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Richtig Trinken im Winter

  • Marco Heibel
Ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt ist nicht nur im Sommer wichtig. Der Durst überfällt uns im Winter zwar nicht so stark wie bei Temperaturen von 30°C im Schatten, doch gerade deswegen solltest Du selber verstärkt auf eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr achten.

Auch wenn das Durstgefühl weniger stark ausgeprägt ist, ist unser Flüssigkeitsbedarf im Winter hoch. Zwar schwitzen wir weniger als bei hohen Temperaturen, doch unser Körper ist dennoch vielen Herausforderungen ausgesetzt. Da wäre zum einen der große Temperaturunterschied zwischen draußen (Temperaturen um den Gefrierpunkt) und drinnen. In gut geheizten Räumen ist es oft 20 bis 23°C warm. Das ist nicht viel niedriger als die Raumtemperaturen im Sommer.



Allerdings ist die Heizungsluft sehr viel trockener, dadurch trocknen unsere Schleimhäute schneller aus. Und mit trockenen Schleimhäuten steigt die Infektanfälligkeit. Außerdem lässt die warme, trockene Heizungsluft die Haut leichter austrocknen. Und das bedeutet unangenehmes Jucken und Rötungen. Auch das Gehirn und unsere Organ brauchen Flüssigkeit, um effektiv zu arbeiten. Ansonsten drohen Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Ergo: Nur weil wir weniger schwitzen, bedeutet das nicht, das unser Flüssigkeitsbedarf deutlich niedriger ist als im Sommer. 1,5 bis 2 Liter solltest Du auch in der kalten Jahreszeit trinken – wenn Du zusätzlich noch Sport treibst, entsprechend mehr.

Wasser und Tee, Obst und Gemüse


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Deinen Flüssigkeitsbedarf abzudecken. Sommers wie winters ist Mineralwasser die Nummer eins. Es enthält keine Kalorien, kurbelt den Stoffwechsel an und versorgt den Körper mit wichtigen Mineralien. Ebenfalls kalorienfrei, jedoch mit mehr Geschmack und teilweise auch mit Vitaminen versehen, ist ungesüßter Tee. Frisch aufgeschüttet, steigert er zudem das Wohlbefinden und wärmt von innen.

Alternativ kann man seinen Flüssigkeitsbedarf natürlich auch über die Nahrung aufnehmen. Die klassischen Winterfrüchte, wie Orangen oder Mandarinen, sind sehr wasserhaltig und enthalten viele Vitamine. Auch das Saisongemüse lässt sich gut in Suppen verarbeiten und leistet so ebenfalls seinen Beitrag zur Deckung des Flüssigkeits- und Vitaminbedarfs.

Richtig Trinken beim Sport


Durch die geringeren Temperaturen draußen, aber teilweise auch in Sporthallen muss der Körper weniger Arbeit zur Kühlung aufwenden. Das bedeutet eine geringere Schweißbildung und letzten Endes einen geringeren Flüssigkeitsbedarf. Doch das heißt nicht, dass man auf sein Getränk beim Sport verzichten sollte. Auch in der Kälte sollte man gut hydriert an den Start gehen und spätestens nach einer Stunde etwas trinken. Besser sind alle 20 Minuten ein paar Schlucke.

Letzten Endes gilt ganzjährig, den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Entscheidend ist hier, vor allem nach dem Training rasch und viel zu trinken – auch wenn Du möglicherweise gar keinen übermäßigen Durst hast. Lass Dich nicht davon täuschen, dass Deine Sportklamotten nicht komplett durchgeschwitzt sind. Als Gradmesser für eine gute (Re-)Hydration dient die Farbe deines Urins. Ist er hell, ist der Flüssigkeitshaushalt im Lot.

Getränke mindestens auf Zimmertemperatur


Sofern es sich nicht um ein Bierchen oder einen Wein handelt, solltest Du Deine Getränke im Winter ungekühlt oder sogar erwärmt genießen. Das ist nicht nur angenehmer, sondern verhindert auch, dass der Körper sich wieder aufheizen muss. Gerade nach einem Training in der Kälte kannst Du anstatt zum Wasser oder zum Iso-Drink auch mal zum Tee greifen. Setz ihn einfach vor dem Training auf, in einer Thermoskanne hält er seine Wärme, sodass Du ihn kurz nach dem Training konsumieren kannst.

Erinnere Dich ans regelmäßige Trinken


Wenn das Durstgefühl ausbleibt, muss man sich immer wieder ans Trinken erinnern. Gerade wenn Du arbeitest – ob am Schreibtisch oder körperlich – solltest Du Dich ans regelmäßige Trinken erinnern. Stell Deine Wasserflasche am besten so hin, dass Dein Blick unwillkürlich immer wieder auf sie fällt, z.B. direkt neben den Bildschirm Deines Computers.

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