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Radioaktivität in Lebensmitteln – eine Übersicht

Noch in diesem November wird eine Verordnung in Kraft treten, die den Schutz des Trinkwassers verbessern soll. Im Fokus: Die radioaktive Strahlenbelastung. Aber wie sieht es generell mit Strahlung in unseren Nahrungsmitteln aus?
„Radioaktivität in Lebensmitteln“ – diese Aussage ruft bei den meisten Menschen erstmal eine ablehnende Haltung, eine negative Reaktion hervor. Und das völlig zurecht. Aber: Wie so oft macht auch hier die Dosis das Gift. In Lebensmitteln ist nämlich schon von Natur aus radioaktives Material enthalten. Ungenießbar sind sie deshalb noch lange nicht.

Zwei Arten von Strahlung

Radioaktive Strahlung kommt in zwei Arten vor. Zum einen als künstliche, unnatürliche Strahlung, etwa bei medizinischen Untersuchen wie Röntgen oder Kernspintomographie, zum anderen als natürliche Strahlung, quasi ein Überbleibsel aus der Entstehungsphase der Erde. Natürliche Strahlung tritt unter anderem in Nahrungsmitteln auf.

In der Nahrung kommen sogenannte natürliche Radionuklide vor. Dies sind instabile Atomsorten, deren Kerne radioaktiv zerfallen. Durch den Zerfall des Kerns entsteht Strahlung. Da natürliche Radionuklide in der Natur vorkommen, werden diese von auch Tieren und Pflanzen aufgenommen. Durch pflanzliche und tierische Erzeugnisse für die menschliche Nahrung oder auch das Trinkwasser gelangen die radioaktiven Nuklide in unseren Körper. Aber auch über die Luft werden Nahrungsmittel kontaminiert. Künstliche Strahlung kann in Nahrungsmitteln als Folge von Niederschlag nach Kernwaffentests, Reaktorkatastrophen oder dem generellen Umgang mit radioaktiven Stoffen (z. B. Atomkraftwerke) vorkommen. Beispielsweise sind bestimmte Pilz- und Wildarten in Deutschland als Folge der Tschernobyl-Katastrophe 1986 nach wie vor stark mit Cäsium-137 belastet.

Nahrungsmittel ungefährlich

In der Regel sind die Nahrungsmittel aber in so geringen Maßen verstrahlt, dass sich keine gesundheitlichen Auswirkungen beim Menschen bemerkbar machen. Die natürliche Strahlenbelastung eines Menschen liegt insgesamt bei etwa 2 Millisievert (mSv) pro Jahr. Über die Nahrung werden davon lediglich 0,3 mSv pro Jahr aufgenommen. Die Strahlenmenge, die über das Trinkwasser aufgenommen wird, lag bei einer Studie aus dem Jahr 2004 bei einem Erwachsenen bei 0,009mSv pro Jahr. Erst ab einer Kontamination mit 1 – 1,5 Sievert im gesamten Körper tritt die akute Strahlenkrankheit auf.

Strahlenbelastung von Lebensmitteln in Bq/kg (Spezifische Aktivität)


Lebensmittel K-40 U-238 Ra-226 Pb-210 Po-210 Rn-222
Getreide 87-246 0,02-0,4 0,04-1,54 0,04-10,2 0,2-1,94
Kartoffeln 122-194 0,02-3,09 0,02-1,3 0,02-0,63 0,2-0,33
Kohl 59-196  0,02-0,75  0,01-0,68  0,004-1,28  0,004-1,13
Möhren 72-134  0,07-2,31  0,06-0,49  0,02-4,9  0,02-5,2
Beerenobst 107-190  0,06-1,8  0,03-5,38  1,2 - 14,8  0,52 - 2,24
Pilze 8-233  0,18 - 5,1  0,01 - 16  0,09 - 4,1  0,2 - 5,2
Fisch 80-120  0,5 - 7,4  0,05 - 7,8  0,02 - 4,42  0,05 -5,2
Fleisch 60-120  0,001 - 0,02  0,03 - 0,18  0,1 - 1  0,2 - 4
Milch 35-65  0,001 - 0,13  0,004 - 0,26  0,003 - 0,07
Trinkwasser 0,003-1,2 0,0005-0,6 0,0005-0,3 0,2-1500
Quelle: Alle Daten von Michel, Rolf, Radionuklide: Gesundheitsschäden durch strahlende Lebensmittel, 2010

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