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Drei Fragen zum Thema Spinalkanalstenose

  • Nils Borgstedt
Rückenschmerzen treten in fortschreitenden Lebensjahren oftmals aufgrund von Verschleißerscheinungen auf. Doch was passiert bei solchen altersbedingten Veränderungen an der Wirbelsäule genau? „Häufige Ursache für Beschwerden stellt beispielsweise ein eingeengter Wirbelkanal dar“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist aus München.

„Dabei drücken Bandscheiben, Wirbelgelenke oder Bänder auf umliegendes Nervengewebe und Schmerzen entstehen.“ Häufige Fragen zur sogenannten Spinalkanalstenose sowie zu modernen Therapieansätzen beantwortet der Experte im Folgenden.

1. Wie entsteht eine Spinalkanalstenose?
„Im Wirbelkanal – auch Spinalkanal genannt – verlaufende Nervenbahnen können aus verschiedenen Gründen bedrängt werden. So sprechen Experten bei einem Bandscheibenvorfall von einer akuten Einengung. Auch aufgrund von Fehlhaltungen wie beispielsweise Wirbelgleiten klemmen Nerven im Spinalkanal ein. Oftmals gelten jedoch altersbedingte Verschleißerscheinungen als Ursache. Dabei tritt im Laufe des Lebens eine Höhenminderung der Bandscheibe auf. In der Folge verschieben sich benachbarte Wirbelsegmente nach vorne und knöcherne Einengungen entstehen. Außerdem wird bei diesem Vorgang Bandscheibengewebe nach hinten gedrückt, sodass sich eine zusätzliche bandscheibenbedingte Engstelle im Spinalkanal bildet.“

2. Welche Symptome verspüren Betroffene?
„Je nach Ausprägung der Verengung treten bei Betroffenen unterschiedliche Beschwerden auf. Meist leiden Patienten bereits seit mehreren Jahren unter leichten Rückenschmerzen. Unter Belastung und vor allem beim Gehen strahlen sie häufig bis in die Beine aus. Gliedmaßen erscheinen schwer und müde. Auch bestimmte Körperhaltungen, bei denen die Wirbelsäule sich ins Hohlkreuz biegt, lösen Schmerzen aus. Umgekehrt lassen sie nach, wenn sich Betroffene leicht nach vorn beugen.“

3. Gibt es schonende Therapiemaßnahmen?
„Leichte Verengungen lassen sich mithilfe konservativer Methoden wie Krankengymnastik, physikalischer Therapie oder Injektionen behandeln. Bei stärkeren Beeinträchtigungen und bandscheibenbedingten Einengungen erzielen minimalinvasive Verfahren wie die Behandlung mit einem Wirbelsäulenkatheter gute Erfolge. Über eine Spezialkanüle platzieren wir eine Sonde an den betroffenen Bereich heran und führen ein Medikamentengemisch ein. Das bedrängende Bandscheibengewebe schrumpft und die betroffene Nervenwurzel wird entlastet. Dieses Verfahren wird seit vielen Jahren auch zur Behandlung von störendem Narbengewebe, welches oft nach Operationen entsteht, eingesetzt. In schweren Fällen, wenn sich bereits knöcherne Anbauten im Wirbelkanal gebildet haben und Schmerzen in Arme oder Beine ausstrahlen, sorgen endoskopische Verfahren für Entlastung.

Mithilfe des sogenannten joimax®-Endoskops, an dessen Ende sich eine kleine Kamera befindet, erreichen wir die betroffene Stelle und tragen mit einer abgewinkelten Spezialfräse Knochen- und Bandscheibenstrukturen ab. Verfügen die betroffenen Wirbel nicht mehr über genügend Halt, kommt ein stabilisierender Eingriff für Betroffene infrage: Dabei entfernen Experten zunächst die geschädigte Bandscheibe und setzen an ihre Stelle einen Platzhalter aus Titan ein. Sind die benachbarten Gelenke noch nicht wesentlich verschleißbedingt verändert, kann von einem erfahrenen Wirbelsäulenchirurgen auch eine Bandscheibenprothese eingesetzt werden. Auf diese Weise erhält der Patient einen beweglichen Abstandhalter, der die Nervenwurzeln entlastet. Die Wirbelsäule bleibt aber in ihrer Funktion erhalten. Auch bei solchen neurochirurgischen Eingriffen kehren Betroffene dank schonender Vorgehensweise bereits nach einigen Tagen wieder in ihren Alltag zurück.“

Quelle: Pressemitteilung MVZ Praxisklinik Dr. Schneiderhan und Kollegen

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