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Die Atmung trainieren

  • Christian Riedel
Nicht nur Deine Muskeln und Dein Herz-Kreislauf-System benötigen Training, sondern auch Deine Atmungsmuskulatur. Was zunächst etwas befremdlich klingen mag, könnte durchaus sinnvoll sein. Darauf deuten zumindest immer mehr Studien hin.

Die Atemmuskeln arbeiten Tag und Nacht. Das ist auch gut so, denn dieser Teil der Skelettmuskulatur ist lebensnotwendig. Beim Sport kann die Atemmuskulatur jedoch mit der Zeit ermüden, was sich negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken kann.

Die Atemmuskulatur ist ein leistungslimitierender Faktor


Auch wenn beim Sport die Atemmuskulatur verstärkt arbeitet, reicht dieser Trainingsreiz wahrscheinlich nicht aus. Die Erklärung dafür ist simpel: Genau wie Arme und Beine wird auch die Atemmuskulatur über den Blutkreislauf mit Energie und Sauerstoff versorgt. Bei zunehmender Ermüdung der Atemmuskulatur muss diese lebensnotwendige Muskulatur verstärkt durchblutet werden. Dieses Blut fehlt dann aber beispielsweise in der Beinmuskulatur und beeinträchtigt unsere Leistungsfähigkeit.

Durch ein gezieltes Training der Atemmuskeln kann die Ermüdung hinausgezögert werden. So lässt sich auch die körperliche Fitness steigern. In einer Studie ermüdeten 9 Sportler 150 Minuten lang durch maximale Beatmung ihre Atemmuskeln. Mit zunehmender Zeit verringerte sich die eingeatmete Luftmenge. Ein deutliches Anzeichen für eine Ermüdung der Atemmuskulatur. Bei einem anschließenden intensiven Lauftest konnten die Sportler nur noch 6,5 Minuten mit hohem Tempo laufen. Ohne ermüdete Atemmuskeln schafften die Sportler durchschnittlich 7,6 Minuten.

Studien belegen die Wirksamkeit von Atemmuskeltraining


In einer anderen Untersuchung konnten untrainierte Versuchspersonen lediglich mit einem speziellen Atmungstraining sowohl die Atemmuskulatur als auch die Ausdauer verbessern. In einer zweiten Gruppe absolvierten ebenfalls untrainierte Personen im selben Zeitraum ein Ausdauertraining. Wie zu erwarten war, verbesserten die Versuchspersonen ihre Ausdauerleistung, nicht jedoch die Atemmuskeln. In einer Kontrollgruppe wurde gar nicht trainiert. Dementsprechend kam es auch zu keiner Leistungsverbesserung.

Ein spezielles Atemtraining erscheint daher sinnvoll, denn sogar bei trainierten Sportlern ermüdet die Atemmuskulatur bei intensiver Belastung bereits nach kurzer Zeit. Das normale Ausdauertraining ist hierfür nicht ausreichend. Ein Atemmuskeltraining bringt übrigens eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich: Die Ausdauer lässt sich verbessern, die Erholungszeiten nach Training und Wettkampf verkürzen, die Sauerstoffversorgung der Skelettmuskeln optimieren und der Laktatabbau beschleunigen. Außerdem verbessert sich die Koordination des Atmungssystems unter Belastung.

Atemmuskeltraining wird in vielen Sportarten erfolgreich eingesetzt


Eine Möglichkeit des Atemtrainings bietet der Spirotiger: Der spezieller Atemtrainer aus der Schweiz wird mittlerweile von Profisportlern aus unterschiedlichen Sportarten verwendet. Nicht nur Ausdauersportler wie der Bahnradprofi Franco Marvulli (Silbermedaille in Athen) oder Triathlon-Weltcupsiegerin Nicola Spirig setzen auf die leistungssteigernde Wirkung des Atemmuskeltrainings, sondern auch die zweifache Vizeweltmeisterin im Skifahren Lara Gut sowie Physiotherapeut Oliver Schmidtleinen. Schmidtleinen dürfte Fußball Fans noch als Fitness Coach der Deutschen Nationalmannschaft während der WM 2006 und EM 2008 bekannt sein. Derzeit ist er übrigens für den FC Bayern als Physiotherapeut tätig.

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