Traumfigur mit Ultraschallfettzerstörung? istockphoto.com

Traumfigur mit Ultraschallfettzerstörung?

  • Nils Borgstedt
Der Sommer kommt, die Pfunde sollen weg. Aber Sport - muss das sein? Nicht selten versuchen Menschen ihrer Wunschfigur durch plastische Chirurgie näher zu kommen. Eine neue Methode überflüssiges Fettgewebe zu entfernen ist die Ultraschallfettzerstörung. Und diese Methode kommt ohne Einschnitt aus.

Das Wetter ist schön, die Strandfigur soll her, damit der Besuch am Badesee nicht zum ästhetischen Reinfall wird. Mit Sport und ausreichend Bewegung ist das in der Regel gut zu schaffen. Dennoch lassen sich immer wieder Menschen von plastischen Chirurgen unliebsame Fettpölsterchen entfernen. In Deutschland werden laut der Nachrichtenagentur ddp jährlich 520.000 Schönheitsoperationen durchgeführt. Es geht aber auch ohne Skalpell. Im Bereich der Fettreduzierung ist eine neue, schmerzfreie Technik auf dem Vormarsch – die Ultraschallfettzerstörung.

Ultraschallwellen sollen Fettzellen zum Platzen bringen


Hinter der Methode der Ultraschallfettzerstörung versteckt sich die Überlegung, mit Hilfe von Ultraschallwellen Fettzellen zu zerstören. Ähnlich wie bei einer normalen Ultraschalluntersuchung wird Kühlgel auf die Haut aufgetragen und das Ultraschallgerät aufgesetzt. „Die Strahlung wird gebündelt. Die Strahlungs-Wellen sollen die Fettzellen unter der Haut zum Platzen bringen“, erklärt Dr. Walther Jungwirth, Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie in Wien. „Die Ultraschallfettzerstörung ist eine äußerliche Anwendung und ein operativer Eingriff kann so vermieden werden“, erklärt der Facharzt weiter. Zerstörte Fettzellen sollen über die Lymphe und Leber verstoffwechselt werden. Soweit die Theorie, in der Praxis sieht es ein wenig anders aus.
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In der Praxis hat sich diese Methode der Fettreduzierung bislang noch nicht vollkommen durchgesetzt. „Die Technik ist noch nicht ganz ausgereift“ sagt Dr. Jungwirth. „Bisher ist die Energie, die die Geräte liefert, zu gering, um eine Zerstörung der Zellen auszulösen. Würde man die Energie erhöhen, wären verstärkte Nebenwirkungen als Folge zu erwarten“, erklärt der Experte. Bisher sind aber noch kaum Nebenwirkungen bekannt. Ein weiteres Problem ist die schlechte Überprüfbarkeit der Resultate. „Das Fett bleibt trotz der Verstoffwechselung im Fettkreislauf enthalten, wird also nicht wirklich entfernt“, sagt Dr. Jungwirth. Man kann nicht kontrollieren, wie viele Fettzellen unter der Haut tatsächlich zerplatzt sind. Außerdem ist eine genaue Lokalisierung, was wo zerstört wurde, nur schwerlich möglich. „Die minimalen Veränderungen, die mit dem Maßband festgestellt werden können, können auch von Wirkungen des Ultraschalls auf die Lymphe herrühren“, sagt Dr. Jungwirth.

Finger weg von unausgereiften Techniken


Von unausgereiften Techniken sollte man grundsätzlich die Finger lassen und in der Regel kann das gewünschte Ergebnis häufig auch mit Sport und ausgewogener Ernährung erreicht werden, wodurch eine Schönheits-OP überflüssig wird. Außerdem sollte man grundsätzlich daran denken, dass ein Eingriff in den menschlichen Organismus immer eine extreme Stresssituation für den Körper darstellt und Komplikationen niemals ausgeschlossen werden können.

Nils Borgstedt

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