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Kein frohes Fest - Die häufigste Ursachen für Weihnachtsdepressionen

  • Christian Riedel
Eigentlich ist Weihnachten das Fest der Liebe. Doch so manchen treibt Weihnachten in eine regelrechte Depression. Dass bei einigen die Stimmung kippt, kann verschiedene Ursachen haben.

Immer wieder hört man, dass zu Weihnachten die Selbstmordrate steigt. Das stimmt so zwar nicht, aber so manch einer würde lieber auf das Fest der Liebe verzichten. Das muss nicht immer damit zu tun haben, dass es draußen dunkel ist und sich die Stimmung daher ohnehin auf einem Tiefpunkt befindet. Auch dass viele keine Familie haben und Weihnachten alleine feiern müssen, ist nicht immer ein Grund, warum man von Weihnachtsdepressionen sprechen kann. Selbst im Kreis der Familie gibt es einige Ursachen, warum die Stimmung schnell ins Negative kippen kann und man im Nachhinein auf das Familienfest gerne verzichtet hätte.

Eine Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag des evangelischen Kirchenmagazins „Chrismon“ hat einige Gründe ergeben, warum eine Weihnachtsdepression oder zumindest eine traurige Stimmung auftreten kann.

Erwartungshaltung


Zu hohe Erwartungen. Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Harmonie. Wenn unter dem Tannenbaum dann Streit aufkommt, ist es vorbei mit der Harmonie und die Enttäuschung über den gestörten Familienfrieden sitzt tief. Insofern gab mehr als jeder dritte Befragte an, dass diese enttäuschten Erwartungen Grund für negative Stimmungen sein können.

Stress


Zu viele Besuchsverpflichtungen. Gerade im Advent möchten viele eine besinnliche Stimmung aufkommen lassen. Das geht aber nur schlecht, wenn man von einem Verwandten und von einer Weihnachtsfeier zur nächsten rennen muss. Vor allem für die jüngeren Befragten artet das häufig in Stress aus, der unweigerlich auf die Stimmung schlägt.

Bier und Wein


Zu viel Alkohol. Gutes Essen und viel Alkohol gehören zu Weihnachten oft mit dazu. Doch gerade nach einem Gläschen zu viel kann die Stimmung schneller kippen als Opa das letzte Glas Cognac. Häufige Folgen von zu hohem Alkoholkonsum wie Streit kennt vermutlich jeder.

Glotze


Streit ums TV-Programm. An Weihnachten überbieten sich die Fernsehsender mit einem möglichst attraktiven Programm. Gerade in größeren Familien kann das in einem waschechten Streit ums Programm enden, wenn Mutter lieber eine romantische Komödie und die Söhne lieber einen Actionfilm, der Vater dagegen einen alten Klassiker sehen will.

Geschenke


Enttäuschende Geschenke. Beim Schenken geht es darum, den anderen eine Freude zu bereiten. Allerdings packen viele auch mit einer gewissen Erwartungshaltung ihre Geschenke aus. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn man nicht das bekommt, was man sich gewünscht hat. Auf der anderen Seite ist man traurig, wenn dem anderen das mühsam ausgesuchte Geschenk nicht gefällt. Enttäuschung oder sogar Streit können die Folge sein.

Jeder Punkt für sich ist noch kein Anlass für eine Depression. Doch alle Punkte gemeinsam genommen können über Jahre hinweg dafür sorgen, dass die Freude an Weihnachten empfindlich getrübt wird. Insofern bleibt nur der Rat, zu genießen, was man hat und keine überzogenen Erwartungen zu stellen. Wenn es in der Familie Streit gibt, kann man ihn an Weihnachten höchstens mit einer herausragenden schauspielerischen Leistung überspielen. Aber das ist ja nicht der Sinn der Sache. Besser wäre, Weihnachten als Anlass zu nehmen, Streitigkeiten auszuräumen Und wenn das nicht geht, wäre es oft besser, auf den geheuchelten Familienfrieden zu verzichten und die Feiertage dafür zu nutzen, was man selber gerne machen will.

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