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Ausgebeult - Sport und Cellulite

  • Marco Heibel
Cellulite (umgangsprachlich: Orangenhaut) ist eine Form der Fetteinlagerung. Meist sind Frauen betroffen, weil deren Bindegewebe labiler ist. Begünstigt wird Cellulite durch zunehmenden Muskelabbau im Alter. Deshalb ist Sport ein wichtiger Baustein, um die ungeliebten Dellen zu bekämpfen.

Es ist schon viel geschrieben worden zum Thema Cellulite: wie sie entsteht, warum vor allem Frauen betroffen sind und welche teuren Cremes und Produkten dagegen helfen könnten. Fakt ist, dass Alter, Gewicht, Ernährung und der Hormonhaushalt Einfluss auf die Fetteinlagerung haben.



Ein wesentlicher Punkt ist jedoch der zunehmende Muskelabbau mit fortschreitendem Alter. Ab dem 25. Lebensjahr verlieren wir in 10 Jahren durchschnittlich bis zu drei Kilogramm Muskelgewebe, gleichzeitig steigt, zumindest statistisch gesehen, der Körperfettanteil. Allerdings sind wir dieser Statistik nicht hilflos ausgeliefert.

Sind die Gene schuld?


Der schleichende Verlust von Muskelmasse ist unserem trägen Lebenswandel geschuldet. Unsere Muskeln müssen arbeiten, wenn wir sie erhalten wollen. Denn Muskeln sind stoffwechselaktives Gewebe, das unnötige Energie verbraucht, wenn wir es nicht benutzen.

Für das Cellulite-Phänomen ist das von entscheidender Bedeutung: Verlieren sie Muskelmasse, nimmt auch das Volumen der Muskulatur im Bein ab. Das kann man sich wie einen Ballon vorstellen, aus dem allmählich die Luft entweicht. Mit dem Druckverlust verliert die Hülle an Spannung, und es bilden sich Dellen. Bei einem Bein ist der schwindende Muskel quasi die entweichende Luft.

Allerdings lässt sich dieses Phänomen in der Natur schwerer beobachten, denn der Umfang des Beins bleibt erst einmal gleich oder nimmt mit der Zeit sogar zu. Mit dem Muskelschwund sinkt nämlich der tägliche Grundumsatz. Die überschüssige Energie lagert der Körper als Fett ein, sodass wir kein Volumen verlieren. Erst mit den Jahren werden die verlorene Spannkraft und die schwindende Form des Beines sichtbar.

Muskeln formen den Körper


Die Muskululatur ist es, die dem Bein seine Form gibt. Daher ist Sport die wichtigste Maßnahme im Kampf gegen Cellulite. Es kommt jedoch darauf an, welche Sportarten Du betreibst und wie intensiv Du Dich beim Sport forderst. Laufen ist beispielsweise gut für die Fettverbrennung, baut aber nur wenig Muskeln auf. Daher kann man Cellulite auch bei relativ schlanken Läuferinnen beobachten.

Krafttraining oder Radfahren verbrennen dagegen nicht nur Fett, sondern führen gleichzeitig zu einem Muskelaufbau und straffen somit das Gewebe. Die Dellenbildung wird dadurch abgemildert. Radfahren macht Spaß, ist aber relativ zeitaufwendig. Die wesentlich zeiteffizientere Maßnahme ist daher Krafttraining.

Wer seine Hautprobleme reduzieren will, sollte daher dreimal pro Woche ein Ganzkörpertraining durchführen. Schwerpunkt des Trainings sollten einfache Übungen wie Kniebeugen oder Ausfallschritte sein, die man auch bequem zu Hause ausführen kann. Damit das Training auch den gewünschten Erfolg zeigt, solltest Du unbedingt intensiv trainieren. Eine halbe Stunde reicht dafür schon aus, aber in dieser kurzen Zeit solltest Du möglichst wenig Pausen machen und den Körper richtig fordern.

Für den Anfang reichen Übungen mit dem eigenen Körpergewicht völlig aus. Eine Auswahl für daheim oder unterwegs findest Du hier:

• Kniebeugen
• Ausfallschritte
• Ausfallschritt zur Seite
• Burpees (Strecksprünge aus der Hocke)
• Dips
• Liegestütze
• Klimmzüge
• Tischklimmzüge
• Unterarmstütz
• Brücke
• Seitstütz
Crunch

Kombiniere je eine Übung für Beine, Rumpf, Brust und Rücken zu einem Zirkelprogramm und absolviere 5 Durchgänge mit je 10-20 Wiederholungen oder einer Haltezeit von 30-60 Sekunden bei statischen Übungen. Nach jedem Durchgang machst Du eine Minute Pause.

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