FMX - Die Night of the Jumps in München Derk Hoberg

FMX - Die Night of the Jumps in München

Cliffhanger, Lazy Boy und Tsunami – all das sind spektakuläre Sprünge beim Freestyle Motocross, kurz FMX. Wir waren in der Olympiahalle in München dabei und haben die besten Rider Europas bei ihren waghalsigen Manövern beobachtet.
Sprünge über 30 Meter, waghalsige Flugeinlagen in 15 Metern Höhe und eine tolle Show drum herum. Was ursprünglich ein Nebenevent zur Unterhaltung der Zuschauer bei gewöhnlichen Motocross-Veranstaltungen war, lockt heute selbst tausende Zuschauer an. Freestyle Motocross ist dank der X-Games zu einer eigenen Disziplin erwachsen und hatte mit dem US-Amerikaner Travis Pastrana einen ersten Superstar der Szene. Doch auch in Deutschland wird der Sport immer populärer.

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Die Bikes beim FMX

FMX6Die überwiegende Mehrheit der Fahrer verwendet 250 cm³ Maschinen mit 2-Takt-Motoren. Diese lassen ein gutes Handling in der Luft zu und bringen genügend Beschleunigung auf die Strecke, um die steilen Rampen und weiten Sprünge zu bewältigen. Zusätzlich werden die Motorräder mit allerlei Haltegriffen und Änderungen an Maschine und Fahrwerk modifiziert, um die Tricks bestmöglich durchführen zu können. So werden die Fußrasten für einen sicheren Tritt verbreitert und auch die Stoßdämpfer eigens auf die harten Landungen eingestellt. Was die Fahrer dann in der Luft und bei ihren teilweise freihändigen Landungen bieten, lässt den Zuschauern oft genug den Atem stocken. Die Entwicklung der immer aggressiver werdenden Tricks schreitet dabei rasant voran. Waren einfache Backflips (Rückwärtssalto) im Jahr 2000 noch ein Novum, wurde bereits 2008 der erste Vorwärtssalto von Travis Pastrana gezeigt. Heute gehören Salto-Tricks in Kombination mit weiteren Tricks wie dem Lazy Boy (dabei lässt der Fahrer den Lenker los, legt sich mit gestreckten Armen nach hinten und streckt die Beine nach vorne unter den Lenker, so dass er waagerecht auf der Maschine liegt) schon  zum Standard-Repertoire.


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Die Night of the Jumps in München

In der Münchner Olympiahalle trafen sich am Samstag elf der besten Freestyle Motocross-Sportler der Welt zur fünften Runde der FMX Europameisterschaft. Mit Hannes Ackermann, Lukas Weis und Luc Ackermann stellten sich bei der Night of the Jumps gleich drei Deutsche der internationalen FMX-Elite im Kampf um die Europameisterschaft, die im Juni in Hamburg entschieden wird. In die Endrunde der Münchner Veranstaltung schaffte es keiner der Drei, die Punktrichter sahen andere Fahrer vorne. Die deutschen Fans sollten aber dennoch jubeln können. Da das Event in die drei Wettbewerbe Freestyle Motocross, Highest Air (Hochsprung) und Best Whip (als Whip bezeichnet man eine Bewegung, bei welcher die Maschine in der Luft zur Seite gedreht wird, so dass sie zur Flugrichtung quer steht), aufgeteilt ist, bekam Luc Ackermann trotz Sturz in der Qualifikation beim Best Whip-Contest eine weitere Chance. Mit halsbrecherischen Whips konnte er Zuschauer und Judges überzeugen und holte sich verdientermaßen den Sieg in dieser Disziplin. Im folgenden Video ist Ackermann als letzter Fahrer zu sehen.

Best Whip-Video



Jose Miralles (Spanien), Führender in der Highest Air WM, und der vielfache Weltmeister Massimo Bianconcini aus Italien machten den Sieg im zweiten Zusatzwettbewerb unter sich aus. Schlussendlich konnte der Italiener den Sieg in der Highest Air-Wertung mit übersprungenen 8,50 Metern einfahren. Damit waren die Zuschauer für das Finale entsprechend aufgepeitscht.

Der Kampf um den Sieg in der FMX-Wertung tobte abschließend zwischen Maikel Melero (Spanien) und David Rinaldo (Fankreich). Der Franzose zeigte zwar keine seiner sogenannten Body Varial Variationen und ließ auch viele seiner Flip-Kombinationen aus. Er sprang allerdings mit dem Double Heartattack, dem Onehand Takeoff Seatgrab Flip über die Kicker Rampe und seinem Mase Twist Heartattack einen guten Run, der aber normalerweise nicht für den Sieg gereicht hätte. Melero zeigte mit dem Flair und dem Doublegrab Flip eigentlich den besseren Run, kam allerdings im Double Up bei seiner California Roll zu kurz, landete unfreiwillig im Nose Wheelie und drehte im Anschluss noch einen ebenso ungewollten aber spektakulären 360 im Auslauf, bevor er den Abflug machte. Damit stand Rinaldo als Sieger des Münchener EM-Laufes fest.

Die Highlights der Night of the Jumps in München 2015



Die Führung in der Europameisterschaft hält nach wie vor Remi Bizouard inne. Er liegt mit 74 Punkten noch hauchdünn vor Maikel Melero (73 Punkte). Bester Deutscher ist aktuell Luc Ackermann auf Position 5 (55 Punkte).

Finale der Europameisterschaft in Hamburg

Das Finale der Europameisterschaft steigt am 12./13. Juni in der o2 World Hamburg. Mit der Night of the Jumps geht es am 23. Mai weiter. Dann geht es zur siebenten Runde der FIM Freestyle MX World Championship in die Stierkampfarena in Jerez (Spanien).

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