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Funktionskleidung – Was bedeutet wasserdicht?

  • Christian Riedel
Für Sport bei schlechtem Wetter braucht man Funktionskleidung, die möglichst wasserdicht ist. Wie gut eine entsprechende Regenkleidung vor Nässe schützt, gibt die so genannte Wassersäule an. Aber was genau beschreibt diese Angabe und wie wird diese berechnet?

Egal ob beim Wandern, beim Laufen oder beim Wintersport, wenn es draußen nass ist, braucht man eine wasserfeste, besser eine wasserdichte Jacke, um einigermaßen trocken zu bleiben. Angebote für entsprechende Funktionskleidung gibt es viele. Die Preisspanne liegt hier bei wenigen Euro für eine Jacke bei Lebensmitteldiscountern bis zu mehreren hundert Euro im Fachhandel. Leider sieht man es dem Stoff nicht an, ob er wasserdicht oder wasserfest ist. Insofern braucht man ein paar weitere Angaben, die einem beim Einkaufen helfen können. Eine wichtige Größe ist hier die so genannte Wassersäule.

So wird die Wassersäule berechnet


Die Wassersäule ist die Maßeinheit, die angibt, wie dicht ein Stoff ist. Unter einem Messzylinder mit einer Fläche von 10cm² wird das zu testende Gewebe aufgespannt und der Zylinder mit Wasser gefüllt. Solange der Zylinder leer ist, beträgt der Druck natürlich null. Beim Test wird der Behälter so mit Wasser gefüllt, dass der Druck auf den Stoff pro Sekunde um 10mm Wasserhöhe im Zylinder steigt. Dabei wird die Zeit gemessen, bis sich an der Rückseite des Stoffs der dritte Wassertropfen gebildet hat. Sobald das passiert ist, wird der Druck gemessen. Wenn das beispielsweise nach zehn Sekunden passiert ist, hätte das entsprechende Gewebe eine Wassersäule von 100mm.

Was heißt wasserdicht?


Hat ein Gewebe eine Wassersäule von 100mm, wäre man bei einem leichten Regen schnell durchnässt. Insofern reicht es natürlich nicht zu wissen, was die Wassersäule bedeutet, man sollte auch wissen, wie hoch die Wassersäule sein sollte, damit man von wasserdichtem Gewebe sprechen kann. Natürlich gibt es hier auch entsprechende Richtwerte, die sich allerdings von Land zu Land ändern können. Nach EU-Norm ist ein Stoff ab einer Wassersäule von 800mm wasserdicht Klasse 2 und ab 1.300mm wasserdicht Klasse 3. Die Schweizer sind hier etwas anspruchsvoller. Bei ihnen darf ein Gewebe erst ab einer Wassersäule von 4.000mm die Bezeichnung „wasserdicht“ tragen.

Eine Wassersäule von 800mm wird einen höchstens beim Laufen durch leichten Nieselregen etwas länger schützen können. Bei starkem Regen wäre man innerhalb kurzer Zeit durchnässt. Daher ist es wichtig, beim Einkauf nicht auf die Bezeichnung „wasserdicht“ zu achten, sondern sich die Wassersäule anzuschauen. Gute Jacken haben hier einen Wert von 30.000mm oder sogar noch mehr. Dieser Qualitätsunterschied ist enorm, auch wenn beide Produkte sich wasserdicht nennen dürfen. Dieser Unterschied hat aber natürlich auch seinen Preis. Je nachdem, wie stark man dem Regen ausgesetzt ist, reicht für Hobbysportler eine Jacke mit rund 4.000mm Wassersäule. Wer länger in den Bergen unterwegs ist, sollte für eine wasserdichte Jacke einen höheren Wert wählen. Wichtig ist auch, die Jacke richtig zu lagern. Denn mit der Zeit und wenn man sie unsachgemäß aufbewahrt, verliert auch die beste Regenjacke langsam an Dichtheit.

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