Die Slashpipe – Gegen Dysbalancen und für Stabilität Nils Borgstedt

Die Slashpipe – Gegen Dysbalancen und für Stabilität

Die Slashpipe ist auf der FIBO, der größten Fitnessmesse in Europa, mit dem begehrten Innovation Award ausgezeichnet worden. Das Trainingsgerät dient unter anderem dem Ausgleich muskulärer Dysbalancen. Wir uns das Gerät am Messestand von Slashpipe genauer angeschaut.
Bei der Slashpipe sticht eines direkt ins Auge: Das einfache Design. Ein mit Wasser gefülltes Rohr, das an beiden Seiten verschlossen ist und an dem zwei Griffschlaufen montiert sind. Die zweite Besonderheit macht sich schon nach kurzer Zeit in Armen und Rumpf bemerkbar, wenn man die Slashpipe in Händen hält: die Effektivität.

Durch das sich ständig bewegende Wasser muss die Muskulatur dauernd ausgleichende Kontraktionen ausführen. Ziel beim Training mit der Slashpipe ist es nämlich, das Wasser möglichst ruhig zu halten – ein Ding der Unmöglichkeit. Hierin liegt auch der Unterschied zu anderen instabilen Systemen, wie beispielsweise dem Flexibar. Bei solchen Geräten herrschen konstante und gleichmäßige Schwingungen, das Wasser hingegen verhält sich immer anders – oder wissenschaftlicher ausgedrückt: „stochastisch chaotisch“, wie es Professor Jürgen Freiwald von der Universität Wuppertal in einem Statement zur Slashpipe ausdrückt. Es werden immer wieder andere Reize gesetzt, keine Übungsausführung gleicht exakt der anderen. Spannend.

Slashpipe - Übungen

Beim Training mit der Slashpipe werden Koordination und Gleichgewicht geschult, sowie die Tiefenmuskulatur und Rumpfmuskulatur angesprochen. Das Übungsspektrum reicht vom bloßen halten der Slashpipe mit hängenden Armen über das Halten mit ausgestreckten Armen bis hin zu Ausfallschritten und einbeinigen Kniebeugen mit der Slashpipe über Kopf. Relativ einfache Gleichgewichtsübungen wie das Stehen auf einem Bein werden mit der Slashpipe ebenfalls auf ein neues Level gehoben.
Die Slashpipe bietet sich zum Einsatz in der Physiotherapie genauso an, wie im Fitness- und Trainingsbereich. Je nach Zielgruppe und Trainingsziel gibt es die Slashpipe in verschiedenen Längen und unterschiedlicher Schwere, um das Training individuell gestalten zu können.

Slashpipe – Hintergrund

Die Slashpipe wurde von vier Freunden in Essen entwickelt. Etwa zwei Jahre tüftelten Michael Eckerl, Martin Kammler, Frank Jablonowski und Dr. Karsten Witte, ehe 2014 der erste Prototyp fertiggestellt war. Die Essener wollten ein Trainingsgerät entwickeln, das „Koordination, Feingefühl und Körperwahrnehmung verbessert“, erzählt Witte als wir auf der FIBO am Slashpipe-Stand vorbeischauen.

Die Rohre aus Makrolon-Kunststoff werden in Wilhelmshaven produziert, nach Essen geliefert und dort in der Behindertenwerkstatt Franz-Sales-Haus befüllt, verschlossen und mit Griffschlaufen versehen.
Die Slashpipe gibt es in sechs unterschiedlichen Größen, die Preisspanne reicht von 69,00 Euro für die Kleinste (Slashpipe Single) bis zu 399,00 Euro für das größte Modell, die Monsterpipe.

Neben dem FIBO Innovation Award wurde die Slashpipe bereits auf der ISPO München mit dem ISPO Gold Award und von der Fachzeitschrift Fitness Tribune mit dem Innovation Award ausgezeichnet.

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