Schmerzen im Knie – Therapie von Dr. Sport istockphoto.com/wsphotos

Schmerzen im Knie – Therapie von Dr. Sport

  • Christian Riedel
Beim Fußball bleiben Knieverletzungen nicht aus. netzathlet Oliver leidet schon seit 2008 an den Nachwirkungen einer Knieverletzung, die er sich beim Kicken zugezogen hat. Dr. Sport verrät, wie eine Therapie aussehen kann.

Hallo Dr. Sport,

im Dezember 2008 hatte ich einen Zusammenprall beim Fußball, ein Spieler ist mir mit seinem Knie in die Seite meines Knies reingerutscht. Ich habe eine starke Schwellung gehabt und konnte nicht vernünftig gehen. Ich habe dann pausiert bis die Schwellung abgeklungen war und dann wieder mit dem Training begonnen.

Seit dieser Verletzung knackt es, wenn das Knie weit angezogen wird und bei täglichem Training (Fußball) schwillt es wieder leicht an. Ich war bei mehreren guten Ärzten, hatte ein MRT, worauf zu sehen war, dass ich einen leichten Kniescheiben-Hochstand habe, und eine Ansammlung an Flüssigkeit im Knie ist. Auf Anraten des Arztes habe ich ein halbes Jahr Pause mit Sport und dafür Physiotherapie gemacht. Jetzt spiele ich wieder Fußball, weil bisher nichts geholfen hat. Können Sie mir möglicherweise sagen, was es ist?

Mit freundlich Grüßen

Oliver



Hallo Oliver,

danke für Deine Frage. Aber leider kann ich Dir, wie in den meisten Fällen, wenn ich selber die MRT-Bilder nicht einsehen kann und keine eigene Untersuchung durchgeführt habe, nur einen allgemeinen Ratschlag geben.

Nach einem halben Jahr Pause sind unter Umständen die Muskulatur und der passive Bewegungsapparat geschwächt und werden beim Fußballspielen, relativ betrachtet, überlastet. Das bedeutet, dass ein intensives Aufwärmtraining und ein gezieltes Dehnen im Bereich der Beinmuskulatur schon einmal die wichtigsten Schritte sind.

Ein guter Orthopäde/Sportmediziner oder auch ein erfahrener Physiotherapeut sollten in der Lage sein, die anatomische Struktur zu erkennen, die Dir Beschwerden bereitet. Falls das alleine noch nicht zu einer schlüssigen Diagnose als Basis jeder Therapie führt, ist ggf. die Durchführung eines Kontroll-MRT hilfreich. Bei einigen Verletzungen bildet sich ein Knochenmarködem – also Flüssigkeit im Knochen selber –, das lange nach dem eigentlichen Sportunfall als eigenständiges Krankheitsbild Beschwerden verursacht. In einem Röntgenbild ist dies nicht zu erkennen.

Um allerdings keine „Überdiagnostik“ zu empfehlen, steht an erster Stelle mein Ratschlag, sich erneut kompetent untersuchen zu lassen.

Beste Grüße und gute Besserung!

Dr. Markus Klingenberg
Sportmediziner

Copyright © 2017 netzathleten