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So entstehen Frostbeulen

  • Christian Riedel
Als Frostbeulen bezeichnet man scherzhaft Menschen, die schnell anfangen zu frieren. Frostbeulen können aber auch tatsächliche Schwellungen unter der Haut in schlecht durchbluteten Körperteilen sein. Aber wie entstehen Frostbeulen, wie behandelt man sie und wie kann man ihre Entstehung verhindern?

„Frostbeulen können im Gegensatz zu Erfrierungen schon bei einer Temperatur um die 0 Grad auftreten“, erklärt Hautarzt Dr. Andreas Degenhardt aus Bremen. „Ähnlich wie bei Erfrierungen sind besonders Menschen betroffen, die mit Durchblutungsstörungen zu kämpfen haben, einen niedrigen Blutdruck haben oder schnell frieren.“ Besonders junge Frauen, aber auch Raucher, Menschen mit Arteriosklerose oder anderen Arten der Gefäßverengung können betroffen sein. Frostbeulen treten zudem auf, wenn die Durchblutung, beispielsweise durch zu eng geschnürte Schuhe oder zu hart eingestellte Skischuhe, eingeschränkt wird.

Bei Frostbeulen kommt es zu Schwellungen unter der Haut, meist in schlecht durchbluteten Bereichen wie den Fingern, Zehen, Ohren oder der Nase. Die Bereiche sind oft rot oder bläulich gefärbt. Zudem schmerzt, brennt und juckt es. Die Beschwerden treten auch auf, wenn die Stellen wieder erwärmt werden.

Wie beugt man Frostbeulen vor


Frostbeulen sind unangenehm, im Gegensatz zu Erfrierungen aber noch nicht gefährlich. Es gibt einige Möglichkeiten, ihre Entstehung zu verhindern. „Zunächst sollte man sich gerade bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und darunter adäquat kleiden“, erklärt Dr. Degenhardt. „Wer sich nicht wintergerecht anzieht, braucht sich nicht zu wundern, dass man friert oder sich sogar Frostbeulen bilden. Warme Socken und Handschuhe sind unverzichtbar. Zudem sollte man aufpassen, wenn man an der frischen Luft Sport treibt. Denn wenn man schwitzt, entsteht Verdunstungskälte auf der Haut. Die kühlt schnell aus, was die Bildung von Frostbeulen begünstigt. Daher sollte man nach einer Sporteinheit schnell ins Warme gehen und darauf achten, dass die Extremitäten gut abgetrocknet sind, bevor man in die Kälte hinausgeht.“

Wie behandelt man Frostbeulen


Sofern sich aus Frostbeulen keine richtigen Erfrierungen entwickeln, bilden sie sich nach 2-3 Wochen wieder folgenfrei zurück. Dennoch sollte man früh etwas gegen die Schwellungen unternehmen, damit das Gewebe nicht schlimmer beschädigt wird.

„Die betroffenen Stellen behandelt man am besten mit Wärme“, sagt Dr. Degenhardt. „Finger oder Zehen kann man in warmes Wasser legen. Aber auf keinen Fall in heißes Wasser. Das ist schmerzhaft und kann das Gewebe zusätzlich schädigen. Die Schwellungen kann man mit entsprechenden Badezusätzen, die Nikotinsäure enthalten, behandeln. Das fördert die Durchblutung und verringert die Schmerzen, wenn sich die Gefäße wieder erweitern. Präventiv kann man auch Tabletten nehmen, die Pentoxifyllin enthalten. Das erweitert die Gefäße und schützt vor Frostbeulen und Erfrierungen.“

Christian Riedel

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  • Star Vita: Dr. Degenhardt ist Facharzt für Hautkrankheiten und Spezialist für Allergologie und Phlebologie. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der Medizinisch-Dermatologischen Kosmetologie (DDA) und in der Berufsdermatologie (ABD). Dr. Degenhardt ist Mitglied bei zahlreichen medizinischen Verbänden, u.a. dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen und der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Dermatologie.
  • Star Erfolge: Tätigkeitsschwerpunkt in der Medizinisch-Dermatologische Kosmetologie (DDA) und Berufsdermatologie (ABD)

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