Studie: Dehnen verschlechtert die Kraftentfaltung istockphoto.com/tacojim

Studie: Dehnen verschlechtert die Kraftentfaltung

  • Marco Heibel
Dehnen vor dem Sport gehört dazu. Dabei ist das nicht unbedingt eine gute Idee: Griechische Forscher haben nämlich herausgefunden, dass statische Dehnübung die isometrische Kraftentwicklung und die Schnellkraftentfaltung reduzieren.

Egal ob Kraft- oder Ausdauersportler, Dehnen gehört für viele zum ganz normalen Aufwärmritual. Jahrelang haben uns Fitnessexperten und Mediziner eingetrichtert, dass Dehnübungen nicht nur die Beweglichkeit verbessern, sondern auch das Verletzungsrisiko reduzieren. Kein Wunder, dass man immer noch zahlreiche Sportler vor dem Training oder Wettkampf beim Stretchen beobachten kann.


Neuere Studien legen jedoch den Verdacht nahe, dass Dehnen vor dem Wettkampf gar keine so gute Idee sei. Im Gegenteil: Durch Stretching wird die Leistung gemindert, und das Verletzungsrisiko kann sogar steigen. Statisches Dehnen vor einer Belastung reduziert die Schnellkraftentfaltung und beeinträchtigt die Fähigkeit des Gehirns, den Muskel zu kontrollieren. Griechische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Muskelkraft umso stärker nachlässt, je länger man dehnt.

Studie: Je länger, desto schlechter


Dafür haben sie in einer Versuchsreihe den Effekt von Dehnübungen, die zwischen 10 und 60 Sekunden gehalten wurden, auf die isometrische Kraftentwicklung und die Schnellkraft untersucht. 30 Sekunden statisches Dehnen verschlechtert die isometrische Kraftentwicklung um fast 9 Prozent. Wer 60 Sekunden dehnt, verschlechtert sein isometrisches Kraftpotenzial sogar um bis zu 16 Prozent. Auch auf die Schnellkraft hat statisches Dehnen von 30 Sekunden oder länger eine ähnliche Wirkung. Deshalb empfehlen sie, statische Dehnübung über 30 Sekunden zu vermeiden, wenn anschließend Bewegungen durchgeführt werden, bei denen es auf die Maximalkraft und eine explosive Kraftentwicklung ankomme.

(Quelle: Journal Strength Conditioning Research, 22-2008, S. 40-46)

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