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Hand drauf – Wie ansteckend ist Händeschütteln

  • Christian Riedel
In immer mehr Arztpraxen sieht man Plakate, auf denen empfohlen wird, in der Erkältungszeit auf Händeschütteln zu verzichten. Schließlich kann eine Erkältung durch diese Form der Höflichkeit übertragen werden. Aber ist das wirklich notwendig?

Händeschütteln gehört bei uns zum normalen Alltag mit dazu. Wir schütteln zur Begrüßung, zur Verabschiedung, um zu gratulieren oder klatschen beim Sport ab. Wahrscheinlich macht sich in diesem Moment keiner Gedanken darüber, ob man mit dieser Geste der Höflichkeit vielleicht auch Krankheitserreger übertragen kann. Doch gerade während der Erkältungszeit darf man dieses Risiko nicht unterschätzen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden bis zu 80 Prozent der Infektionskrankheiten mit den Händen übertragen. Daher hat sich auch die Initiative „No-Hands“ gegründet, die mit dem Slogan „Händeschütteln vermeiden. Ist besser so“ auf die Gefahren des direkten Hautkontakts aufmerksam machen will. Die entsprechenden Plakate hängen bereits in vielen Arztpraxen und Krankenhäusern. Doch auch wenn Händeschütteln das Ansteckungsrisiko deutlich erhöht, ist es im Alltag nicht so leicht durchzusetzen. Schließlich möchte niemand seinem Chef den Handschlag verweigern. Und beim Sport macht es keinen guten Eindruck, wenn man nach dem Spiel mit dem Gegner nicht abklatschen will.

Wie kommen die Keime an die Hände


Tatsache ist, dass es aus hygienischen Gesichtspunkten sinnvoll wäre, auf das Händeschütteln zu verzichten. Dabei können unsere Hände nur bedingt etwas dafür. Dass diese zu Keimschleudern werden, hat zwei Hauptgründe. Zum einen Husten und Niesen wir bei einer Erkältung meistens in die Hände, zum anderen fassen wir Dinge an, die bereits mit Keimen in Kontakt gekommen sind. Egal ob Türklinken, Haltegriffe oder Treppengeländer, es gibt kaum einen Gegenstand, der nicht mit Keimen übersät wäre. Das alleine wäre nicht so tragisch, wenn wir unsere Hände nicht dazu benutzen würden, um unser Frühstücksbrötchen zu essen, zwischen den Zähnen zu pulen, die Augen reiben oder in der Nase zu bohren. Von dort kommen die verschiedenen Erreger direkt an die Schleimhäute und können eine Erkrankung zur Folge haben.

Keine Panikmache


Auf den Händedruck oder das Abklatschen im Winter komplett zu verzichten, wäre eine recht drastische Maßnahme, die bei vielen Mitmenschen zu Unverständnis führen könnte. Wenn Du selber erkältet bist, wäre es allerdings eine berechtigte Vorsichtsmaßnahme, dem Gegenüber mit einem Hinweis auf die Krankheit den Handschlag zu verwehren. Ansonsten ist es wichtig, sich regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen oder sogar zu desinfizieren. Das heißt nicht, dass Du Dir jetzt notorisch einmal die Stunde die Hände reinigen solltest. Aber zumindest vor dem Essen, nach der Toilette und wenn Du von draußen kommst, macht es durchaus Sinn. Dabei solltest Du mindestens 30 Sekunden Deine Hände unters Wasser halten und die Seife gründlich über die Hände verteilen. Warm muss das Wasser nicht unbedingt sein, auch wenn es natürlich angenehmer ist. Wichtig sind auch die Fingerkuppen und die Stellen zwischen den Fingern. Achte zudem darauf, dass Deine Hände nicht zu oft mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen.

Bei einer Erkältung solltest Du auf eine gründlichere Handhygiene achten. Dazu gehört, Papiertaschentücher zu verwenden und die nach einmaliger Benutzung zu entsorgen. Statt in die Hände, solltest Du in die Ellenbogenbeuge oder die Achselhöhle Husten bzw. Niesen, damit die Hände nicht in Kontakt mit den Keimen kommen.

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