Handball: Nach der EM ist vor Olympia getty images; Wieder dabei im Nationalteam: Uwe Gensheimer

Handball: Nach der EM ist vor Olympia

Mit den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro steht im August der zweite Höhepunkt des Jahres für die Handball-Nationalmannschaft an. Team-Manager Oliver Roggisch blickt zuversichtlich auf das Turnier und erklärt: „Niemand hat Vorschusslorbeeren.“
Die Handballnationalmannschaft befindet sich derzeit in einer Art Schwebezustand – nach dem großen Erfolg und vor der großen Herausforderung. Der Triumph bei der Europameisterschaft im Januar wirkt immer noch nach. Das merkt auch Oliver Roggisch. Als Co-Trainer der Rhein-Neckar-Löwen und Team-Manager der Nationalmannschaft ist er nah dran an den Spielern.

Die Leistung zählt

„Man zehrt natürlich immer noch davon. Man merkt das in jedem Training, die Jungs sind super engagiert. Es fällt einem eben vieles einfacher, wenn man Erfolg hat, keine Frage“, sagt der Weltmeister von 2007. Doch ein Ausruhen auf dem Erreichten kommt nicht in Frage. „Wir haben ein großes Ziel erreicht, aber das zu bestätigen ist umso schwieriger. Deswegen gilt es jetzt noch konzentrierter zu trainieren, den Fokus noch mehr auf die Olympischen Spiele in Rio zu legen“, sagt der Ex-Kreisläufer. Eine Medaillenforderung will er aber nicht stellen, obwohl Deutschland als Europameister zum Favoritenkreis zu zählen sein wird. „Wir werden ein Riesen-Turnier spielen und selbst wenn wir am Ende keine Medaille mitnehmen, können wir auch zufrieden sein. Wir müssen uns nicht an Medaillen messen, sondern an der Leistung.“

Den Ball flach zu halten, ist also das Gebot der Stunde. Und das zu Recht. Bei der Europameisterschaft hat alles gepasst, der Titel war nicht zu erwarten. Jeder Spieler, der auf dem Parkett stand, hat seine maximale Leistung abgerufen. Und verletzte Stammkräfte wie Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (THW Kiel) und Paul Drux (Füchse Berlin) wurden von jungen, turnierunerfahrenen Spielern wie beispielsweise Tobias Reichmann (KS Kielce), Finn Lemke (SC Magdeburg) oder Steffen Fäth (HSG Wetzlar) sehr gut vertreten.

„Niemand hat Vorschusslorbeeren“

Doch genau das könnte zu harten Entscheidungen bei der Kadernominierung für die Olympischen Spiele führen. Die verletzten Spieler kommen zurück, die EM-Fahrer haben beim Turnier überzeugt. Von einem Dilemma will Roggisch dennoch nichts wissen. Vielmehr hofft er auf eine große Auswahl an Spielern. „Niemand hat Vorschusslorbeeren, auf jeder Position gibt es einen Konkurrenzkampf und jeder muss sich beweisen. Es ist ganz einfach so, dass nur die besten Spieler bei dem Turnier spielen werden.“

Bis die Spiele in Rio stattfinden, ist es ohnehin noch eine Weile. Erst im August werden die Medaillen ausgespielt. Bis dahin kann noch viel passieren, weiß auch der 37-Jährige. „Hoffentlich haben wir eine riesen Auswahl an Spielern. Davon kann man aber leider nicht ausgehen, da das Bundesliga-Programm so hart ist, dass es immer wieder Verletzte geben wird.“

Der weitere Weg bis Rio

Die Planung und Vorbereitung sind aber trotz noch laufender Saison schon in vollem Gange, wenn auch noch nicht abgeschlossen. „Es gibt noch ein paar Testspiele, die eingetütet werden müssen. Aber wir werden genug Zeit haben, uns vorzubereiten, werden frühzeitig nach Rio fliegen und im olympischen Dorf einziehen. Dann werden wir konzentriert die ersten Spiele angehen.“ Und dann, da ist sich Roggisch sicher, „auch da wieder Gas geben.“

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