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Erhöhen Eier wirklich den Cholesterinspiegel?

  • Redaktion
Sportler brauchen Eiweiß, um ihre Muskeln zu versorgen. Weil in Eiern sehr viel Protein enthalten ist, wären sie für die Sportlerernährung ideal. Doch Eier erhöhen angeblich den Cholesterinspiegel. Darum hört man oft, nicht mehr als drei Eier pro Woche zu essen. Doch das stimmt nicht

Besonders Menschen mit Übergewicht haben häufig einen erhöhten Cholesterinspiegel. Das Cholesterin wurde zum Schreckgespenst für alle Dicken, weil mit einem erhöhten Cholesterinspiegel auch das Herzinfarktrisiko enorm steigt. Da Eier und insbesondere das Eigelb sehr fetthaltig ist, war ein Hauptschuldiger schnell gefunden und ein Ernährungsmythos geboren: Eier erhöhen den Cholesterinspiegel. Doch das ist ein Irrtum.

Cholesterin wird ausgeschieden

In Eiern ist zwar viel Cholesterin. Soweit stimmt die Theorie. Doch was viele anscheinend nicht wissen – sonst hätte sich der Mythos nicht über Jahre gehalten – ist, dass im Eigelb auch ein anderer Stoff namens Lecithin enthalten ist. Dieses Lecithin sorgt dafür, dass der Körper nur wenig Cholesterin aufnehmen kann. Das Ei sorgt also von sich aus schon dafür, dass der Cholesterinspiegel nicht erhöht wird. Denn anstatt das Cholesterin aus dem Eigelb aufzunehmen, wird ein Großteil auf ganz natürlichem Weg wieder ausgeschieden.

Generell kann man durch die Ernährung den Cholesterinspiegel nur unwesentlich beeinflussen. Denn der Körper reagiert auf Störungen, die beispielsweise durch fettige Nahrung verursacht werden. Jeder Mensch hat einen individuellen Cholesterinspiegel. Der Körper versucht, diesen Wert auf einem guten Wert zu halten. Wenn man durch die Ernährung viel Cholesterin aufnimmt, fährt der Organismus die körpereigene Produktion herunter. Nimmt man wenig Cholesterin zu sich, fährt der Körper die Produktion hoch. Insofern ist es nur sehr schwer, durch die Ernährung den Cholesterinspiegel aus dem Gleichgewicht zu bekommen.

Cholesterin ist lebensnotwendig

Leider ist bei manchen Menschen die Rückmeldung gestört und der Cholesterinspiegel gerät aus dem Gleichgewicht. Bei diesen kann eine cholesterinarme Ernährung sinnvoll sein. Doch von dieser Störung sind nur 15 bis 20 Prozent der Menschen betroffen.

Ganz auf Cholesterin in der Ernährung zu verzichten, kann sogar gefährlich sein. Denn der Organismus braucht Cholesterin zum Überleben. Es ist ein wichtiger Bestandteil beim Aufbau der Zellwände und schützt diese. Außerdem ist es die Ausgangssubstanz von bestimmten Säuren, die wir zur Fettverdauung brauchen. Weiter ist Cholesterin unverzichtbar, um bestimmte Hormone zu bilden. Zudem hilft es bei der Bildung von Vitamin D, es unterstützt das Immunsystem und schützt die Haut. Sogar unsere Stimmung kann sich durch einen steigenden oder sinkenden Cholesterinspiegel ändern. Der Körper kann und darf auf Cholesterin nicht verzichten. Darum produziert er es auch selber.

Jeder Mensch braucht pro Kilogramm Körpergewicht rund 0,8 bis 1 Gramm Eiweiß. Bei Sportlern kann es auch durchaus mehr sein. Und es spricht nichts dagegen, einen Teil des Proteinbedarfs durch Eier zu decken. Der Cholesterinspiegel wird davon zumindest nicht negativ beeinflusst.

Christian Riedel

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