Die letzten vier Bundesliga-Spieltage – Die Wochen der Entscheidungen picture alliance

Die letzten vier Bundesliga-Spieltage – Die Wochen der Entscheidungen

  • Sandra Wachaja
Eine ereignisreiche Saison mit vielen Trainierwechseln und Überraschungen neigt sich dem Ende zu. Wir wagen einen Ausblick auf die letzten vier Spieltage der Bundeliga-Saison 2010/2011. Wer steigt ab? Wer wird Deutscher Meister? Wer kommt ins internationale Geschäft?

Wer hätte vor der Saison damit gerechnet? Eine derart junge Dortmunder Mannschaft hat den Titel vor Augen. Rekordmeister Bayern München kämpft unter anderem gegen Hannover um die Qualifikation zur Champions-League. VfL Wolfsburg, VfB Stuttgart und Werden Bremen müssen in den letzten vier Spielen noch um den Klassenerhalt kämpfen, während sich Mainz 05 und der 1.FC Nürnberg um den Einzug ins internationale Geschäft streiten. Ein wenig verkehrte Welt in der Fußball-Bundesliga.

Wer wird Deutscher Meister?

Acht Punkte liegt Borussia Dortmund momentan vor Bayer 04 Leverkusen. Das wird sich die junge Mannschaft von Jürgen Klopp wohl nicht mehr nehmen lassen. Im besten Fall kann bei einem Sieg der Westfalen gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Wochenende schon die Meisterschaft gefeiert werden. Allerdings nur, wenn Leverkusen nicht über ein Unentschieden gegen die TSG aus Hoffenheim hinaus kommt.

Das internationale Geschäft

Um Platz 3 und die damit verbundene Teilnahme an der Qualifikation zur Champions-League hat sich ein Zweikampf zwischen Bayern München und Hannover 96 entwickelt. Die beiden trennt momentan nur einen Punkt. Die Bayern haben mit Eintracht Frankfurt, Schalke 04, dem FC St. Pauli und dem VfB Stuttgart das vermeintlich leichtere Restprogramm. Drei dieser Mannschaften kämpfen noch um den Klassenerhalt, was die Aufgaben allerdings nicht zwangsläufig leichter macht. Hannover spielt eine Saison, die weit über den Erwartungen liegt. Der Druck liegt also ganz klar beim Rekordmeister aus München. 2012 findet das Champions League Finale in der Allianz Arena statt – Heimstadion des FC Bayern.

Um Platz 5 und die damit sichere Qualifikation für die Europa League streiten sich der 1. FSV Mainz 05 und der 1. FC Nürnberg. Die Mainzer liegen mit 48 Punkten knapp vor den „Clubberern“ mit 46 Punkten. In diesem Duell könnte es am kommenden Sonntag schon eine Vorentscheidung geben. Dann treffen die beiden Kontrahenten im Nürnberger easyCredit-Stadion aufeinander. Schafft Mainz den Auswärtssieg, könnte das schon die Teilnahme an der Europa League bedeuten. Bei einem Unentschieden und einem gleichzeitigen Sieg des Hamburger SV beim VfB Stuttgart wären die Hanseaten auch wieder voll dabei im Kampf um den letzten internationalen Platz.

Der Abstiegskampf

So eng war es schon lang nicht mehr. Rein rechnerisch könnten sogar die TSG Hoffenheim auf Platz 9 (40 Punkte) und Schalke 04 auf Platz 10 (ebenfalls 40 Punkte) noch aus der Bundeliga absteigen. Das würde bei elf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz allerdings an ein Wunder grenzen. Ab Rang 11 kann sich aber noch keine Mannschaft sicher fühlen. Auf dem Relegationsplatz steht momentan der VfL Wolfsburg mit vier Punkten Rückstand auf den VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt. Vielleicht ein Vorteil für die Wolfsburger: Sie spielen noch gegen drei direkte Konkurrenten - Bremen, Köln und Kaiserslautern.

Werder Bremen und der 1. FC Köln liegen beide mit 35 Punkten sechs Zähler vor den Wolfsburgern. Ein beruhigender Vorsprung? - Zu sicher sollten sich beide Mannschaften noch nicht sein. Wie die Wolfsburger spielen auch Bremen und Köln noch gegen direkte Kontrahenten um den Klassenerhalt. Gewinnen beide Teams diese Partien, dürften beide gerettet sein.

1. FC Kaiserslautern

Kaiserslautern verlor nur eines der letzten sieben Spiele. Nach dem Auswärtsspiel am kommenden Samstag gegen Schalke 04 treffen die Lauterer auf drei direkte Konkurrenten im Abstiegskampf (St. Pauli, Wolfsburg und Bremen). Die elf Punkte aus den letzten sieben Partien und fünf Punkte Vorsprung vor Wolfsburg machen dabei berechtigte Hoffnung, in der Liga zu bleiben.

VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart hat von den abstiegsbedrohten Mannschaften mit 21 Punkten die beste Rückrunde gespielt. Nur eines der letzten sieben Spiele ging verloren. Die Leistungen waren dennoch nicht immer überzeugend. Das Team von Bruno Labbadia trifft in den letzten vier Spielen noch auf Hamburg, Hoffenheim, Hannover und München. Für die Schwaben bleibt zu hoffen, dass der Klassenerhalt schon vor dem prestige-trächtigen Süd-Derby am letzten Spieltag gegen die Bayern in trockenen Tüchern ist.

Eintracht Frankfurt

Mit nur einem Sieg aus der gesamten Rückrunde ist Eintracht Frankfurt aus den oberen Tabellenregionen kontinuierlich nach unten gerutscht. Jetzt trennen die Frankfurter nur noch vier Punkte vom Relegationsplatz. Zudem stimmt das Restprogramm nicht gerade optimistisch. Bayern München, Mainz, Köln und Dortmund heißen die restlichen Gegner. Bleibt abzuwarten, ob Skibbe-Nachfolger Christoph Daum die Talfahrt stoppen kann.

1. FC St. Pauli

Schwierig werden dürfte es für St. Pauli. Sieben Niederlagen und nur ein Unentschieden aus den letzten acht Spielen ist die schwache Bilanz der Elf von Holger Stanislawski. Dass die Trainer-Ikone nach 18 Jahren seinen Rücktritt zum Ende der Saison bekannt gegeben hat und zur TSG Hoffenheim wechselt, dürfte nicht gerade zu einem Aufschwung beitragen. Die nächsten beiden Spieltage (zu Hause gegen Werder Bremen und in Kaiserslautern) werden für die Hanseaten entscheidend sein. Danach folgen zwei schwere Partien gegen Bayern München und in Mainz.

Borussia Mönchengladbach

Ein schwieriges Restprogramm hat auch Borussia Mönchengladbach. Am kommenden Wochenende empfangen die „Fohlen“ Borussia Dortmund, danach geht es nach Hannover, dann kommt Freiburg und am letzten Spieltag geht es gegen den HSV. Gladbach liegt „nur“ noch drei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Bei noch zwölf zu vergebenden Zählern keinesfalls ein Ding der Unmöglichkeit.

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