das Fazit

Mit der speziellen Skitouren-Bekleidung von Vaude ist man für Aufstieg und Abfahrt gut gerüstet. Die Jacke und die Hose sind gut verarbeitet, bequem und funktional. Zahlreiche Belüftungsmöglichkeiten, zum Beispiel unter den Armen oder an den Oberschenkeln, sorgen für eine gute Temperaturregulierung. So kann man sich den äußeren Gegebenheiten gut anpassen.

Beide Kleidungsstücke verfügen über zahlreiche Taschen, in denen man das nötigste griffbereit verstauen kann. Die Taschenreißverschlüsse von Jacke und Hose sind gegen Wasser geschützt, ein weiteres nettes Detail. Die Jacke ist noch dazu komplett alltagstauglich und kommt bei aller Funktionalität im urbanen Design daher. Sie schließt am Hals gut ab und übersteht einen ordentlichen Regenguss, ohne zu durchfeuchten. Ein guter Begleiter in Frühling und Herbst.

Auch die Hose hebt sich optisch von herkömmlichen Skihosen ab. Sie eignet sich mit der richtigen Unterwäsche auch für den normalen Gebrauch beim Skifahren. Der Schneefang, den man über die Skischuhe ziehen kann, sorgt für sorglose Abfahrten, egal wie tief der Schnee auch sein mag. Wer beim Skifahren auf Latzhosen wert legt, wird bei der Mera Peak Pants vielleicht ein wenig enttäuscht sein, da sie eine normale Hose ist. Geschmackssache. Allerdings fehlt an der Jacke auch ein Schneefang, der verhindert, dass Schnee bei einem Sturz an den Körper gelangen kann. Da würde sich die Latzhose bezahlt machen.

Insgesamt gesehen ist die Kombination aus Hose und Jacke aber ein guter Begleiter auf der Skitour, das Fazit fällt positiv aus. Und die leichte Kleidung hat sogar noch einen weiteren Nebeneffekt: Beim Skitouring sollte man auf jedes überflüssige Gramm verzichten (ohne die Sicherheitsausrüstung zu vernachlässigen). Das ist mit den beiden Produkten gewährleistet.

Die Mera Peak Pants kostet laut Hersteller (UVP) 280,- Euro, die Jacke (UVP) 300,- Euro.

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