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Anatomie des Schultergürtels – Aufbau und Funktion

  • Franziska Tietjen
Der Schultergürtel hat seinen Namen nicht von ungefähr: Wie ein Gürtel legen sich seine Knochen um die Schulterpartie. Aber wie ist er genau aufgebaut und welche Funktion übernimmt er? Das ist die Anatomie des Schultergürtels.

Aufbau des Schultergürtels

Als Schultergürtel werden die Knochen bezeichnet, die die Arme mit dem Rumpf verbinden. Dazu zählen das Schlüsselbein, das Schulterblatt sowie das Rabenbein. Gebildet wird der Schultergürtel jeweils links und rechts aus den Knochen des Schulterblattes (Skapula) und des Schlüsselbeins (Klavikula). Sie bilden die Verbindung zwischen dem Oberarmknochen (Humerus) und dem Brustbein (Sternum). Das Rabenbein (Coracoid) ist unbedeutend, da es sich bei dem Knochen lediglich um einen Fortsatz des Schlüsselbeins handelt. Es ist also kein eigenständiger Knochen, der eine bestimmte Funktion erfüllt.

Funktion des Schultergürtels

Der Schultergürtel gewährleistet die Stabilität zwischen Rumpf und oberer Extremität. Er dient außerdem dazu, dass die Schultern gelenkig sind. Die einzelnen knöchernen Gelenke zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt sind zwar nur wenig gegeneinander beweglich; im Zusammenspiel mit Schultergelenk und Muskeln ergibt sich jedoch ein großer Bewegungsspielraum des Arms. Wichtig in diesem Zusammenhang sind die umliegenden Muskeln des Schultergürtels.

Damit sich die Schulter in verschiedene Richtungen bewegen kann, wird das Schulterblatt nämlich  durch verschiedene Muskeln festgehalten. Von zentraler Bedeutung: der Trapezmuskel (Musculus trapezius). Er ist für die Bewegungen des Schulterblatts nach oben und unten sowie für die Drehung zuständig. Zusätzlich daran beteiligt sind der Schulterblattheber (Musculus levator scapulae) sowie der Rautenmuskel (Musculus rhomboideus major). Diese drei Muskeln sind Teil der hinteren Schultergürtelmuskulatur. Auch die vorderen Schultergürtelmuskeln spielen bei der Beweglichkeit eine wichtige Rolle. Zu den wichtigsten zählen: Der kleine Brustmuskel (Musculus pectoralis minor), der das Schulterblatt nach vorn und nach unten zieht sowie der vordere Sägezahnmuskel (Musculus serratus anterior), der unter anderem dafür zuständig ist, dass das Schulterblatt nach oben gedreht und am Rumpf fixiert wird.
 
Quellen:
Hans-Joachim Appell und Christiane Stang-Voss: Funktionelle Anatomie – Grundlagen sportlicher Leistung und Bewegung (erschienen im Springer Science & Business Media Verlag)

Thorsten Gehrke: Sport-Anatomie (erschienen im Nikol Verlag)

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