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Neue Erkenntnisse - Rotes Fleisch schadet den Gefäßen

  • Christian Riedel
Fleisch-Gegner wollten es schon immer gewusst haben, dass rotes Fleisch schlecht für die Gefäße ist. US-Forscher haben nun eine Antwort gefunden, warum das tatsächlich stimmt. Verantwortlich sind dafür bestimmte Darmbakterien und ein Stoff, auf den viele Sportler nicht verzichten wollen.

Rind- und Schweinefleisch erhöhen tatsächlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das liegt an bestimmten Mikroben im Verdauungstrakt, die das im Fleisch reichlich enthaltene L-Carnithin in eine Substanz umwandelt, die schlecht für die Gefäße ist. Der eine oder andere Sportler wird beim Begriff L-Carnithin wohl hellhörig. Tatsächlich handelt es sich hierbei um denselben Stoff, der von vielen Kraft- und Ausdauersportlern als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen wird.

Wie so oft ist L-Carnithin an sich nicht schädlich. Tatsächlich ist es sogar lebensnotwendig, da es in den Mitochondrien eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung spielt. Um im Wettkampf mehr Energie zu haben, ist L-Carnithin ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel. Doch bereits im letzten Jahr entdeckten Forscher um Robert Koeth von der Cleveland Clinic, dass durch die vermehrte Aufnahme von L-Carnithin in der Darmflora bestimmte Bakterien fördern, die den Stoff in Trimethylamin (TMA) umbauen. TMA ist nun wiederum eine Vorform des Moleküls Trimethylamin-N-Oxid (TMAO), welches die Gefäße schädigen kann. Das ist allerdings nicht die einzige negative Auswirkung von einer vermehrten L-Carnithin-Aufnahme.

Krebs und Arteriosklerose


Zumindest in einem Experiment mit Mäusen zeigte sich, dass neben dem TMA ein weiteres Molekül verstärkt produziert wird, das so genannte Gamma-Butyrobetain (γ-BB). Dieses schadet nicht nur den Gefäßen, es steht zudem im Verdacht, krebserregend zu sein. Auffällig war, dass bei Mäusen, bei denen die Darmflora durch Antibiotika abgetötet war, weder TMY noch γ-BB produziert wurde. Bekamen die Mäuse über einen längeren Zeitraum L-Carnithinhaltiges Futter, erhöhte sich der Anteil an Mikroben, die die gefäßschädigenden Stoffe produzieren.

Die Forscher glauben, dass sie durch ihre Entdeckung nun Produkte herstellen können, die die negativen Auswirkungen auf die Gefäße durch den Genuss von zu viel rotem Fleisch mindern können. So soll jeder ein Steak essen können, ohne Angst vor Arteriosklerose haben zu müssen. Ob das natürlich die ideale Methode ist, Das Risiko durch zu viel Fleischgenuss zu minimieren, sei einmal dahin gestellt. Und bis es soweit ist, sollte man um seine Gefäße zu schonen weniger häufig rotes Fleisch essen und auch bei der Einnahme von zu viel L-Carnithin eher vorsichtig sein.

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