Ist der Schlaf vor Mitternacht wirklich besser? Shutterstock.com/Phase4Photography

Ist der Schlaf vor Mitternacht wirklich besser?

  • Christian Riedel
Nachtmenschen müssen sich häufig die Empfehlung anhören, doch einmal früher ins Bett zu gehen. Schließlich soll der Schlaf vor Mitternacht am erholsamsten sein. Aber stimmt das wirklich oder ist das nur ein Gerücht?

Wer bis in die tiefen Nachtstunden vor dem Rechner sitzt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er morgens nicht aus den Federn kommt. Da liegt es nahe, dass man davon ausgehen könnte, dass der Schlaf vor Mitternacht erholsamer und somit auch gesünder ist. Aber richtet sich der Schlaf wirklich an eine Uhrzeit?

Schlaf vor Mitternacht ist nicht gesünder


Fakt ist, dass der Schlaf vor Mitternacht weder besser oder tiefer ist als der um 3 Uhr morgens. Entscheidend für die Qualität des Schlafs ist nicht, wann man ins Bett geht, sondern wie lange man schläft und ob man ungestört schläft.

Nach dem heutigen Stand der Schlafforschung ist der Schlaf in den ersten beiden Stunden nach dem Einschlafen der wichtigste. Da die meisten arbeitenden Menschen wahrscheinlich vor Mitternacht ins Bett gehen werden, ist es nicht verwunderlich, dass man daher annehmen könnte, dass der Schlaf vor Mitternacht auch der gesündeste ist. Generell erlebt man in der ersten Schlafhälfte mehr Tiefschlafphasen, weshalb man in den ersten Stunden besser ungestört sein sollte.

Doch man muss nicht vor Mitternacht ins Bett gehen, um in die Tiefschlaf-Phase zu kommen. Wer um 2 Uhr morgens ins Bett geht, erlebt diese Schlafphase eben zwischen ca. 2 und 4 Uhr und nicht zwischen 22 und 0 Uhr.

Wie man schlafen sollte


Wichtig ist vor allem, dass man ausreichend schläft. 7-8 Stunden sollten es auf jeden Fall sein. Nur dann hat der Körper genügend Zeit, sich von den Anstrengungen des Tages zu erholen. Wenn man intensiv trainiert, darf es auch etwas mehr sein. Schläft man zu kurz, geht man ein Defizit ein, das man nur schwer wieder ausgleichen kann.

Und genau hier liegt auch ein häufiges Problem: Denn morgens hat man meistens weniger Ruhe. Wer erst um 3 Uhr einschläft, müsste bis 10 oder 11 Uhr morgens schlafen. Einerseits müsste man es sich also leisten können, so lange zu schlafen. Und zum anderen ist dann häufig auch der Lärmpegel im Umfeld schon so groß, dass man vorher aufwacht. Zudem weckt einen die einsetzende Helligkeit. Und wer morgens arbeiten muss, kann sowieso nicht ausschlafen.

Dass der Schlaf vor Mitternacht gesünder ist, ist nur ein Gerücht. Aber es gibt doch gute Gründe, früher ins Bett zu gehen.

Kontakt

Copyright © 2017 netzathleten