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Künstliche Bräune – Kein Schutz vor Sonnenbrand

  • Christian Riedel
Viele Menschen gehen vor ihrem Sommerurlaub noch einmal ins Solarium, um die Haut schon einmal vorzubräunen. Das klingt logisch, schließlich bekommt man nicht so leicht einen Sonnenbrand, wenn die Haut schon etwas dunkler ist. Allerdings funktioniert das nur in der Theorie.

Für die Haut ist jeder Besuch im Sonnenstudio schädlich. Langfristig gesehen steigt das Risiko für Solariumkunden, an Hautkrebs zu erkranken, um das Vierfache. Das hat eine Studie an der Universität von Minnesota ergeben.

Grundlage der Untersuchung war eine Befragung von knapp 2.000 Einwohnern in Minnesota, die hin und wieder auf die Sonnenbank gingen. Voraussetzung war aber, dass sie nicht zu lange unter dem künstlichen Licht blieben, also keinen Sonnenbrand im Solarium bekamen. Rund 5 Prozent der Befragten gab sogar an, im Leben noch nie einen Sonnenbrand gehabt zu haben. Etwas mehr als die Hälfte (57 Prozent) hatte dagegen nach eigenen Angaben bereits so einen starken Sonnenbrand, dass die Schmerzen länger als einen Tag anhielten.

Vierfaches Risiko


Die Probanden wurden aber nur zur Hälfte zufällig ausgewählt. Bei 906 Personen handelte es sich um Krebspatienten, die bis zum Alter von 59 Jahren ein Melanom entwickelt haben. Die anderen 946 Teilnehmer waren gesund.

Bei der anschließenden Auswertung stellten die Forscher fest, dass regelmäßige Besuche im Solarium das Hautkrebs-Risiko um den Faktor 3,9 erhöht im Vergleich zu denen, die noch nie einen Sonnenbrand erlitten haben. Im Gegensatz zu den Probanden, die sich zumindest einen natürlichen Sonnenbrand geholt hatten, war das Risiko immer noch um den Faktor 1,8 erhöht. Waren es mehr als fünf Sonnenbrände, war das Risiko immer noch 1,4-fach erhöht. Insofern kann man in diesem Fall sagen, dass ein regelmäßiger Besuch im Solarium deutlich schlechter für die Haut ist, als hin und wieder einen Sonnenbrand zu bekommen.

Studie mit Haken


Die Studie hat allerdings drei kleine Haken. Zum einen ist die Zahl der Teilnehmer mit 1.852 relativ gering. Zum zweiten mussten sich die Forscher auf die Aussagen der Teilnehmer verlassen und konnten beispielsweise noch messen, wie stark der jeweilige Sonnenbrand war. Dafür berücksichtigten die Forscher andere Faktoren wie Hauttyp, Haarfarbe, Muttermale, Alter, familiäre Vorerkrankungen, Sonnenexposition und soweit es möglich war auch den Gebrauch von Sonnenschutzmitteln.

Dass unsere Haut dunkler wird, wenn sie zu viel Sonne ausgesetzt wird, ist ein natürlicher Schutzmechanismus. Dauerhaft sollte man diesen Mechanismus nicht aktivieren. So altert die Haut viel schneller, wenn sie dauerhaft UV-Strahlung ausgesetzt wird und verliert ein Teil ihrer natürlichen Schutzfunktion. Laut den Wissenschaftlern gibt es auch Hinweise, dass die in den Solarien benutzte Strahlung deutlich schädlicher ist als die natürlichen Sonnenstrahlen. Insofern gibt es eigentlich nur eine Schlussfolgerung: Das Geld, dass man vor dem Urlaub im Sonnenstudio bezahlen müsste, sollte man lieber für gute Sonnenschutzcreme ausgeben.

Hier geht´s zur Studie

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