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Die Ski-Alpin-Kolumne von Martina Ertl-Renz

Der Hirscherlativ

  • Martina Ertl-Renz
In diesem Winter konnte man schon viele Erfolge und Leistungen des Österreichers Marcel Hirscher bestaunen. Wenn man dachte, ein Superlativ wäre angebracht als ultimative Stufe der Würdigung, wurde man einige Tage eines Besseren belehrt und man fragte sich, welcher Ausdruck für die nächste Steigerung angemessen wäre, denn der Superlativ war aufgebraucht.
Nun setzte der Österreicher tatsächlich wieder einen drauf, als ob die Saison nicht schon wie am Schnürchen gelaufen wäre. Der Olympiasieger dominierte das Wochenende in einer beeindruckenden Art und Weise, dass nur noch er selbst die Steigerungsform darstellt.

Die Wettbewerbe Slalom und Riesenslalom an Samstag und Sonntag gewann er nicht nur, sondern dominierte sie regelrecht und fuhr den Stangenwald ab, als ob er aus einer anderen Welt käme. Zum fünften Mal hintereinander konnte er sich die kleine Kristallkugel im Slalom sichern und gar zum siebten(!) Mal gewann er damit schon jetzt die große Kristallkugel, die für den Gesamtweltcup-Sieg steht. Es fällt einem schon nicht leicht, diesen Umstand sprachlich zu würdigen. Sieben Jahre lang in Folge der beste Skifahrer der Welt zu sein, ist eine Leistung, die für sich schon unfassbar ist. Der „Hirscherlativ“ muss her, denn er deklassiert den Rest der Welt.

Dabei sind solche Leistungen keine Selbstläufer, auch Hirscher verlor in dieser Saison ein Rennen gegen einen anderen Weltklasseathleten, Henrik Kristoffersen aus Norwegen. Das ist es, was man sich klar machen muss. Ein Weltcupsieg verlangt einem heutzutage alles ab, ist eine absolute Spitzenleistung, bei der man auf die Sekunde physisch und psychisch fit und bis aufs Äußerste bereit sein muss, zu attackieren. Das Besondere in der Leistung eines Marcel Hirschers liegt in der Konstanz. Er siegt ständig und dabei meist mit großem Abstand. Laien würden sich vielleicht über die fehlende Stärke der Konkurrenten auslassen, ich muss die Stärke von Hirscher hervorheben. Die anderen Skifahrer auf den Plätzen 2-10 sind herausragende Könner, Hirscher kann noch mehr.
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Ich hingegen kann mich vor dem Gesamtweltcupsieger dieser Saison nur verbeugen und hoffe, dass er noch einige Jahre auf seinem Niveau fährt; es macht nebenbei nämlich einen irrsinnigen Spaß, diesem Athleten bei seinem Sport zuzuschauen.

Eure
Martina Ertl-Renz

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