Wie alles begann – Stefan Blöcher getty images

Wie alles begann – Stefan Blöcher

  • Nils Borgstedt
Stefan Blöcher ist eine Hockeylegende. Er spielte insgesamt 259 Mal für die deutsche Nationalmannschaft, holte 1984 und 1988 die Silbermedaille bei olympischen Spielen und wurde 1987 zum Welthockeyspieler gewählt. Im Interview spricht er über seine Karriereanfänge, Förderer und soziales Engagement.

netzathleten: Stefan, mit welchen Problemen hattest Du zu Beginn Deiner Karriere zu kämpfen?
Stefan Blöcher: Also mit richtig großen Schwierigkeiten hatte ich nicht zu kämpfen. Es gab allerdings einen entscheidenden Satz von meiner Mutter. Ich war kein besonders guter Schüler und da hat sie gesagt: „Das Einzige, womit du es zu etwas bringen kannst, ist dein begnadetes Talent, Hockey zu spielen“. Als 12-Jähriger bin ich dann schon als Deutschlands bester Nachwuchsspieler ausgezeichnet worden und während meiner Laufbahn waren eigentlich nur Verletzungen, allen voran Schleimbeutelentzündungen, wirkliche Schwierigkeiten. Insgesamt ging meine Laufbahn aber recht reibungslos vonstatten.

netzathleten: Und hattest Du besondere Förderer in Deiner Jugend?
Stefan Blöcher: Wie für eine Randsportart typisch, treten natürlich in erster Linie die Familie und vor allem die Eltern als Förderer auf. Mein Vater war Trainer und hat mich immer sehr hart angepackt. So etwas formt natürlich. Im Grunde muss man aber sagen: Wenn man in den Spitzenbereich kommen will, muss man das Gen dafür in sich tragen. Und wenn man dieses Gen nicht hat, dann wird man nie in die absolute Spitze kommen. Du kannst zwar geformt und gefördert werden, aber das Talent muss man selber mitbringen.

Netzathleten: Du hast gesagt, dass dein Vater Dich manchmal hart angepackt hat. Das Training wird dementsprechend nicht immer leicht gewesen sein. Gab es auch Phasen, in denen Du gesagt hast: „Ich hab keinen Bock mehr, ich lass‘ es sein.“?
Stefan Blöcher: In meiner Jugend gar nicht. Das erste Mal kam mir ein solcher Gedanke mit 28. Da gingen mir Training, Mannschaftssitzung, Videositzung und so weiter auf die Nerven.

netzathleten: Dass sind alles Probleme, die direkt mit dem Sport zusammenhängen. Bei Laureus stehen gerade Kinder im Mittelpunkt, die häufig auch mit sozialen Problemen zu kämpfen haben. Du unterstützt die Projekte von Laureus als Botschafter. Was bewegt dich zu diesem Engagement?
Stefan Blöcher: Ganz einfach: Dieses Glück, das ich hatte. Ich bin in der normalen, unteren Mittelschicht geboren und habe über Sport eigentlich alles erreicht. Und davon etwas zurückzugeben, ist ein Muss, und deshalb auch mein Wille. Ich habe während meiner Karriere in vielen Ländern gespielt, beispielsweise in Indien oder in Südamerika. Wenn man erlebt, was dort in den Slums abgeht, muss man helfen, die Lage dort zu verbessern. Daher unterstütze ich Laureus.

Netzathleten: Vielen Dank, Stefan.

Obwohl ihm die ganz großen Titel Weltmeister und Olympiasieger verwehrt blieben, ist Blöcher hierzulande nach wie vor eine Legende. Er ist bis heute der einzige Hockeyspieler, der von seinem Sport leben konnte. Nach seiner aktiven Karriere fungierte er unter anderem als Nationaltrainer von Kuba und Simbabwe. Inzwischen ist er erfolgreicher Sportunternehmer und wurde 2008 zum Laureus Botschafter ernannt. Seit dem setzt er seine Bekanntheit ein, um die Projekte der Laureus Sport for Good Stiftung zu unterstützen.

Hintergrundfarbe Laureus

Copyright © 2017 netzathleten