Wir sitzen zu viel! Ein Protokoll des Sitzens thinkstockphotos.com

Wir sitzen zu viel! Ein Protokoll des Sitzens

Dass der industrialisierte und hochtechnologisierte Mensch zu viel sitzt, darüber gibt es kaum unterschiedliche Meinungen. Allerdings wird das Sitzen häufig auf die Stunden im Büro begrenzt. Doch das reicht nicht.
Wenn man sich einmal einen kompletten Tag vor Augen führt, sitzt man deutlich häufiger als nur in der Arbeit, auch wenn das den größten Teil ausmacht. Glaubst Du nicht? Ok, gehen wir mal einen Tag durch.

Sitzen, sitzen, sitzen

Los geht es in der Früh im Bett. Der Wecker klingelt, wir schalten ihn aus und setzen uns auf. Weiter geht es zur Toilette, wir setzen uns auf selbige, um nach dann nach erledigtem Geschäft in die Küche zu schlappen. Nach ein paar Handgriffen ist der Tisch gedeckt und wir nehmen die erste Mahlzeit des Tages ein. Sitzend natürlich.

Nun verlassen wir die Wohnung und weiter geht es. Ab ins Auto oder die Bahn, um zur Arbeit zu fahren. Selbstverständlich sitzend, es sei denn die Bahn ist so voll, dass man stehen muss. Nach ein paar Minuten Fußmarsch hat man dann das Büro erreicht. Noch schnell die zehn Meter zur Kaffeemaschine und zurück absolviert und schon nimmt man auf dem Bürostuhl Platz. Nach guten drei Stunden ruft die Mittagspause. Los geht’s, essen holen oder essen gehen – egal, Hauptsache nah und schnell verfügbar. Eingenommen wird das Mahl selbstverständlich im Sitzen. Dann zurück an den Schreibtisch, die Nachmittagsschicht steht an. Auch die wird wieder sitzend hinter sich gebracht.

Endlich 18 Uhr – Feierabend. Man verlässt das Büro und fährt wieder – in Auto oder Bahn sitzend – gen eigene vier Wände. Einkaufen und Essen machen sind die nächsten Tagesaufgaben. Dass man normalerweise auch beim Abendessen sitzt, versteht sich von selbst. Um 20:00 Uhr ruft die Tagesschau, die Flimmerkiste zieht einen dann in ihren Bann und das Sofa verfügt über eine extreme Anziehungskraft. Nach einem schönen Couchabend geht man ins Bett, schläft und am nächsten Tag beginnt das ganze Spiel von vorne. Für den aufrechten Gang, der für den Mensch von Mutter Natur eigentlich vorgesehen ist, bleibt dann wenig Zeit.

Tagesablauf individuell

Klar, ein solcher Tagesablauf ist sehr vereinfacht und pauschalisiert. Was aber deutlich wird, ist, dass wir häufig mehr sitzen, als wir uns selbst eingestehen wollen. Es gibt zwar mit Sicherheit viele, die regelmäßige Bewegung in ihren Alltag integrieren. Dennoch haben Studien und Umfragen gezeigt, dass sich die Menschen in Deutschland zu wenig bewegen. Der Gesundheitsreport der Krankenkasse DKV für das Jahr 2015 hat herausgestellt, dass Deutsche an Werktagen im Mittel mehr als sieben Stunden sitzen. Die Techniker Krankenkasse hat in einer repräsentativen Umfrage im Juni 2013 ermittelt, dass gut zwei Drittel der Befragten sich im Alltag nicht einmal eine Stunde bewegen. Die gleiche Untersuchung ergab, dass jeder vierte über neun Stunden am Tag sitzt.

Und wie kann man sein Verhalten ändern?

Sport ist natürlich ein Mittel der Wahl – und das sportartunabhängig. Doch auch wer den Kampf gegen den inneren Schweinehund regelmäßig verliert, kann mit diesen Tricks sein Bewegungspensum im Alltag steigern:

  • Treppe statt Fahrstuhl oder Rolltreppe nutzen
  • Eine oder mehrere Stationen vorher aus der Bahn aussteigen und den restlichen Weg zu Fuß gehen
  • Auto 1-2 Kilometer  vor dem Büro parken und die verbleibende Strecke zu Fuß zurücklegen
  • Mittagspausen für Spaziergänge oder eine Laufeinheit nutzen
  • Fahrrad statt Auto nutzen

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