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Internationale Wochen gegen Rassismus – auch im Sport

  • Anja Rau
Vom 12. bis 25. März 2012 finden die internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Weltweit stehen Tagungen, Ausstellungen und vieles Weiteres auf dem Programm. Auch im Sport werden in diesem Rahmen diverse Projekte realisiert.

Der 1. FC Kaiserslautern hat am 23. Spieltag in Mainz verloren, wieder einmal eine Niederlage in dieser Saison. Als wäre das nicht genug, beleidigten einige Zuschauer beim Training am nächsten Morgen ihren eigenen Stürmer. Itay Shechter ist Israeli, was für einige Unbelehrbare wohl Anlass war, ihn mit rechtsradikalen Gesten und antisemitischen Äußerungen zu beleidigen.

Anderer Ort, anderer Anlass, ebenfalls Rassismus: Luis Alberto Suarez, Fußballer in Diensten des FC Liverpool, verweigert seinem Gegenspieler, Patrice Evra von Manchester United, den Handschlag. Das war allerdings nicht das erste Mal, dass die beiden aneinander gerieten. Bereits während des Hinspiels hat Suarez seinen Kollegen rassistisch beleidigt und musste in der Folge eine lange Sperre absitzen.

Doch nicht nur die Sportler selbst sind Rassismus und Diskriminierung ausgesetzt, einige teilen genauso aus:
Wegen angestimmter Schmähgesänge beim Derby gegen Kaiserslautern („Scheiß Kaiserslautern“) muss Mohammed Zidan vom 1. FSV Mainz 05 nun 6000 Euro Strafe zahlen. Dies hat das Sportgericht des DFB entschieden. Allerdings hatte sich der Spieler bereits kurz nach dem Vorfall beim Verein entschuldigt und der Strafe zugestimmt.

In den internen Regelungen des FSV Zwickau ist kürzlich ein Termin hinzugekommen: Einmal im Monat gibt es für die Mannschaft nun ein Forum über gesellschaftliche Fragen. Dies erschien der Vereinsleitung nötig, nachdem ihr Spieler Robin Hölzel sich im Internet abfällig über die „The Voice of Germany“-Siegerin geäußert hatte. Ivy Quainoo ist dunkelhäutig, Hölzel soll sie als „Nicht-Deutsche“ beschimpft haben, weswegen sie die Sendung nicht hätte gewinnen dürfen. Vom Verein ist Hölzel für vier Wochen suspendiert worden, zudem muss er eine Geldstrafe zahlen.

Diskriminierung vorbeugen

Diskriminierung aus der Gesellschaft möglichst verbannen, das soll eines der Ziele der Wochen gegen Rassismus sein. Allein in Deutschland ist die Bandbreite der anstehenden Projekte groß. In vielen Fußballstadien gibt es vor den Partien Ankündigungen und Aufrufe sich auch außerhalb des Stadions gegen Rassismus zu engagieren.

Vor dem Basketball-Bundesligaspiel der Fraport Skyliners gegen BG Göttingen findet in Frankfurt der „Cup ohne Grenzen“, ein Jedermann-Basketballturnier statt, bei dem unter anderem eine Mannschaft des Deutschen Olympischen Sportbundes teilnimmt.

Auch das Thema Integration spielt während der Aktionstage eine wichtige Rolle. So steht in Nürnberg ein Fachtag zum Thema „Integration in und durch den Sport“ auf dem Plan.

In Frankfurt wird die Ausstellung „BallARBEIT“ gezeigt, die die Migration und kulturelle Entwicklung in Europa durch den Spiegel des Fußballs darstellt. In diesem Rahmen sollen auch integrative Möglichkeiten und Identifikationsangebote diskutiert werden.

Rechtsextremismus im Stadion

Viele Symbole und Gesten aus der NS-Zeit sind heute verboten. Doch durch Codes verständigen sich Rechtsextremisten trotzdem und können ihre Botschaften so auch in der Öffentlichkeit verbreiten. Wie dieses System agiert und funktioniert wird in Halle unter dem Thema „Versteckspiel – Symbole und Codes des Rechtsextremismus im und um den Sport“ verdeutlicht.

Rassismus, Diskriminierung, Antisemitismus und Integration sind Teilbereiche der Aktionstage. Weitergehende Informationen zu den internationalen Wochen gegen Rassismus gibt es unter: http://www.internationale-wochen-gegen-rassismus.de/

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