Vorsicht Keime - Erkältet man sich mit nassen Haaren? thinkstockphotos.de

Vorsicht Keime - Erkältet man sich mit nassen Haaren?

  • Christian Riedel
Gerade im Herbst bekommt man den Rat, nicht mit nassen Haaren nach draußen zu gehen. Schließlich erkältet man sich leichter, wenn die Haare nicht richtig trocken sind. Aber stimmt das auch oder kann man sich die Zeit fürs Föhnen auch sparen?

Zum Sport im Herbst gehört auch dazu, dass man viel Zeit nach dem Duschen braucht, um die Haare zu trocknen. Wenn es schnell gehen muss, zieht man sich vielleicht eine Mütze auf und braucht später viel Zeit, um die Mützenfrisur wieder einigermaßen zu sortieren. Aber was bleibt einem anderes übrig. Schließlich weiß jeder, dass man sich leichter erkältet, wenn man im Herbst mit nassen Haaren nach draußen geht.

Kälte ist egal


Das stimmt aber nicht so ganz. Geht man bei kühlen Temperaturen mit nassen Haaren an die frische Luft, kühlt man schneller aus. Es wird einem also leichter kalt. Dass man sich aber leichter erkältet, wenn man friert, konnte bisher noch in keiner Studie nachgewiesen werden. Den Viren und Bakterien ist es egal ob man friert oder ob die Haare noch feucht sind. Auch das Immunsystem wird durch nasse Haare nicht geschwächt.

Dass sich die meisten in der kalten Jahreszeit die Haare besonders gründlich abtrocknen, liegt daran, dass man sich im Herbst und Winter leichter erkältet. Das liegt aber nicht an der Feuchtigkeit, sondern hat andere Gründe, die mit der Kopfbedeckung nichts zu tun haben. Meistens liegt es an Faktoren, die nur indirekt mit dem Klima zu tun haben.

Unser Verhalten macht uns krank


Erreger und Keime begleiten uns das ganze Jahr. Wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, bleiben wir aber eher drinnen. Insofern halten sich auch mehr Menschen gleichzeitig in geschlossenen Räumen auf. Dadurch können die Erreger einfacher auf andere Menschen gelangen. Es liegt also nicht am Wetter, sondern an unserem Verhalten. Das besagt zumindest eine Theorie. Ein anderes Problem ist, dass die trockene Heizungsluft auch die Schleimhäute austrocknet. Dadurch werden die Schleimhäute anfälliger für Keime.

Ob wir nun also mit nassen oder trockenen Haaren herumlaufen, ist mehr oder weniger egal. Wichtig ist vor allem in der kalten Jahreszeit, dass wir uns viel an der frischen Luft bewegen, uns ausgewogen ernähren, viel trinken, viel schlafen und uns an die gängigen Hygieneempfehlungen halten (z.B. Hände waschen, in die Armbeuge niesen, Hände nicht mit den Schleimhäuten in Kontakt bringen). Dann haben es die Erreger schwer, auch wenn unsere Haare nicht trocken sind.

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