Tom Feldhusen – Eine deutsche Nachwuchshoffnung im Kitesurfen Maren Feldhusen

Tom Feldhusen – Eine deutsche Nachwuchshoffnung im Kitesurfen

  • Sandra Wachaja
Kiten, Fußball spielen, Freunde treffen, in die Schule gehen – ein straffes Programm für den 14-Jährigen Tom Feldhusen. Vor einem Jahr hat er mit dem Kitesurfen angefangen und hat große Pläne – Deutsche Meisterschaften, Europatour und Weltmeisterschaften.

Die Eltern besitzen ein Ferienhaus an der Ostsee. Bessere Voraussetzungen kann es für Tom Feldhusen aus Geesthacht, in der Nähe von Hamburg, kaum geben. Vor rund einem Jahr hat der 14-Jährige mit dem Kitesurfen angefangen. Richtiges Neuland war für ihn dabei allerdings nur das Wasser. Denn schon vorher war der Geesthachter viel auf dem Mountainboard beim so genannten Landboarden, also noch auf festem Untergrund, unterwegs. „Schon von klein auf sind mein Bruder und ich immer wieder mit dem Wasser in Berührung gekommen. An der Ostsee haben wir immer viele Kiter gesehen. Das hat es uns angetan“, berichtet Tom von seinen Anfängen im Kite-Sport.

Von der Ostsee bis nach Ägypten

Gelegenheit zum Trainieren hat Tom genug. Im Sommer geht es fast jedes Wochenende an die Ostsee zum Kiten. Und einmal im Jahr fliegt Familie Feldhusen nach Ägypten. „Dort ist das Wetter und vor allem der Wind fast immer perfekt zum Kiten“, schwärmt der 14-Jährige. Auch im kommenden April geht es wieder ab in den Norden Afrikas. Dort will sich Tom auf die Kitesurf-Trophy 2011 vorbereiten, wo er seine ersten Ergebnisse im Kitesurfen einfahren will.

Segeln oder Kiten?

Fast wäre alles ein bisschen anders gelaufen. Viele Jungs eifern gerade im Sport ihren Vätern nach. Dann würde Tom jetzt wahrscheinlich mit dem Katamaran auf die See hinaus segeln. Das war es nämlich, was sein Vater an der Ostsee immer gemacht hat. „Mein Bruder und ich wollten da aber nie mitfahren, weil uns das nicht so viel Spaß gemacht hat“, erzählt Tom. Anstatt dessen hat sich der Vater im Fall der Feldhusens einfach an seinen Söhnen orientiert. Der Pionier der Familie war Toms Bruder Nick (18), der vor drei Jahren mit dem Kiten angefangen hat. Daraufhin zog es auch Tom zum Kiten aufs Wasser. Und dann entschloss sich sogar Toms Vater sich ein Board unter die Füße zu schnallen. Eine richtige Kiter-Familie also. Nur Mama Feldhusen steht noch nicht auf dem Board. „Sie macht immer die Bilder und Videos“, berichtet Tom. Eine Unterstützung die nicht zu unterschätzen ist. Denn so ist auch die Homepage der deutschen Nachwuchshoffnung mit aktuellen Bildern und Videos immer auf dem neuesten Stand. 

Ganz schön viel zu tun…

Neben dem Kitesurfen interessiert sich Tom noch für eine Reihe anderer Sportarten. Im Winter geht es schon mal auf die Piste zum Ski fahren oder Snowkiten, im Sommer zum Wakeboarden und fast das ganze Jahr spielt Tom noch Fußball im Verein. Dazu kommen die Wochenenden an der Ostsee. „Eigentlich habe ich fast alles schon ausprobiert, wenn es irgendwas mit Sport zu tun hatte“, sagt Tom lächelnd. Bleibt da überhaupt noch Zeit auch etwas für die Schule zu tun? „Bisher ging die Schule noch recht locker neben dem Kiten her. Jetzt wird es langsam schwieriger, da muss ich mich auf Trapp halten. Wenn dann mal die Noten nicht mehr so stimmen, muss ich vielleicht auch mal ein Wochenende auf das Kiten verzichten“, zeigt sich der 14-Jährige Schüler einsichtig. „Schule geht eben vor“.

„Mit dem Kiten kann man ja auch nicht so viel Geld verdienen“

Eine gute Einstellung. Denn momentan strebt Tom das Abitur an und danach möchte er studieren. Was, das weiß er allerdings noch nicht. Vielleicht lässt er sich ja von seinem Vorbild inspirieren. „Mein Vorbild ist Jan Schiegnitz! Ihm wollten wir das mit dem Kiten nachmachen. Und er schafft es, das Kiten und sein Studium erfolgreich unter einen Hut zu bringen. Das finde ich super! Das will ich auch schaffen!“, sagt Tom entschieden. Jan Schiegnitz studiert Medizin… Wie wichtig eine Ausbildung ist, dessen ist sich Tom bewusst. „Mit dem Kiten kann man ja auch nicht so viel Geld verdienen. Und irgendwann machen auch die Knie nicht mehr so richtig mit. Da braucht man eine Alternative.“

Thema: Sicherheit

Dass es durch die hohe Belastung der Knie oder anderer Gelenke zu Verletzungen kommen kann, ist die eine Seite. Generell hat sich die Sicherheit im Kite-Sport verbessert, versichert Tom. „Das Kiten ist nicht mehr so unsicher, wie es vor ein paar Jahren einmal war. Mittlerweile gibt es sehr gute Systeme. Dadurch kann man sich schnell und einfach vom Kite trennen.“ So lassen sich vor allem Kollisionen mit anderen Kitern vermeiden. Tom selbst musste bisher noch nie „auslösen“, wie das Trennen vom Kite in der Fachsprache genannt wird. „Bisher ist mir auch noch nichts passiert und ich hoffe natürlich, dass das auch so bleibt“.

Erste Contest-Erfahrungen

Je mehr Routine ein Kiter besitzt, desto förderlicher ist das auch für die Sicherheit. Da ist Tom auf dem besten Weg. Er ist zwar erst seit knapp einem Jahr mit seinem Board auf dem Wasser unterwegs, macht aber bereits gute Fortschritte. „Im letzten Jahr habe ich schon viele Tricks und Sprünge gelernt. Natürlich will ich so viel Zeit wie möglich auf dem Wasser verbringen und mich weiter verbessern“. Die ersten Contest-Erfahrungen hat Tom schon gemacht. Im letzten Jahr ist er beim letzten Tourstopp der deutschen Meisterschaft auf Fehmarn mitgefahren. „Leider war dort schlechtes Wetter, so dass wir keine Wertung fahren konnten. Deshalb konnte ich dort auch noch kein Ergebnis einfahren“, erzählt der 14-Jährige.

Kitesurf-Trophy 2011

Das wird sich aber bald ändern. In diesem Jahr ist eine Teilnahme an allen Tourstopps der deutschen Meisterschaft, sprich der Kitesurf-Trophy, fest eingeplant. Dort hofft Tom auf seine ersten und wenn möglich auch guten Ergebnisse. Die Kitesurf-Trophy macht in diesem Jahr Halt in Dahme (13.-15. Mai), Büsum (02.-05. Juni) und Fehmarn (12.-14. August). Trainieren wird Tom zunächst in Ägypten. Im April geht es für eine Woche nach Soma Bay. „Dort werde ich die Saison im Warmen beginnen“, freut sich Tom auf den Trip, zu dem auch seine Eltern mitfahren werden. „Da aus der Familie mittlerweile fast alle Kiten, haben wir die Urlaube schon darauf abgestimmt. Ansonsten wird natürlich an den Wochenenden an der Ostsee trainiert“. Um sich auf einen Wettkampf vorzubereiten, hat Tom schon gewisse Rituale. Zum Entspannen hört er Musik (seine Lieblingsbands: Bloodhound Gang, Kanye West und Linkin Park). Dabei geht er noch einmal alle Sprünge durch, die er sich vorgenommen hat zu zeigen. „Dann noch etwas trinken und einfach so gut es geht alles zeigen was ich kann“.

Große Ziele

Das erste große Highlight steht mit den deutschen Meisterschaften also schon auf dem Plan. „Aber allein jeder einzelne gestandene Sprung ist eigentlich schon ein eigenes Highlight für mich“, zeigt sich Tom bescheiden. Deshalb gehört auch zu Toms Zielen, „mit der Zeit einfach immer mehr Tricks und Sprünge zu lernen“. Die nächsten „größeren“ Ziele hat sich der Geesthachter auch schon gesetzt. „Ich möchte so bald wie möglich meine Tricks auch auf der Eurotour zeigen und, wenn alles gut geht, an den Weltmeisterschaften im nächsten Jahr teilnehmen.“

Eines wollte Tom am Ende des Interviews auf jeden Fall noch loswerden: „Ich möchte mich bei meinen Sponsoren, meiner Familie und bei meinen Freunden für die super Unterstützung bedanken! Ich werde auch in diesem Jahr wieder richtig Gas geben!“

Auf seinem Weg wünschen wir Tom alles Gute und bedanken uns recht herzlich für das Interview!

Im folgenden Video könnt Ihr Euch selbst einen Eindruck von Tom machen:

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Tom Feldhusen - Kitesaison 2010 from Tom Feldhusen on Vimeo.

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