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Stressfaktoren - Ich bin dann mal gestresst

  • Jörg Birkel
Job, Familie und die eigenen Erwartungen und Ansprüche an uns selbst, können Stress verursachen. Ein bisschen Stress ist sogar förderlich, aber zu viel davon schadet der Gesundheit. Doch hat der Stress in den letzten Jahren in Deutschland wirklich zugenommen?

Glaubt man einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse, dann steigt die Stressbelastung an. Rund Zweidrittel der Befragten gaben an, dass sie sich heute gestresster fühlten, als vor drei Jahren. Und lediglich 4 Prozent sagten, dass Sie nie gestresst seien. Das sind alarmierende Zahlen.

Zumal der Stress nicht, wie häufig angenommen, in erster Linie durch den Beruf verursacht wird. US-Forscher der Penn State Universität fanden heraus, dass die Stressbelastung im Privatleben sogar höher sei als im Job. Dafür maßen die Wissenschaftler mehrmals täglich die Cortisolwerte von 122 Angestellten. Cortisol ist ein Hormon, welches in Stresssituationen vom Körper ausgeschüttet wird.

Zur Überraschung der Wissenschaftler wiesen die Probanden bei der Arbeit niedrigere Cortisolwerte auf als zu Hause. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Versuchsteilnehmer Singles waren, in Paarbeziehungen lebten oder Kinder hatten. Für die Stressreduzierung braucht es also einen umfassenderen Ansatz. Bisher hat sich die Forschung auf die Stressvermeidung am Arbeitsplatz konzentriert.

Wir haben ein paar typische Stressverursacher ermittelt, und geben dir Tipps, wie Du ein stressfreieres Leben führen kannst:

1) Beziehungsprobleme

Streitereien sind in Paarbeziehungen sicherlich normal, aber sie verursachen eben auch Stress. Wenn Du unnötigen Stress vermeiden willst, dann arbeite an Deiner Beziehung. Versuche herauszufinden, wo die Ursache für die üblichen Konflikte liegt und bekämpfe das Problem an der Wurzel. Jeder vermiedene Streit führt zu weniger Stress.

2) Geldsorgen

Immer mehr Deutsche sorgen sich um ihre Zukunft. Wie sicher ist mein Job? Kann ich morgen noch meine Miete bezahlen? Wie hoch wird meine Rente sein? Verschaff Dir einen Überblick über Deine aktuelle Finanzlage, dann weißt Du, was Du Dir aktuell leisten kannst und was nicht. Wenn Du aufzeichnest, wofür Du Dein Geld ausgibst, findest Du auch schnell Einsparmöglichkeiten. Das hilft schon mal die alltäglichen Sorgen und damit Stress zu reduzieren.

3) Zukunftsängste

Wenn Du Deine gegenwärtige Finanzsituation im Griff hast, können wir uns mit der zukünftigen Finanzsituation beschäftigen. Bist Du mit Deinem Einkommen nicht zufrieden, dann überlege Dir genau, wo Du hin willst und erarbeite einen Plan, der Dich Deinem Ziel näher bringt. Viel wichtiger ist aber, dass Du Deine Sorgen in den Griff bekommst. Hast Du noch einen Job? Dann entspanne Dich. Vielleicht wirst Du diesen eines Tages wechseln müssen, aber das sollte Dich heute nicht belasten. Denke darüber nach, wenn es soweit ist. Hast Du keinen Job, dann versuche strukturiert daran zu arbeiten, wieder eine Beschäftigung zu finden.

4) Schlechter Schlaf

Der Schlaf gehört zu den wichtigsten Regenerationsmaßnahmen des Körpers. Das gilt aber nicht nur für Deine Fitness, sondern auch für Deine Psyche. Wer wenig und schlecht schläft, ist im Alltag gestresster. Mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht sind Pflicht. Und wenn du schlecht schläfst, dann suche nach den Ursachen. Schaffe Dir einen Puffer vor dem Zubettgehen. Dein Körper braucht Ruhe, um abzuschalten.

5) Sport

Mit Sport kann man Stress abbauen. Zumindest liest man das immer wieder. Sport kann aber auch zusätzlichen Stress verursachen. Wenn Du Deine Workouts immer zwischen Tür und Angel machst oder regelmäßig ans Limit gehst, dann schüttet Dein Körper Cortisol aus, statt es abzubauen. Plane also ausreichend Zeit für Deinen Sport ein, aber übertreibe es nicht. Dein Training sollte maximal einen Stunde dauern. Trainierst Du länger, steigt die Cortisolausschüttung. Das wiederum hemmt die Ausschüttung von muskelaufbauenden Hormonen wie Testosteron oder Wachstumshormonen.

6) Ernährung

Auch die Ernährung gehört zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance dazu. Ungesunde und minderwertige Lebensmittel belasten Deinen Körper zusätzlich. Versuche Dich möglichst natürlich zu ernähren und Dir ausreichend Zeit fürs Essen zu nehmen. Mahlzeiten unter Zeitdruck erhöht die Kalorienzufuhr. Nimm Dir Zeit fürs Essen und genieße es. Das reduziert den Stress und Deine Figur wird es Dir danken.

7) Auftanken

Ruhe, Entspannung, Wellness – nimmst Du Dir eigentlich regelmäßig die Zeit, auch mal die Seele baumeln zu lassen? Ein ausgiebiger Saunabesuch kann den Cortisolspiegel genauso senken, wie ein Spaziergang im Wald oder eine Wellnessmassage. Gönn Dir mal was, Du hast es verdient.

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