Saisonrückblick Dallas Mavericks: Vom Schatten ins Rampenlicht picture-alliance

Saisonrückblick Dallas Mavericks: Vom Schatten ins Rampenlicht

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Die Dallas Mavericks sind NBA-Meister der Saison 2010/11. Dirk Nowitzki und Jason Kidd haben endlich den lang ersehnten Titel gewonnen. Dabei gingen die Texaner gar nicht als Favorit in die Spielzeit, sondern mauserten sich durch soliden Teambasketball und Defensive zum Champion.

Bilanz 2010/11: 57 Siege, 25 Niederlagen (Siegquote: 69,5 Prozent)
2. der Southwest Division; 3. der Western Conference; NBA Champion

Die Meisterparade ist vorüber, die Dallas Mavericks haben ihren Platz in der Sportgeschichte. Mit einem 4-2-Finalerfolg über die Miami Heat wetzten die Texaner nicht nur die Scharte aus dem Jahr 2006 aus, sondern bescherten auch den künftigen Hall-of-Famern Dirk Nowitzki und Jason Kidd den lang ersehnten Titel.

Dabei begann die Spielzeit 2010/11 wie jede vorherige Saison auch. In Dallas wurde tief gestapelt, das Wort Meisterschaft nahmen Besitzer Mark Cuban zwar in den Mund, doch von den Experten und Fans kam als Reaktion meist nur ein müdes Lächeln über die Lippen. Die Los Angeles Lakers, die San Antonio Spurs und sogar die jungen Oklahoma City Thunder verfügten über mehr Potential, in die Finals einzuziehen. Ganz zu schweigen von den drei Topteams im Osten (Chicago Bulls, Boston Celtics, Miami Heat).

Im Schatten dieser Titelkandidaten legten die Mavericks einen furiosen Saisonstart hin. Aus den ersten neun Saisonspielen holte Dallas sieben Siege. Darauf folgte eine zwölf Spiele währende Erfolgsserie, die von den Milwaukee Bucks gestoppt wurde.

Dass am Ende der Spielzeit die Statistikfreunde wieder einmal Befriedigung erfahren sollten, war zu diesem Zeitpunkt, Mitte Dezember, noch nicht abzusehen. Allein in der eigenen Southwest Division jagten sie den prächtig aufspielenden Spurs hinterher, die nur vier der ersten 32 Begegnungen abgeben mussten.

Als im Januar Swingman Caron Butler mit einem Patellasehnenriss sein letztendliches Saisonende erfahren musste, platzte auch bei den letzten Anhängern jegliche Hoffnungen auf einen tiefen Run in die Playoffs. Immerhin fehlten den Mavs dessen 15 Punkte im Schnitt und damit eine zuverlässige Punktekonstante an der Seite von Topscorer und Franchise-Ikone Dirk Nowitzki (23 PpG) sowie ein ordentlicher Verteidiger. Auch der am Fuß verletzte Sophomore-Guard Rodrigue Beaubois stand dem Team in den ersten 54 Saisonspielen nicht zur Verfügung. Als er wieder genesen war, gelang es dem wendigen Combo-Guard nicht, sich zurück in die Rotation von Coach Rick Carlisle zu kämpfen.

Nach dem Ausfall von Butler hagelte es Anfang Januar sechs Pleiten in Folge, ehe sich die Mavs wieder fingen und 19 der 21 folgenden Begegnungen gewannen. Mit einer Mannschaft aus Veteranen spielte Dallas aus einer bärenstarken Zonenverteidigung heraus. Die siebtbeste Defensive, in deren Mittelpunkt Neuzugang und Center Tyson Chandler stand, gestattete den Gegnern auf 100 Ballbesitze hochgerechnet 102,3 Zähler und brachte Dallas 57 Siege in der gesamten Spielzeit ein. Auf dem dritten Platz zogen die Texaner in die Playoffs ein, erneut mit dem Stigma „Underdog“.

In der ersten Runde traten die Portland Trail Blazers gegen die Mavericks an. Bemerkenswert war in dieser Serie die vierte Partie, die Dallas trotz 23-Punkte-Führung noch abschenkte. „Das Spiel vier in Portland war sehr wichtig“, sagte Nowitzki. „Da haben wir mit zwanzig geführt im vierten Viertel und dann noch verloren. Diese Niederlage hat uns zusammen gebracht. Das Spiel war wichtig und hat uns etwas Momentum verschafft.“ Was danach folgte, muss als legendär abgestempelt werden: Dallas warf den Titelverteidiger Los Angels Lakers mit 4-0 aus dem Rennen. Nach Kobe Bryants Team musste dann in den Conference Finals auch Jung-Star Kevin Durant mit seinen Oklahoma City Thunder dran glauben (4-1).

Schließlich überzeugten die Mavericks in den Finals gegen die narzisstische Egomanie der Miami Heat um Dwyane Wade, LeBron James und Chris Bosh. Klassischer Teambasketball führte die Dallas Mavericks an die Spitze der Liga, in die Herzen der US-Amerikaner und den Basketballsport für eine kurze Zeit ins Rampenlicht der deutschen Medienlandschaft.

Team-MVP: Dirk Nowitzki (23,0 PpG, 7,0 RpG, 2,6 ApG, 51,7% FG, 39,3% 3FG)

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