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Moxibustion – Entspannung mit Hitze

  • Christian Riedel
Gerade wenn es draußen kalt ist, fühlt man sich in der Wärme besonders wohl. Entspannen kann man aber nicht nur in der Sauna. Auch bei der Moxibustion soll Wärme für die gewünschte Entspannung sorgen.

Die Moxibustion oder auch kurz nur Moxa genannt stammt wie so viele andere Entspannungstechniken aus der traditionellen chinesischen Medizin bzw. zählt zu den alternativ-medizinische Behandlungsform. Durch Abbrennen von Beifußblättern (Artemisia vulgaris) werden bestimmte Akupunkturpunkte des Körpers erwärmt. Dadurch soll das Meridiansystem aktiviert werden und blockierte Energie (Qi) Ströme wieder zum fließen gebracht werden. Moxa soll dadurch nut nur entspannen, sondern auch Krankheiten vorbeugen.

Zigarren, Nadeln und Pflaster

Unterscheiden kann man zwischen der direkten und der indirekten Moxibustion. Zunächst aber einmal müssen die Beifuß-Blätter gereinigt, getrocknet und zerkleinert werden. Man benutzt für die direkte Moxa entweder das lose Kraut oder die getrockneten und zu Pulver zerriebenen Blätter, die eine watteartige Konsistenz haben. Bei der direkten Moxa werden die Blätter zu einer Art Zigarren gerollt. Diese werden angezündet und wenige Millimeter vor den Akupunkturpunk gehalten, bis der Patient die Hitze spürt. Diese Prozedur wird mehrfach an allen Punkten wiederholt. Häufig werden auch kleine Kegel oder entsprechende Aufsätze verwendet. Dann werden die Beifuß-Produkte angezündet und auf die Haut gedrückt. Dies kann leicht zu Brandblasen führen und ist für den Patienten aufgrund der Hitze nicht immer angenehm.

Noch etwas extremer ist die Moxa-Nadel. Hier wird das watteartige Gewebe auf der Nadelspitze befestigt und angezündet. Dann sticht man die Nadel ins Gewebe. Die Heilstoffe gelangen so direkt unter die Haut, wo sie ihre Wirkung besser entfalten können soll. Diese Prozedur ist aber schmerzhaft und daher nicht jedermanns Sache. Harmloser sind Moxa-Pflaster, die ebenfalls Beifuß-Extrakt enthalten und einfach auf die Haut geklebt werden.

Indirekt

Bei der indirekten Moxibustion werden Ingwerscheiben auf die Akupunkturpunkte gelegt. Auf diesen Scheiben werden die Beifuß-Kegel verbrannt. Sobald der Patient die Hitze spürt, wird der Scheibe auf den nächsten Punkt gelegt. So werden reihum alle benötigten Punkte behandelt, bis die Haut von der Wärme gerötet ist.

Wirkung

Nun kann man sich natürlich die berechtigte Frage stellen, warum man sich so eine schmerzhafte Behandlung antun soll. Nach Lehre der chinesischen Medizin sollen mit der Moxibustion vor allem Kälte-, Wind- und Feuchtigkeitserkrankungen behandelt werden können. Daher schwören Anhänger gerade im Winter auf diese Therapie. Nach westlicher Vorstellung kann die lokale Wärmeanwendung dort die Durchblutung und den Stoffwechsel anregen. Hier wird die Moxa vor allem bei einer Erkrankung der Atemwege wie Asthma oder Bronchitis eingesetzt. Auch bei chronische Diarrhö und Erschöpfungsreaktionen soll die Moxa helfen. Verzichten sollte man bei Fieber, Schwangerschaft, akuten Entzündungen, Schlaflosigkeit und während der Menstruation.

Ob die Moxibustion wirklich hilft, wurde bisher wissenschaftlich noch nicht bestätigt. Doch viele Menschen schwären auf die Beifuß-Behandlung. In China setzt man vor allem auf die präventive Wirkung. Hier wird Moxa überwiegend zur Vorbeugung und nicht zur Behandlung eingesetzt. Auch ein chinesisches Sprichwort sagt, dass man keine Reise antreten soll, ohne vorher mit der Moxibustion sein Qi angeregt zu haben. Und hinter jedem Sprichwort steckt ja auch ein Körnchen Wahrheit.

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