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Epidemie - Darum ist Ebola so gefährlich

  • Jörg Birkel
In Westafrika wütet eine gefährliche Seuche und die Welt schaut hilflos zu. Menschen, die sich mit Ebola infizieren, haben kaum eine Überlebenschance. US-Forscher haben nun herausgefunden, was die Krankheit so tödlich macht.

Medizinern in den USA ist es gelungen, den Mechanismus zu entschlüsseln, mit dem der Ebola-Virus die menschliche Immunabwehr ausschaltet. Der Ebola-Virus enthält ein spezielles Protein (VP24), welches den Transport von Botenstoffen in den Zellkern blockiert. Damit wird eine wichtige Signalkette der körpereigenen Immunabwehr gegen die Infektion unterbrochen.

Jetzt hoffen die Ärzte, mit dieser Erkenntnis ein Heilmittel gegen die tödliche Seuche zu entwickeln. Bisher war zwar bereits bekannt, dass Ebola einen als Interferon bezeichneten Bestandteil des Immunsystems blockiert, aber der genaue Mechanismus war bislang unbekannt. Mit der neuen Erkenntnis könnte der Durchbruch in der Heilmittelforschung für Ebola gelingen.

Ebola ist eine Infektionserkrankung, die im Anfangsstadium grippeähnliche Symptome zeigt. Daraus entwickelt sich dann aber ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber. Dabei steigt nicht nur die Körpertemperatur kritisch an, sondern es kommt auch zu Blutungen ins Gewebe, wie etwa in die Schleimhäute oder in den Magen-Darm-Trakt.

Ebola ist hochansteckend und wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 21 Tage. Derzeit breitet sich in Westafrika ein Erregerstamm aus, der in über 50 Prozent der infizierten Personen tötet. Bislang sind über 1.800 Menschen daran gestorben und die Seuche lässt sich nur schwer eindämmen. Aus diesem Grund wird in Liberia sogar ein experimentelles Serum eingesetzt, welches bisher nur in Tierversuchen getestet wurde.

Quelle: http://www.cell.com/cell-host-microbe/abstract/S1931-3128%2814%2900263-7

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