Schadlos - Hypertrophie auch ohne Muskelschäden möglich Thinkstockphotos.com

Schadlos - Hypertrophie auch ohne Muskelschäden möglich

  • Jörg Birkel
Unsere Muskulatur ist ein sehr anpassungsfähiges Gewebe. Es unterliegt ständigen Auf, Ab- und Umbauprozessen. Bewegen wir uns kaum oder werden Gelenke ruhig gestellt, kommt es zu einem raschen Muskelabbau. Arbeiten wir stattdessen gegen einen Widerstand, wachsen unsere Muskeln.

Bisher gingen viel Experten davon aus, dass der für ein Muskelwachstum nötige Trainingsreiz immer mit muskulären Schäden einhergeht. Oder anders ausgedrückt: In zahlreichen Versuchen konnten Wissenschaftler beobachten, dass es durch intensives Training zu Mikrotraumen in der Muskulatur kommt. Die dadurch indizierten Reparaturmaßnahmen hielt man für zwingend notwendig, damit die Muskeln wachsen.

Nun haben Forscher der Northern Arizona Universität herausgefunden, dass es für Muskelwachstum zwar nötig sei, die Muskeln zu stressen, ein signifikanter Muskelschaden sei jedoch nicht nötig. Dafür haben die Wissenschaftler biochemischer Marker für Muskelschäden und den Eiweißstoffwechsel bei trainierten und untrainierten Probanden gemessen.

Beide Gruppen mussten ein Krafttraining absolvieren. Die untrainierte Gruppe nahm an einem sehr intensiven Programm teil. Dabei beobachteten die Forscher, dass zu entzündlichen Prozessen und Muskelschäden kam. Die Trainierten absolvierten dagegen ein stufenweise anstrengender werdendes Workout.

Fazit: Das messbare Muskelwachstum und der Stärkezuwachs waren in beiden Gruppen gleich. Daraus schlossen die Forscher, dass signifikante Muskelschäden nicht für eine Hypertrophie notwendig seien.

(Journal Of Experimental Biology, 2011)

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